Union Berlin gegen Bayern München
: Trainer Nenad Bjelica fordert Abstiegskampf am Limit

Union Berlin spielt am Samstag in der Fußball-Bundesliga gegen Bayern München. Haben die Gäste schon Real Madrid im Hinterkopf?
Von
Frank Noack
Berlin
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1. FC Union Training 2023/24: Fussball, Herren, Saison 2023/2024, 1. Bundesliga, 1. FC Union Berlin, Trainingszentrum An der Alten Försterei, Training auf neuem Trainingsplatz an der Hämmerlinghalle, Trainer Nenad Bjelica (1. FC Union Berlin), 15.04. 2024, Foto: Matthias Koch

Duell gegen Bayern München: Trainer Nenad Bjelica (Union Berlin) schwört seine Mannschaft auf den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga ein.

Matthias Koch

Trainer Nenad Bjelica vom 1. FC Union Berlin begann seinen Ausblick auf das Heimspiel gegen Bayern München am Samstag (20. April) mit einer Lobeshymne. „Ich gratuliere Bayern München und Borussia Dortmund zum Einzug ins Champions-League-Halbfinale. Das ist eine tolle Geschichte für den deutschen Fußball und zeigt, wie stark die Bundesliga ist“, erklärte Bjelica.

Die Botschaft hinter dieser Lobeshymne: Der FC Bayern kann in dieser Bundesliga-Saison zwar nicht mehr deutscher Meister werden, weil der Titel am vergangenen Wochenende schon an Bayer Leverkusen ging. Dennoch gehört der Rekordmeister aus Sicht von Bjelica nach wie vor zu den Topteams in Fußball-Europa und steht deshalb zu Recht im Halbfinale der Champions League.

So unterschiedlich wie die Ambitionen beider Clubs ist auch die Ausgangsposition für das Duell am Samstag im Stadion An der Alten Försterei (Beginn um 18.30 Uhr). Während für Bayern München nach der verpassten Meisterschaft nun das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid in eineinhalb Wochen im Vordergrund stehen dürfte, geht es für die Eisernen aus Köpenick ums Überleben in der Bundesliga, sprich den Klassenerhalt. „Es ist eine große Herausforderung, gegen Bayern München zu spielen. Aber auch in diesem Spiel gibt es drei Punkte zu gewinnen. Wir werden versuchen, am Limit zu spielen“, erklärt Nenad Bjelica.

Das Problem aus Sicht des FCU: Eigentlich hatte man sich schon aus den gefährdeten Tabellen-Regionen verabschiedet. Nach der 0:2-Niederlage am vergangenen Wochenende beim FC Augsburg sind die Abstiegssorgen in Köpenick jedoch wieder allgegenwärtig. Der zwischenzeitlich komfortable Vorsprung auf den Relegationsrang 16 ist auf nur noch drei Punkte zusammengeschmolzen. Und er könnte am 30. Spieltag noch kleiner werden. Der FSV Mainz als Tabellen-16. kann mit einem Sieg vorbeiziehen. Zudem treffen im Kellerduell Wolfsburg (14.) und Bochum (15.) aufeinander.

Deshalb hatte Nenad Bjelica nach der Niederlage in Augsburg ausdrücklich den Kampf um den Klassenerhalt ausgerufen. Vor dem Gastspiel des FC Bayern erneuerte der Union-Trainer diese Ansage noch einmal mit Nachdruck. „Wir haben immer gesagt, dass wir weiter punkten müssen. Aber wir sind trotzdem in eine Komfortzone gerutscht. 29 Punkte werden nicht reichen. Deshalb schlage ich Alarm, bevor es zu spät ist“, warnte Bjelica und stellte erneut klar: „Wir sind weiter im Abstiegskampf.“

Union Berlin spielt gegen Bayern München

Gerade rechtzeitig für die große Herausforderung gegen Bayern München hat sich die personelle Lage bei den Eisernen wieder verbessert. Robin Gosens und Lucas Tousart haben ihre Sperren abgesessen. Beide Leistungsträger der vergangenen Wochen dürften von der Tribüne direkt in die Startelf rotieren. Auch die zuletzt angeschlagenen Josip Juranovic, Jerome Roussillon und Yorbe Vertessen sind zurück im Mannschaftstraining. Bjelica stellte dem Trio zumindest einen Kurzeinsatz gegen Bayern München in Aussicht.

Und auch der Coach selbst konnte positive Nachrichten bezüglich seines eigenen Gesundheitszustandes vermelden. Bjelica musste in dieser Woche einen Tag mit dem Training aussetzen und zudem seine Teilnahme an einem Fantreffen absagen. „Ich habe hohes Fieber bekommen. Wir haben beschlossen, das Problem mit einem Antibiotikum zu lösen. Ich bin aber voll einsatzbereit“, sagte der Kroate am Donnerstag.

Überhaupt nichts anfangen kann Nenad Bjelica dagegen mit der vagen Hoffnung, dass Bayern München am Samstag im Stadion An der Alten Försterei eventuell schon Real Madrid anstatt Union Berlin im Kopf haben könnte. „Klar, hat Real Madrid für sie Priorität. Aber auch die Ersatzspieler von Bayern München besitzen eine hohe Qualität. Es wird ein schweres Spiel für uns“, blickte Bjelica voraus.