Union Berlin in der Bundesliga
: So weit ist der Weg zum Klassenerhalt nach Sieg gegen Bremen

Union Berlin hat mit dem Sieg gegen Werder Bremen einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Wieviele Punkte fehlen jetzt noch? Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt eine interessante Tendenz.
Von
Frank Noack
Berlin
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Torhüter Frederik Rönnow von Union Berlin hatte beim Heimsieg gegen Werder Bremen alles im Griff.

Andreas Gora/dpa

Die Tabelle der Fußball–Bundesliga nach dem 26. Spieltag muss man sich aus Sicht des 1. FC Union Berlin zwar nicht unbedingt übers Bett hängen — aber sie sieht zumindest deutlich besser aus als noch im Herbst, als die Eisernen eine Niederlage nach der nächsten kassierten.

Mit dem 2:1–Sieg gegen Werder Bremen hat Union Berlin am Samstag einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. „Wir schauen natürlich auf die Tabelle und auf die direkte Konkurrenz. Für uns ist es wichtig, dass wir Abstand gewinnen, dass wir Punkte sammeln“, sagte Kapitän Christopher Trimmel nach dem Sieg gegen Bremen.

Zehn Punkte Vorsprung beträgt der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz, neun auf den Relegationsrang 15. „Natürlich gibt uns das eine gewisse Sicherheit. Ich freue mich für die Mannschaft und den gesamten Verein, dass wir langsam aus einer sehr schwierigen Situation herauskommen“, erklärte Union–Trainer Nenad Bjelica nach dem Bremen–Spiel.

Wie gesagt: Der Klassenerhalt für Union Berlin ist mittlerweile sehr realistisch — aber eben noch längst nicht in trockenen Tüchern. „28 Punkte werden nicht reichen, um die Klasse zu halten“, warnte Bjelica.

Stimmt. Die 40–Punkte–Marke gilt in der Bundesliga weiterhin als magische Grenze im Kampf gegen den Abstieg. Wie lief es in den vergangenen Jahren? In der Saison 2022/23 reichten dem FC Augsburg 34 Punkte für Platz 15 und damit den Klassenerhalt. Der VfB Stuttgart musste mit einem Punkt weniger in die Relegation. 2021/22 hielt Stuttgart mit 33 Zählern die Klasse. 2020/21 blieb Arminia Bielefeld mit 35 Punkten drin.

Der Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre zeigt: Die magischen 40 Punkte waren nie wirklich nötig. Die meisten Zähler mussten 2016/17 (FSV Mainz) und 2015/16 (TSG Hoffenheim) her. Beide Clubs sicherten sich damals mit jeweils 37 Punkten den Klassenerhalt.

Hammer–Heimspiele für Union Berlin

Eine weitere interessante Tendenz: Wenn drei Vereine mit ähnlicher Punktzahl relativ abgeschlagen im Tabellenkeller rangierten, machte das den Klassenerhalt für die Konkurrenz deutlich leichter, weil ihrerseits weniger Punkte notwendig waren. Gut für Union Berlin: In dieser Saison gibt es mit Mainz, Köln und Darmstadt genau eine solche Dreierkonstellation im Tabellenkeller.

Und was bedeutet das nun ganz konkret für den FCU? Nach Lage der Dinge benötigen die Köpenicker aus den verbleibenden acht Spielen noch zwei Siege, um endgültig für die mittlerweile sechste Saison in der Bundesliga planen zu können. Der Fokus dürfte dabei weiterhin auf den Heimspielen liegen. Immerhin hat man 20 der insgesamt 28 Punkte im Stadion An der Alten Försterei geholt.

Doch die nächsten beiden Hammer–Heimspiele haben es in sich. Am 6. April kommt Tabellenführer Bayer Leverkusen, am 20. April geht es gegen Bayern München. Es sind sozusagen Bonusspiele — aber jeder dieser möglichen Bonuspunkte hilft natürlich auf dem Weg zum Klassenerhalt. „Wir tun gut daran, erstmal über die Linie zu gehen“, sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert am Sonntag in der Sendung „Doppelpass“ von Sport 1.