Union Berlin
: Eisernes Geheimnis, warum es gegen Bayern München immer so gut läuft

Der 1. FC Union Berlin verpasst gegen Bayern München nur knapp eine Überraschung im DFB-Pokal. Der Rekordmeister und Rekordpokalsieger liegt neuerdings den Eisernen – das ist der Grund.
Von
Frank Noack
Berlin
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DFB-Pokal (Achtelfinale): 1. FC Union - FC Bayern 2025/26: Fußball, Herren, Saison 2025/2026, DFB-Pokal (Achtelfinale), 1. FC Union Berlin - FC Bayern München, v. l. Harry Kane (Bayern München), Aljoscha Kemlein (1. FC Union Berlin), 03.12.2025, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

Harte Gegenwehr von Union Berlin: Der FC Bayern München bekam im Achtelfinale des DFB-Pokals nichts geschenkt. Hier kämpfen Bayerns Superstar Harry Kane (links) und Aljoscha Kemlein um den Ball.

Sebastian Räppold/Matthias Koch
  • Union Berlin unterlag Bayern München knapp mit 2:3 im DFB-Pokal-Achtelfinale.
  • Das Spiel bot fünf Tore, zwei Eigentore, zwei Elfmeter und zwei nicht gegebene Treffer.
  • Leopold Querfeld traf als Erster zweimal per Elfmeter gegen Manuel Neuer in einem Profispiel.
  • Hohe Intensität und Teamgeist gaben Union Berlin ein gutes Gefühl auf dem Platz.
  • Nach dem Pokalspiel folgt für Union das Ligaspiel in Wolfsburg am Samstag um 15:30 Uhr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Insgesamt fünf Tore, zwei historische Elfmeter, zwei Eigentore und dazu noch zwei nicht gegebene Tore – Fußballherz, was willst du mehr? Aus Sicht des 1. FC Union Berlin ist die Antwort recht simpel: Natürlich ins Viertelfinale des DFB-Pokals einziehen. Der FCU verpasste die große Überraschung – das war das einzige Manko an einem denkwürdigen Pokalabend, an dem sich Bayern München letztlich zum 3:2 (2:1)-Sieg gegen die Eisernen aus Köpenick zitterte.

Ein indirektes Lob für die couragierte Leistung gegen den Rekordmeister und Rekordpokalsieger gab es von höchster Stelle – nämlich von Bayerns Superstar Harry Kane. „Es war ein schwieriger Kampf, ein wirklich schwieriger Kampf, viele lange Bälle und viele Zweikämpfe“, räumte der Kapitän der englischen Nationalmannschaft nach dem Schlusspfiff im Sky-Interview ein.

Lob von Bayerns Superstar Harry Kane

In der Tat sahen die 22.012 Zuschauer eine ganz andere Mannschaft von Union Berlin als am Wochenende bei der 1:2-Niederlage gegen den FC Heidenheim. Selbst von den beiden Eigentoren durch Ilyas Ansah und Diogo Leite in der ersten Halbzeit ließ sich die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart nicht schocken. Nach der Pause starteten die Eisernen einen regelrechten Sturmlauf. „Trotz der Rückstände sind wir immer klar geblieben.

Wir haben weiter an uns geglaubt. Deshalb konnten wir uns immer wieder herankämpfen und hatten einen Pokalabend, wo zwei Mannschaften alles für das Weiterkommen gegeben haben“, erklärte Baumgart. In der Tat hatte Union zahlreiche Möglichkeiten, um zumindest die Verlängerung zu erzwingen.

Doppel-Torschütze Leopold Querfeld hatte trotz der Niederlagen viel Spaß an diesem Spiel. Zumal der Österreicher mit seinen beiden Treffern vom Elfmeterpunkt eine historische Leistung vollbrachte: Er ist der erste Schütze, der Manuel Neuer in einem Profispiel zwei Elfmeter in den Kasten haute. „Respekt für Manuel Neuer und seine großartige Karriere.  Dass man gegen einen Weltklasse-Torhüter zwei Tore in einem Spiel macht, ist schon geil“, sagte Querfeld. „Mir tut es natürlich leid, dass wir uns trotzdem nicht belohnen konnten.“

Stellt sich die Frage: Warum spielt der 1. FC Union neuerdings gegen die Bayern immer so groß auf? In diesem Kalenderjahr gab es in der Bundesliga zwei Remis und nun die knappe Niederlage im DFB-Pokal. Natürlich liegt es an der besonderen Motivation gegen Stars wie Harry Kane & Co. Es liegt nach Ansicht von Aljoscha Kemlein aber auch an der Intensität, die am Mittwochabend deutlich höher war als zum Beispiel bei der Last-Minute-Niederlage gegen Heidenheim.

„Diese Gier, jedem Ball nachzujagen, hat uns in den vergangenen Jahren stark gemacht. Gegen Bayern ist jeder ist für jeden gelaufen. Das hat uns ein extrem gutes Gefühl auf dem Platz gegeben“, analysierte Kemlein. „Und wenn wir es nicht schaffen, diese Intensität immer auf den Platz zu bringen, dann gilt es zumindest, solche Spiele wie Heidenheim trotzdem zu ziehen.“

Denn in der Bundesliga-Tabelle liegt Union Berlin zwar auf Platz 11, darf sich aber nicht allzu viele Ausrutscher wie gegen Heidenheim leisten. Andernfalls droht erneut Abstiegskampf. Nach dem Pokal-Feiertag gegen Bayern folgt mit dem Auswärtsspiel in Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr) jetzt wieder die Liga-Alltag. Die Intensität soll und muss weiter hoch bleiben.

Im Video: Pressekonferenz Union Berlin gegen Bayern München