Union Berlin
: Frust-Rot für Khedira tut doppelt weh – „er hat sich selbst erschrocken“

Auch das noch! Union Berlin muss in den nächsten Bundesliga-Spielen vermutlich auf Rani Khedira verzichten. Er flog in Bremen vom Platz. Es gibt aber zumindest eine kleine Positiv-Nachricht.
Von
Frank Noack
Bremen
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  • Rot für Rani Khedira: Der Mittelfeldspieler von Union Berlin flog gegen Werder Bremen vom Platz.

    Rot für Rani Khedira: Der Mittelfeldspieler von Union Berlin flog gegen Werder Bremen vom Platz.

    dpa
  • Rani Khedira (Union Berlin) am Boden: Er ging viel zu forsch in den Zweikampf mit Romano Schmid von Werder Bremen.

    Rani Khedira (Union Berlin) am Boden: Er ging viel zu forsch in den Zweikampf mit Romano Schmid von Werder Bremen.

    Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn
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Es war ein schwerer Gang für Rani Khedira im strömenden Regen. Der Mittelfeldspieler von Union Berlin lief nach seiner Roten Karte im Spiel bei Werder Bremen (0:2) auf dem Weg in die Kabine direkt auf den Fanblock der Gastgeber zu. Die Bremer Anhänger bejubelten den Platzverweis – Union Berlin tut diese Rote Karte dagegen gleich doppelt weh.

Der nach einer Wadenverletzung vom August gerade erst wieder genesene Mittelfeld-Chef der Eisernen aus Köpenick. Khedira ging in der 70. Minute im Mittelfeld mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Romano Schmidt und traf den Bremer in Brusthöhe. Es war ein eigentlich untypisches Frust-Foul für den Routinier.

„Er kommt zu spät in den Zweikampf und hat sich dann selbst erschrocken. Das ist diese typische Geschichte. Gott sei Dank ist nichts passiert“, fasste Manager Oliver Ruhnert die Situation zusammen. Seine Prognose: „Rohes Spiel, das bedeutet im Regelfall zwei bis drei Spiele Sperre.“

Der Platzverweis beendete am Samstag im Bremer Weserstadion abrupt das Aufbäumen der Gäste nach dem 0:1-Rückstand aus der ersten Halbzeit. Kurz nach der Roten Karte für Khedira fiel der zweite Treffer für Werder Bremen. Er entschied das Kellerduell vorzeitig zugunsten der Gastgeber. Rani Khedira verfolgte den Rest der Partie von draußen.

Für den Mittelfeld-Chef des FCU kommt dieser Platzverweis zur Unzeit. Denn Khedira war nach der wochenlangen Verletzungspause gerade dabei, wieder seinen Rhythmus zu finden. Gemeinsam mit Robin Knoche und Kapitän Christopher Trimmel gilt er als einer der Schlüsselspieler im Kampf gegen die Krise in Köpenick. Das 0:2 in Bremen war die zehnte Pflichtspiel-Niederlage in Folge.

Nach dem Champions-League-Spiel gegen den SSC Neapel hatte Khedira noch betont: „Für 90 Minuten hätte es heute einfach nicht gereicht. Das hat man mir wahrscheinlich auch angemerkt. Ich versuche, weiter an meinem Fitnesslevel zu arbeiten, dass ich bald wieder in alter Stärke über 90 Minuten da sein kann.“

Stattdessen muss er nun vermutlich erst einmal seine Rot-Sperre absitzen. Es gibt aber zumindest eine kleine Positiv-Nachricht: Im DFB-Pokalspiel beim VfB Stuttgart am Dienstag (18 Uhr) kann Khedira mitwirken. Das Rot aus der Bundesliga hat auf diesen Wettbewerb keine Auswirkungen.