Union Berlin: Erstes Heimspiel, erster Sieg – Bjelica beendet Sieglos-Serie
Nenad Bjelica stürzte sich in die rot-weiße Jubeltraube und feierte gemeinsam mit seinen Spielern das erlösende Erfolgserlebnis. Der neue Cheftrainer führte den 1. FC Union Berlin mit dem 3:1 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach bei seiner Heimpremiere zum ersten Sieg seit über einem Vierteljahr.
Durch diesen Dreier nach insgesamt 16 sieglosen Spielen verließen die Eisernen aus Köpenick zumindest vorübergehend die Abstiegsränge der Fußball-Bundesliga. Den für lange Zeit letzten Sieg hatte es am 28. August mit dem 4:1 bei Darmstadt 98 gegeben. Am Samstag konnte die Eisernen und ihre Fans endlich wieder jubeln.
„Es war ein absolut verdienter Sieg. Ich freue mich für die Spieler und den gesamten Verein. Es war zuletzt viel Frust dabei, heute können wir ein bisschen feiern“, sagte Nenad Bjelica..
Vor 22012 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei hatte Kevin Volland die Gastgeber in der 24. Minute per Foulelfmeter in Führung geschossen. Benedict Hollerbach (50.) und Mikkel Kaufmann (75.) bauten den Vorsprung aus. Mönchengladbach kam lediglich noch zum 1:3 durch Alassane Plea (77.).
Bjelica stellt Startelf um – bleibt aber bei seiner Taktik
Vor allem in der Offensive zeigte sich der FCU variabler als in den zurückliegenden Partien. Das Team von Nenad Bjelica erspielte sich deutlich mehr Torchancen als bei den vorherigen Versuchen, die quälend lange Sieglos-Serie endlich zu beenden.
Bei seiner Premiere im Stadion An der Alten Försterei stellte der neue Union-Trainer Nenad Bjelica die Mannschaft im Vergleich zum Champions-League-Spiel in Braga auf zwei Positionen um. Für Lucas Tousart und Aissa Laidouni rückten Janik Haberer und Benedict Hollerbach in die Startelf der Eisernen.
Keine Änderung gab es in der taktischen Ausrichtung: Bjelica vertraute erneut der Viererkette in der Abwehr. Die unter Urs Fischer übliche Dreierkette scheint damit in Köpenick endgültig der Vergangenheit anzugehören.
Mannschaft und Trainer starteten engagiert in dieses Heimspiel. Nach 20 Minuten ruderte Nenad Bjelica wild mit den Armen und forderte noch mehr Unterstützung von der Haupttribüne. Bis dahin waren die Gastgeber immer dann gefährlich, wenn die Angriffe über den agilen Benedict Hollerbach auf der rechten Außenbahn liefen.
Luca Netz aus Wandlitz verursacht Handelfmeter
Beim Führungstreffer in der 24. Minute hatte der FCU dann auch ein wenig Glück. Im Luftduell prallte der Ball an die Hand von Luca Netz – den fälligen Strafstoß verwandelte Kevin Volland sicher.
Netz avancierte damit ausgerechnet in Berlin zum Pechvogel. Er war über seinen Heimatverein FSV Bernau bereits als Siebenjähriger zu Hertha BSC gekommen. Nach zehn Jahren im Nachwuchs war der Linksverteidiger dann im Sommer 2021 nach Mönchengladbach gewechselt. Dort hat sich der Wandlitzer in diesem Sommer als Stammspieler etabliert.
Den zweiten Aufreger in Halbzeit eins gab es in der 33. Minute, als Julian Weigl mit einer Grätsche an der Seitenlinie den Unioner Jerome Roussillon ziemlich schmerzhaft von den Beinen holte. Schiedsrichter Martin Petersen beließ es zwar bei Gelb für Weigl – deutete mit einer Handbewegung aber an, dass die Aktion nicht weit von Rot entfernt war. Auch in der Folgezeit blieben die Gastgeber das spielbestimmende Team und verdienten sich damit die knappe 1:0-Führung zur Halbzeitpause.
Unmittelbar nach Wiederbeginn avancierte Benedict Hollerbach mit seinem Treffer zum 2:0 (50.) endgültig zu einem der Matchwinner bei der erfolgreichen Heimpremiere von Nenad Bjelica. Gegen den Flachschuss von Hollerbach war der Ex-Unioner Moritz Nicolas im Tor der Gladbacher machtlos. Bjelica gehörte beim ausgelassenen Jubel an der Seitenlinie zu den ersten Gratulanten.
Danach bewies er ein glückliches Händchen und schickte unter anderen Mikkel Kaufmann ins Spiel. Der Däne bedankte sich bei seiner ersten Aktion mit einer beherzten Einzelleistung und dem sehenswerten Schuss zum 3:0 (75.). Weil Gladbachs Plea kurz darauf per Kopf traf (78.), wackelte dieser so lange ersehnte Sieg der Berliner noch etwas. Als Schiedsrichter Petersen die Partie dann aber beendete, fielen in Berlin-Köpenick tausende Steine von den Fußballherzen. Nenad Bjelica, der in den Pressekonferenzen sehr kontrolliert auftritt, hat das Glück an die Alte Försterei zurückgebracht – und vor allem viele Emotionen. „Wer mich bisher nicht gekannt hat, der kennt mich jetzt. Ein Bjelica ist immer mit Emotionen dabei, auch wenn das manchmal anders wirkt“, erklärte er mit Blick auf seine Jubel-Explosion.




