Union Berlin Bundesliga: Hollerbach sorgt für Sieg gegen St. Pauli – Hektik um Gosens

Benedict Hollerbach erzielte am Freitagabend in der Fußball-Bundesliga das Führungstor für den 1. FC Union Berlin im Heimspiel gegen den FC St. Pauli.
Christophe Gateau/dpaDer 1. FC Union Berlin hat am Freitagabend mit 1:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli gewonnen. Damit gelang den Eisernen der versöhnliche Abschluss eines turbulenten Transfer-Tages. Im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei traf Benedict Hollerbach (34.) zum knappen Heimsieg.
Kurz vor Spielbeginn hatten die Berliner die Ausleihe von Angreifer Andrej Ilic (24) vom französischen Champions-League-Teilnehmer OSC Lille vermeldet. Der Serbe, der wegen eines Wadenbeinbruchs seit Februar nur zwei Kurzeinsätze hatte, war als Zuschauer im Stadion. Er wurde von den Fans bereits als „Fußball-Gott“ begrüßt.
Blitz-Abschied von Robin Gosens nach Italien
Das große Gesprächsthema rund um das Spiel war allerdings der Blitz-Abschied von Robin Gosens. Sportchef Horst Heldt bestätigte bei Sky den Wechsel des 30-Jährigen zum AC Florenz in die italienische Serie A. Heldt verdeutlichte bei „DAZN“, wie hektisch der Freitag war: „Ich bin bis 16.10 Uhr davon ausgegangen, dass er heute auf dem Platz steht. Dann kam die Nachricht. Er hat den Wunsch geäußert, den Verein zu verlassen. Es waren keine sportlichen, sondern private Gründe.“ Der Sportchef bedauerte: „Es war natürlich recht spät, das ist suboptimal. Es macht aber keinen Sinn, einen Spieler zu halten, der weg will.“
Der Transfer-Experte Gianluca Di Marzio veröffentlichte Details über das Leihgeschäft der Berliner mit dem AC Florenz. Demnach gibt es eine bedingte Kaufverpflichtung, die an die Anzahl der Einsätze von Gosens und die Qualifikation des Vereins für europäische Wettbewerbe geknüpft sei. Die Ablöse soll dann 7,5 Millionen Euro betragen.

Robin Gosens verlässt den 1. FC Union Berlin in Richtung Italien. Der 30-Jährige war erst im Sommer 2023 nach Berlin-Köpenick gekommen.
Soeren Stache/dpaHollerbach erzielt die Führung für Union Berlin
Die Sommer-Transferperiode war eine halbe Stunde vor Spielbeginn zu Ende gegangen. Danach können nur noch vereinslose Spieler verpflichtet werden. Union-Coach Bo Svensson erklärte bei „DAZN“: „Wenn man ein Spiel auf Freitagabend legt, also den letzten Transfertag, dann kann man nicht davon ausgehen, dass der Tag normal läuft. Darauf haben wir die Gruppe in dieser Woche aber vorbereitet.“ Für Gosens spielte der von Borussia Dortmund ausgeliehene Tom Rothe auf der linken Seite und gab ein starkes Debüt. Für Kapitän Christopher Trimmel kam Janik Haberer zum Einsatz. Yorbe Vertessen bekam den Vorzug vor Andras Schäfer.
Im ersten Pflichtspiel von Trainer Bo Svensson vor der heimischen Kulisse im Stadion an der Alten Försterei tat sich seine Mannschaft anfangs schwer. Aufsteiger FC St. Pauli hatte klarere Aktionen, die Köpenicker behalfen sich mit langen Bällen. Allerdings: Die besseren Torchancen hatte Union. Benedict Hollerbach nutzte jene in der 34. Minute. Nach einem Eckball stand er im Rückraum bereit und donnerte den abgewehrten Ball abgefälscht ins Netz. Kurz darauf hätte Jordan Siebatcheu den zweiten Treffer nachlegen können (36.). Ihm sprang der Ball unverhofft vor die Füße, dann allerdings von dort ins Aus.
Mit Neuzugang Ilic hat Siebatcheu jetzt Konkurrenz auf seiner Position. „Mit Andrej bekommen wir einen robusten und physisch starken Mittelstürmer dazu, der seine Treffsicherheit bisher mehrfach bewiesen hat“, erklärte Geschäftsführer Horst Heldt in der Vereinsmitteilung zur Verpflichtung.
Nach der Halbzeitpause wurde deutlich, dass Union durchaus noch mehr Offensivkraft gebrauchen kann. Bis auf einige Tempoläufe von Hollerbach blieben die Berliner ungefährlich. Deshalb mussten sie bis zum Schluss um den Heimsieg zittern. St. Paulis Adam Dzwigala kam mit einem Seitfallzieher dem Ausgleich gefährlich nahe (77.).
