VfB Stuttgart – Union Berlin: Trotz Frust und Niederlage – diese Dinge machen Mut

Frust und Zuversicht bei Union Berlin nach der Niederlage beim VfB Stuttgart: Hier setzte sich Rani Khedira (rechts) im Zweikampf couragiert gegen den Stuttgarter Josha Vagnoman durch.
Matthias Koch- Union Berlin verlor 2:3 gegen VfB Stuttgart trotz 2:0-Führung.
- Wichtiges Heimspiel gegen VfL Bochum folgt.
- Frust und Zuversicht bei Union; Defensiv-Leistung in 1. Halbzeit lobenswert.
- Trainer Bo Svensson überraschte mit neuer Taktik.
- Ivan Prtajin debütierte in Bundesliga; Rönnow will Fehler gegen Bochum nicht wiederholen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit gesenkten Köpfen schlichen die Profis von Union Berlin nach der 2:3-Niederlage beim VfB Stuttgart aus dem Stadion. Wenn sich Frust in positive Energie umwandeln lässt, dann dürften die Eisernen jedenfalls gute Chancen haben, ihre mittlerweile sieben Pflichtspiele andauernde Sieglos-Serie in der Heimpartie gegen den VfL Bochum am Samstag (14. Dezember) endlich zu beenden. „Hoffentlich können wir mal wieder drei Punkte holen und uns für den Aufwand belohnen, den wir betreiben“, sagte Vize-Kapitän Rani Khedira.
Auch in Stuttgart betrieb die Mannschaft von Trainer Bo Svensson einen großen Aufwand. Sie spulte ein enormes Laufpensum ab und ließ in der ersten Halbzeit kaum Chancen des Gegners zu. Dank der Tore von Danilho Doekhi in der 37. Minute und Robert Skov (48.) führte der FCU zwischenzeitlich mit 2:0 in der MHP-Arena. Der Rest war dann aus Berliner Sicht jedoch Frust pur. Der eingewechselte Nick Woltemade (51., 59.) und Atakan Karazor (69.) schossen die Gastgeber doch noch zum 3:2-Sieg. „Wir haben nach unserem 2:0 nicht mehr gut verteidigt. Dadurch haben wir Stuttgart zurück ins Spiel kommen lassen. Das ist unerklärlich und unfassbar dumm. Das muss man so deutlich sagen“, kritisierte Rani Khedira. Und Andreas Schäfer meinte: „Ich glaube, trotz der Niederlage haben wir ein gutes Spiel gemacht. Mit zwei Auswärtstoren muss man so ein Spiel allerdings gewinnen.“
Reisestress bei Union Berlin
Zur sportlichen Niederlage kamen die großen Sorgen um den Fan im Gästeblock, der während des Spiels reanimiert werden musste. Beide Fanlager stellten daraufhin den Support ein – das Spiel endete in einer bedrückenden Stimmung. Zudem gab es logistische Probleme bei der Rückreise. Das Team konnte nur bis nach Hannover fliegen und musste den Rest der Strecke zurück nach Berlin mit dem Bus fahren. Ursprünglich war eine Landung in Schönhagen (Landkreis Teltow-Fläming) geplant.
Bei allem Frust gab es jedoch am Freitagabend auch Dinge, die Union Berlin Mut machen können für die beiden abschließenden Spiele gegen den VfL Bochum und eine Woche später bei Werder Bremen. Zum Beispiel die disziplinierte Defensiv-Leitung in der ersten Halbzeit, als es auch ohne den erstmals in dieser Saison fehlenden Abwehrchef Kevin Vogt kaum Lücken im kompakten Verbund gab. Gegen Bochum dürfte Vogt die Nachwirkungen einer Zahnoperation ohnehin überwunden haben und wieder zur Verfügung stehen.
Zudem überraschte Trainer Bo Svensson mit einer neuen taktischen Variante, die auf den ersten Blick ziemlich gewagt schien. Er beorderte Linksfuß Robert Skov auf die rechte Außenbahn und setzte Kapitän Christopher Trimmel auf die Bank. Skov bedankte sich mit dem Tor zum 2:0, als seine Flanke hinten am zweiten Pfosten einschlug. Ob Rani Khedira diesen Ball noch leicht mit dem Kopf touchiert hatte, war nach dem Spiel zwar Gegenstand von Diskussionen, fiel letztlich aber nicht ins Gewicht. „Mit Robert haben wir andere Möglichkeiten im Spiel mit dem Ball“, begründete Bo Svensson den Wechsel auf der rechten Außenbahn.
Und vielleicht gibt es seit Freitagabend auch in der Offensive eine zusätzliche Option. Denn Sommer-Neuzugang Ivan Prtajin stand gegen Stuttgart erstmals im Spieltagskader des FCU und kam in der Schlussphase auch zu seinem Bundesliga-Debüt. Nach frustrierenden Monaten ist Prtajin allerdings als Wechselkandidat Nummer eins in der Winter-Transferperiode. Mehrere Vereine haben schon ihr Interesse signalisiert. Als Favorit im Werben um den Stürmer gilt der 1. FC Köln.
Union Berlin spielt gegen Bochum
Und Mut macht auch die Tatsache, dass sich ein Leistungsträger wie Frederik Rönnow wahrscheinlich nicht zweimal hintereinander einen Bock leistet wie gegen Stuttgart. Vor dem Siegtreffer des VfB spielte Rönnow den Ball direkt in die Füße von Atakan Karazor, der sich mit dem 3:2 bedankte.
Vorwürfe an die Adresse des Keepers gab es nach dem Schlusspfiff nicht. Im Gegenteil: Rani Khedira hatte bereits das nächste Spiel gegen den VfL Bochum im Blick. „,Freddy‘ ist erwachsen und erfahren genug. Er hat uns in den vergangenen Jahren unglaublich viele Punkte gesichert. Deshalb wird ihn das nicht zurückwerfen. Er wird nächste Woche wieder bereitstehen und uns wahrscheinlich die Punkte retten“, betonte Khedira. Gut gebrauchen können die Eisernen einen starken Rönnow sowie einen Dreier gegen Bochum allemal.

