Union Berlin
: Training in Neuruppin – warum Robin Gosens sich ein neues Knie wünscht

Union Berlin bleibt nah am Fan. Zu den meisten Einheiten lässt die Elf aus der Bundesliga Zuschauer im Trainingslager Neuruppin zu. Dabei ist der neue Torwart.
Von
Matthias Haack
Neuruppin
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Trainingslager 1. FC Union in Neuruppin 2024/25: Fußball, Herren, 1. Bundesliga, 1. FC Union Berlin, Saison 2024/2025, Trainingslager in Neuruppin, Robin Gosens (1. FC Union Berlin) gibt Fans Autogramme, 29.07. 2024, Foto: Matthias Koch

Andrang beim Trainingslager des 1. FC Union in Neuruppin: Auch Robin Gosens gab den Fans nach der ersten und zweiten Einheit am Montag Autogramme. Bis Donnerstag sind die Vormittagseinheiten im Stadion Neuruppin öffentlich.

Matthias Koch

Noch vor seiner Mannschaft betritt Trainer Bo Svensson am Montag den Rasen im Volksparkstadion Neuruppin. Locker jongliert der Coach einen Ball oder wirft ihn wieder und wieder an die Latte eines mittig aufgestellten Tores, als sich seine Spieler Minuten später aus dem Spielertunnel durch eine Gasse von Autogrammjägern arbeiten. Applaus flammt in dem Moment auf, als Nationalspieler Robin Gosens als Sechster des Teams um 16.28 Uhr auf die Sportanlage kommt.

Das Team des 1. FC Union Berlin ist nach der kroatischen Nationalmannschaft und den Profis von Hansa Rostock das dritte mit immenser Strahlkraft, das das schmucke und dank eines mehrmonatigen Kraftakts modernisierte Volksparkstadion als Trainingsstätte nutzt. Am Sonntag angekommen, bleiben die Eisernen bis Freitag und suchen in beinahe jeder Aktion die Nähe zum Fan.

Neuruppin zählt am ersten Trainingstag von Union 750 Zuschauer

Am ersten Tag kamen 250 Zuschauer am Vormittag, am Nachmittag das Doppelte ins Stadion an der Alt Ruppiner Allee. Was sie sahen, waren Übungen, die sowohl Fußballer als auch Zuschauer mögen: Fünf gegen Fünf, Drei gegen Drei, Zwei gegen Zwei oder in der finalen Einheit sogar Eins-gegen-Eins mit je einem Torwart.

Nicht nur in seinen Duellen gegen Lockenkopf Alex Kral gefiel Nationalspieler Robin Gosens, der für die Heim-EM vom Bundestrainer nicht nominiert worden war. Bei einer unglücklichen Aktion nach knapp einer Stunde des 80-minütigen Trainings rief der von Vereinen umworbene Gosens mit lockerer Zunge: „Ein neues Knie bitte.“ Minuten später verlud er Kral im Zweikampf oder schrie nach gelungenen Aktionen „Ja". Grund zum Zwischenapplaus von der glänzend besetzten Haupttribüne gab es ebenso für die wuchtigen Aktionen von Christopher Trimmel. Auch das Sprengen des Platzes zu auf die Einheiten abgestimmten Zeiten und Bereiche sorgte für einen steigenden Lautstärkepegel.

Fünf gegen Fünf: Mehrere Spielformen ließen Bo Svensson und sein Trainerteam direkt vor der Haupttribüne im Stadion Neuruppin zeigen.

Fünf gegen Fünf: Mehrere Spielformen ließen Bo Svensson und sein Trainerteam nicht irgendwo auf dem Rasen, sondern direkt vor der Haupttribüne im Stadion Neuruppin zeigen.

Matthias Haack

Wer das Bundesliga-Team des 1. FC Union bei einer Trainingseinheit sehen will, kann dies noch bis 1. August. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag steht die erste Einheit am Tag im Status mit öffentlichem Charakter. Jeweils ab 10.30 Uhr wird im Volksparkstadion Neuruppin trainiert. Eine halbe Stunde zuvor öffnet der gastgebende MSV Neuruppin den Einlass. Der Zutritt ist an allen Tagen kostenfrei, gastronomische Versorgung gibt es, Parkplätze stehen ausreichend direkt vorm Stadion zur Verfügung.

Union Berlin erweiterte sein Pool an Torwarten: Carl Klaus war bis zum Ende der vergangenen Spielzeit beim 1. FC Nürnberg aktiv und empfahl sich nach kurzer vereinsloser Zeit über ein Probetraining bei den Eisernen. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler trug auch das Trikot der Zweitligisten Darmstadt und Nürnberg. Beim Club hatte Klaus zunächst den Status der Nummer 2, übernahm aber in der Rückrunde den Job zwischen den Pfosten und trug dazu bei, den Klassenerhalt zu sichern. Während seiner Profikarriere schoss Carl Klaus ein Psychologie-Studium ab.

Bei den Köpenickern absolvierte er Probewochen und unterschrieb nun einen Vertrag. „Von Anfang an habe ich mich hier sehr wohlgefühlt und wurde vom Verein hervorragend aufgenommen. Daher bin ich stolz, Teil von Union zu sein und täglich mein Bestes für den Klub zu geben“, sagte Carl Klaus bei seiner Unterschrift. Auch ihn beobachteten am Montag die Fans in Neuruppin.