Lennart Grill (23) ist beim 1. FC Union Berlin in der Fußball-Bundesliga der neue Herausforderer von Torhüter Frederik Rönnow (29). Im Trainingslager in Bad Saarow am Scharmützelsee präsentierte sich der neue Keeper erstmals den Union-Fans. Beim Training auf dem Platz von Eintracht Reichenwalde deutete der Torhüter an, dass der Konkurrenzkampf um den Platz im Union-Tor neu entfacht ist.
Grill ist auf Leihbasis von Bayer Leverkusen gekommen. Der gebürtige Idar-Obersteiner hütete vor seinem Wechsel zum Werksclub von 2016 bis 2020 in 51 Ligaspielen das Kaiserslauterer Tor. Nach der ersten Saison im Rheinland wechselte der U21-Europameister von 2021 zum norwegischen Erstligisten Brann Bergen, für den der 1,92 Meter lange Schlussmann 13 Mal zwischen den Pfosten stand.
Bei Union hofft Grill darauf, seinen bisherigen fünf Spielen in der Bundesliga für Leverkusen weitere folgen zu lassen. Am Rande des Trainingslagers sprach der Torhüter über seine Ziele und Ambitionen bei den Eisernen.

Lennart Grill über die ersten Tage bei Union Berlin

„Die ersten Tage waren dafür da, um die Jungs kennenzulernen. Und auch, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welchen Fußball wir spielen wollen. Ich habe schnell gemerkt, dass im Torwart-Team ein gutes Klima herrscht. Die Zeiten, wo man sich gegenseitig bekämpft und nichts gegönnt hat, sind längst vorbei.“

Lennart Grill über den Konkurrenzkampf unter den Torhütern

„Jetzt in der Vorbereitung ist nichts in Stein gemeißelt. Jeder Torhüter hat natürlich seine eigenen Ziele und Ansprüche. Ich hoffe, es ist ein offenes Ding zwischen uns. Wir werden durch die Europa League viele Spiele haben. Das ist gut für uns Torhüter. Darauf freuen wir uns alle.“

Lennart Grill über seine eigenen Ziele bei Union Berlin

„Mein Anspruch ist es, so viele Spiele wie möglich zu bestreiten. Aber das möchte Frederik Rönnow natürlich auch. Dafür muss jeder in der Vorbereitung hart kämpfen. Und dann werden wir am Ende sehen, was dabei rumkommt. Gerade jetzt in meinem Alter ist es wichtig, so viele Spiele wie möglich auf hohem Niveau zu bekommen. Diese Chance sehe ich bei Union Berlin.“

Lennart Grill über seine Zeit in Norwegen bei Brann Bergen

„Die Zeit war super wichtig für mich, ich habe dort Spielpraxis bekommen. Ohne diese Spiele hätte ich sicher nicht die aktuelle Entwicklung nehmen können. Aber auch für die Persönlichkeitsentwicklung war die Zeit im Ausland wichtig. Man lernt eine neue Kultur und eine neue Sprache kennen. Es war in diesen vier Monaten aber auch oft kalt und dunkel – das ist halt auch Norwegen.“

Lennart Grill über seine Stärken und Schwächen

„Es ist zwar eine Floskel – aber Steigerungspotenzial gibt es immer. Vor allem fußballerisch kann ich sicher noch was draufsetzen. Ich denke, im Eins gegen Eins sowie im Coaching-Verhalten der Vorderleute bin ich schon ganz gut. Ich freue mich darauf, bei Union Berlin viel neuen Input zu bekommen.“

Lennart Grill über die Zeit mit Gerry Ehrmann in Kaiserslautern

„Gerry war eine sehr spezielle Art von Torwart-Trainer. Er hat viel Wert auf Sprungkraft gelegt und das einmal pro Woche extrem durchexerziert. Aber das hat uns brutal weitergeholfen, auch wenn es teilweise eklig war. Er war eine extreme Vaterfigur und hat immer hinter seinen Torhütern gestanden. In seiner berühmten Flugschule lernt man springen und wird schmerzfrei.“

Lennart Grill über die Nummer eins auf dem Trikot

„Die Nummer ist letztlich nur eine Nummer, die auf dem Trikot steht. Mir persönlich ist das nicht wichtig. Mal sehen, welche Nummer ich bei Union Berlin bekomme.“

Lennart Grill über Manuel Neuer als Vorbild

„Früher habe ich immer versucht, mir bei Manuel Neuer möglichst viel abzuschauen. Vor allem bei der WM 2014, als er das Torwart-Spiel noch einmal komplett umgestellt hat. Aber wenn man dann selbst im Profibereich angekommen ist, muss jeder selbst seinen eigenen Weg finden.“