Union Berlin
: „Skandal vor Gericht“– Zingler attackiert DFB und VfL Bochum

Union Berlin will die nachträgliche Niederlage gegen den VfL Bochum nicht hinnehmen. Die Eisernen legen Berufung ein und ziehen vor das Bundesgericht. Präsident Dirk Zingler nennt die Gründe.
Von
Frank Noack
Berlin
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Präsident Dirk Zingler von Union Berlin übt scharfe Kritik am Urteil des DFB-Sportgerichts. Verhandelt wurde am DFB-Campus in Frankfurt/Main.

Präsident Dirk Zingler von Union Berlin übt scharfe Kritik am Urteil des Sportgerichts. Verhandelt wurde am DFB-Campus in Frankfurt/Main.

Matthias Koch, Sebastian Räppold/Matthias Koch
  • Union Berlin legt Berufung gegen DFB-Urteil ein, das Niederlage gegen Bochum festlegt.
  • Präsident Zingler kritisiert Urteil als unsportlich und will alle rechtlichen Mittel ausschöpfen.
  • Nach Feuerzeugwurf bei 1:1-Spiel soll Bochum mit 2:0 als Sieger gewertet werden.
  • Urteil hat Auswirkungen auf Abstiegskampf; Bochum könnte von Platz 18 aufholen.
  • Union Berlin spielt am Samstag gegen Heidenheim.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem „Skandalspiel von Köpenick“ folgte nun der Skandal vor Gericht – das findet zumindest Präsident Dirk Zingler vom 1. FC Union Berlin. Die Eisernen aus Köpenick wollen die Niederlage vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen des Feuerzeugwurfs im Spiel gegen den VfL Bochum nicht hinnehmen. Der Verein wird Berufung gegen das Urteil einlegen. Das habe das Präsidium am Donnerstagabend entschieden, hieß es in einer Mitteilung von Union Berlin.

Zuvor hatte das DFB-Sportgericht in einer mündlichen Verhandlung pro Bochum entschieden. Die Partie, die am 14. Dezember 1:1 auf dem Spielfeld ausgegangen war, soll mit 2:0 für das Gäste-Team gewertet werden. Die Berufung wird jetzt am DFB-Bundesgericht abgehalten.

Dirk Zingler befürchtet „Schmierentheater“

Union-Präsident Zingler kritisierte mit drastischen Worten das DFB-Urteil. „Es ist schon schlimm genug, dass Personen bei Konzerten oder Sportveranstaltungen immer wieder Gegenstände auf Bühnen, in Innenräume oder auf den Rasen werfen“, sagte Zingler. „Viel schlimmer ist es jedoch, wenn jemand versucht, sich aus diesen für keinen Veranstalter zu verhindernden Ereignissen einen Vorteil zu verschaffen. Der eigentliche unsportliche Skandal hat nach dem Ereignis auf dem Rasen und heute vor Gericht stattgefunden.“

Der Klub werde laut Zingler „alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel ausschöpfen und gegen das heutige Urteil vorgehen“. Das Urteil schade „dem Fußball enorm“. Wenn eine „nutznießende Partei ihre Schwächung selber erklären“ könne, brauche man keine unparteiischen Schiedsrichter mehr. Der Union-Präsident betont: „Dem Betrug beziehungsweise einem Schmierentheater ist Tür und Tor geöffnet. Die benachteiligten Parteien werden nie in der Lage sein, das Gegenteil zu beweisen.“

Bochums Torwart Patrick Drewes war kurz vor Schluss von einem Feuerzeug am Kopf getroffen worden. Er hatte die Partie nicht zu Ende spielen können. „Für eine besondere Schauspieleinlage von Herrn Drewes oder für ein Komplott oder eine Schmierenkomödie haben wir nicht die entsprechenden Anhaltspunkte bekommen“, sagte Stephan Oberholz als Vorsitzender des Gremiums nach der rund dreistündigen mündlichen Verhandlung im Saal „Golden Goal“ auf dem DFB-Campus in Frankfurt/Main.

Union Berlin spielt in Heidenheim

Wenn das Urteil bestehen bleibt, dann hat es auch sichtbare Auswirkungen auf die Tabelle und den Abstiegskampf: Das bisherige Schlusslicht Bochum schließt durch den ihm zugesprochenen Sieg zum punktgleichen Vorletzten Holstein Kiel auf und hat nur noch zwei Zähler Rückstand auf den 1. FC Heidenheim. Union Berlin würde zwar auf Tabellenplatz 12 bleiben, hätte aber nur noch sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellen-16. Heidenheim. Am Samstag um 15.30 Uhr stehen sich beide Teams im direkten Duell in Heidenheim gegenüber.

Der FCU hatte den Feuerzeugwerfer nach eigenen Angaben ermittelt, eine Anzeige erstattet und ein dreijähriges Stadionverbot ausgesprochen. (mit dpa und SID)