Union Berlin
: „Extrem unangenehm“ - Eiserne nerven RB Leipzig und Bayern München

Der 1. FC Union Berlin hat gegen die Topteams der Fußball-Bundesliga eine bemerkenswerte Bilanz. Das kommt selbst für die Spieler ein wenig überraschend. Es gibt allerdings ein Problem.
Von
Frank Noack
Berlin
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1.BL 1. FC Union - RB Leipzig 2025/26: Fußball, Herren, Saison 2025/2026, 1. Bundesliga (14. Spieltag), 1. FC Union Berlin - RB Leipzig, Janik Haberer (1. FC Union Berlin), Christoph Baumgartner (RB Leipzig), Rani Khedira (1. FC Union Berlin), 12.12.2025, Foto: Matthias Koch

Ganz schön eklig: Rani Khedira (rechts) von Union Berlin setzt in diesem Zweikampf den Leipziger Christoph Baumgartner unter Druck. „Union Berin ist eine unfassbar unangenehme Mannschaft“, findet Baumgartner.

Matthias Koch
  • Union Berlin besiegt RB Leipzig mit 3:1 und zeigt Heimstärke im Stadion an der Alten Försterei.
  • Nach drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge gelingen wieder Stürmertore, zuletzt durch Ansah, Burke und Skarke.
  • Union überzeugt mit Kampfgeist und Verteidigung, speziell gegen Topteams wie Bayern und Leipzig.
  • Herausforderung bleibt die Konstanz gegen weniger prominente Gegner wie Heidenheim oder Köln.
  • Ziel ist, Leistungen wie gegen Leipzig auch in anderen Partien regelmäßig zu zeigen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Christoph Baumgartner hat in seiner Karriere mit RB Leipzig und der Nationalmannschaft schon einiges erlebt. Fußballspiele gegen den 1. FC Union Berlin im Stadion an der Alten Försterei – noch dazu unter Flutlicht wie am Freitagabend – gehören definitiv nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen des Österreichers. „Hier zu spielen, ist immer extrem unangenehm. Das ist eine unfassbar unangenehme Mannschaft, speziell zu Hause“, sagte Baumgartner.

Betrachtet man die Dinge aus Sicht von Union Berlin, dann lässt sich konstatieren: Die Eisernen haben beim 3:1 (0:0)-Sieg gegen den Tabellenzweiten aus Leipzig viele Dinge richtig gemacht. In der ersten Halbzeit standen die Gastgeber stabil in der Defensive. Nach der Pause spielten sie auch mutig nach vorn und schossen zum richtigen Zeitpunkt die Tore. „Die Jungs haben sich immer mehr reingekämpft. Die zweite Halbzeit war dann das, was wir sehen wollen. Wir haben jeden Zweikampf angenommen und gut nach vorn gespielt“, lobte Trainer Steffen Baumgart.

Endlich treffen die Stürmer von Union Berlin

Vor allem das zwischenzeitliche 2:1 durch Ilyas Ansah (63.) brachte die Partie in die von Baumgart gewünschte Richtung. „Die Situationen, die sich ergeben haben, haben wir konsequent genutzt. Gegen eine sehr gute Mannschaft war das harte Arbeit“, erklärte er sichtlich erleichtert. Immerhin hatte der FCU zuvor drei Pflichtspiele in Folge verloren. Mit einem Schmunzeln quittierte Baumgart übrigens die Tatsache, dass mit Oliver Burke, Ilyas Ansah und Tim Skarke drei Stürmer für die Tore verantwortlich waren. Das letzte Stürmertor hatte es am 4. Spieltag gegeben.

Der 1. FC Union hat es also schon wieder getan: Er hat gegen ein Topteam der Bundesliga eine starke Leistung auf dem zugegebenermaßen immer schlechter werdenden Rasen im Stadion an der Alten Försterei gezeigt. Der Tabellenzweite Leipzig musste alle drei Punkte in Köpenick lassen. Bayern München hatte sich in der Bundesliga dank des späten Treffers von Harry zu einem 2:2-Remis gerettet. Im DFB-Pokal brachten die in der 2. Halbzeit stark wankenden Bayern ein knappes 3:2 gerade so über die Zeit.

1.BL 1. FC Union - RB Leipzig 2025/26: Fußball, Herren, Saison 2025/2026, 1. Bundesliga (14. Spieltag), 1. FC Union Berlin - RB Leipzig, v. l. Ilyas Ansah (1. FC Union), Derrick Köhn (1. FC Union Berlin), Jubel nach Tor zum 2:1, 12.12.2025, Foto: Matthias Koch

Erleichterung bvei Union Berlin: Ilyas Ansah (links) und Derrick Köhn jubeln gegen RB Leipzig. Erstmals seit dem 4. Spieltag gab es auch wieder Stürmertore bei den Eisernen.

Matthias Koch

Die Bilanz von Union Berlin gegen Bayern München und RB Leipzig in diesem Kalenderjahr kann sich sehen lassen. In fünf Spielen gab es einen Sieg, drei Remis und nur eine Niederlage. Im Vergleich zum Heimspiel gegen den FC Heidenheim, als man in der Schlussphase noch zwei Gegentreffer kassierte und letztlich 1:2 verlor, war die Mannschaft nicht wiederzuerkennen.

Warum zeigt der FCU immer wieder zwei so unterschiedliche Gesichter? „Das ist eine sehr, sehr gute Frage“, räumte Linksverteidiger Derrick Köhn am Freitagabend ein. „Das fragen wir uns im Team manchmal auch selber. Denn wir versuchen ja, jedes Spiel zu gewinnen und immer alles auf dem Platz zu lassen.“

Womöglich sind es genau die typischen Union-Tugenden, die in solchen Spielen gegen Topteams wie Bayern München und Leipzig gefragt sind. Die Eisernen kämpften um jeden Ball, um jeden Zweikampf und um jeden Meter Rasen. „Wir waren eklig und haben Leipzig nicht zum Spielen kommen lassen. Wir haben genau das umgesetzt, was uns ausmacht“, freute sich Tim Skarke im Interview bei AFTV nach dem Sieg und seinem Bundesliga-Premierentor für den 1. FC Union. „Wir haben unsere Heimstärke gezeigt und bewiesen, wozu wir als Mannschaft in der Lage sind.“ Die laute Musik, die nach dem Schlusspfiff aus der Kabine kam, stand sinnbildlich für die große Erleichterung nach zuletzt drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge.

Diese Robustheit in den Duellen gegen die Topteams ist eine gute Nachricht. Die schlechte Nachricht: Es geht eben nicht jede Woche gegen Bayern München oder RB Leipzig – das ist das Problem. Gerade dann, wenn andere Tugenden gefragt sind – mehr Spielwitz und offensive Kreativität – tut sich die Mannschaft schwer und gibt sogar Partien wie gegen Heidenheim in der Schlussphase aus der Hand.

Im letzten Spiel des Jahres geht es am Samstag gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr). Die Rheinländer sind weder München noch Leipzig. Genau darin liegt für die Eisernen die Chance, aber auch die Herausforderung. „Unser Ziel muss sein, diese Leistung auch gegen andere Gegner konstant abzurufen“, wünschte sich Derrick Köhn.

Im Video: Pressekonferenz Union Berlin gegen RB Leipzig