Union Berlin gegen Dortmund
: Kunstschuss sorgt für erste Heimniederlage unter Bjelica

Union Berlin verliert in der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Dortmund. Vor dem Anpfiff gibt es einen emotionalen Abschied im Stadion An der Alten Försterei. Dann trauert der FCU seinen Chancen hinterher.
Von
Frank Noack
Berlin
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  • In dieser Szene kämpfen Andras Schäfer (rechts) von Union Berlin und der Dortmunder Emre Can um den Ball.

    In dieser Szene kämpfen Andras Schäfer (rechts) von Union Berlin und der Dortmunder Emre Can um den Ball.

    Imago/Michael Täger
  • Gegen den Kunstschuss von Dortmunds Karim Adeyemi (rechts) ist Frederik Rönnow im Tor von Union Berlin machtlos.

    Gegen den Kunstschuss von Dortmunds Karim Adeyemi (rechts) ist Frederik Rönnow im Tor von Union Berlin machtlos.

    Eibner-Pressefoto/Claudius Rauch
  • Der Ex-Unioner Julian Ryerson (Borussia Dortmund, Mitte) wurde vor dem Anpfiff von Präsident Dirk Zingler (links) und Manager Oliver Ruhnert offiziell verabschiedet.

    Der Ex-Unioner Julian Ryerson (Borussia Dortmund, Mitte) wurde vor dem Anpfiff von Präsident Dirk Zingler (links) und Manager Oliver Ruhnert offiziell verabschiedet.

    Sebastian Räppold/Matthias Koch
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Jetzt ist es also doch passiert. Der 1. FC Union Berlin hat die erste Heim-Niederlage unter Trainer Nenad Bjelica in der Fußball-Bundesliga kassiert. Die Eisernen aus Köpenick unterlagen Borussia Dortmund am Samstag mit 0:2 (0:1).

Während der FCU trotz der Niederlage als Tabellen-14. weiterhin auf Kurs Klassenerhalt liegt, durfte Dortmunds Trainer Edin Terzic nach diesem Sieg in Berlin tief durchatmen. Der unter Druck stehende Coach nahm mit diesem Auswärtssieg in der Diskussion um seine Person zumindest etwas Druck aus dem Kessel. „Wir sind zufrieden mit dem Sieg, wissen aber, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Wir haben zuletzt einige Dinge liegengelassen. Jetzt gilt es, sich diese Dinge Stück für Stück zurückzuholen“, sagte ein sehr gefasst wirkender Terzic.

Karim Adeyemi erzielte in der 41. Minute mit einem Kunstschuss an die Lattenunterkante die Dortmunder Führung. Ian Maatsen traf zum 2:0-Endstand (89.). Union-Trainer Nenad Bjelica haderte mit der schlechten Chancenverwertung. „In der ersten halben Stunde war wir sehr stark und haben viele Bälle erobert. Wir hatten einige Möglichkeiten, um das erste Tor zu schießen. Ich bin trotz der Niederlage zufrieden damit, wie sich die Mannschaft kämpferisch präsentiert hat. Leider waren wir nicht effizient genug“, meinte Bjelica.

Abschied von Julian Ryerson

Vor dem Anpfiff gab es aber erst einmal die emotionale Verabschiedung von Julian Ryerson. Der 26 Jahre alte Abwehrspieler war zwar bereits im Januar 2023 für eine Ablösesumme von fünf Millionen Euro von Köpenick nach Dortmund gewechselt. Am Samstag kehrte er erstmals ins Stadion An der Alten Försterei zurück.

Anders als kürzlich für den zum VfL Wolfsburg gewechselten Kevin Behrens gab es für Julian Ryerson keinerlei Pfiffe von den Fans – dafür aber das obligatorische „Fußballgott“. Das erste Wiedersehen mit Ryerson im BVB-Trikot gab es im April 2023 in Dortmund. Damals war der Ex-Unioner und Aufstiegsheld von 2019 nach dem Schlusspfiff zum Berliner Fanblock gegangen und wurde euphorisch gefeiert.

Einen Julian Ryerson im Kader hätte Union-Coach Nenad Bjelica wahrscheinlich auch am Samstag gern gehabt. Denn mit Robin Gosens fiel der etatmäßige Linksverteidiger aufgrund der fünften Gelben Karte aus. Anstelle des Nationalspielers rückte Jerome Roussillon wie angekündigt in die Startelf. Roussillon hatte kürzlich außerhalb des Rasens für Schlagzeilen gesorgt, indem er dank seiner Schnelligkeit einen Uhren-Dieb auf frischer Tat stellte.

In der sehr intensiv geführten Partie waren die Gastgeber zunächst das geradlinigere Team und setzten mit der Wucht des Publikums im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei sowie großer Willensstärke den BVB vor allem über die rechte Seite unter Druck. Der Schuss von Lucas Tousart rauschte in der 6. Minute links knapp am Pfosten vorbei.

Die Gäste aus Dortmund brauchten eine halbe Stunde, um zu ihrer Ballsicherheit zu finden. Auch die Borussia kam dann zu mehreren Torchancen. In der 35. Minute rettete Torhüter Frederik Rönnow reaktionsschnell gegen Nico Schlotterbeck. Danach war Rönnow machtlos: Eine weitere Möglichkeit nutzte Karim Adeyemi in der 41. Minute mit einer tollen Einzelleistung zum Führungstreffer. Adeyemi dribbelte an der Strafraumgrenze nach innen und zog dann ab – sein Kunstschuss mit Links prallte von der Unterkante der Latte unerreichbar für Rönnow ins Tor. Dortmund jubelte, die Eisernen trauerten dagegen den vergebenen Chancen in der Startphase hinterher.

Alexander Meyer rettet für Dortmund

Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte der 1. FC Union wieder das Tempo. BVB-Torhüter Alexander Meyer rückte jetzt mehr und mehr in den Mittelpunkt. Der Ex-Keeper von Energie Cottbus rettete nach 56 Minuten gegen den Schuss von Kevin Volland aus Nahdistanz. „Ich habe einfach versucht, mich ganz groß zu machen. Als Torwart braucht man natürlich auch mal das Quäntchen Glück“, erklärte Meyer.

Union-Trainer Nenad Bjelica brachte in der Schlussphase eine Offensivkraft nach der nächsten ins Spiel – zum Ausgleichstreffer reichte es jedoch nicht, weil Dortmund den Ball geschickt laufen und den Kontrahenten nur noch selten in Tornähe kommen ließ. Stattdessen kamen die Gäste nach einem Konter über Ian Maatsen zum 2:0 (89.).

Tabelle der Fußball-Bundesliga mit Union Berlin