Um 16.24 Uhr brandete der erste große Applaus im Stadion an der Alten Försterei auf, als die Spieler von Union Berlin den Rasen zum Aufwärmen vor dem Testspiel gegen den Nottingham Forest FC betraten. Vier Minuten später wurde es noch einmal laut, denn Taiwo Awoniyi kam mit seinem neuen Verein aus England aufs Feld.
Mit Fangesängen und viel Applaus wurde der Ex-Unioner vor 15.467 Zuschauern herzlich empfangen. Ehe er sich seinen neuen Teamkollegen beim Aufwärmprogramm anschloss, bedankte sich Awoniyi selbst klatschend bei den Union-Anhängern.

Taiwo Awoniyi steht gegen Union Berlin in der Startelf und wird offiziell verabschiedet

Awoniyi startete bei den Gästen aus England, bei Union standen im Sturm zu Beginn sein designierter Nachfolger Jordan Siebatcheu, der für sieben Millionen Euro zu den Eisernen gewechselt ist, und der in der vergangenen Rückrunde formstarke Sheraldo Becker.
Doch noch bevor ein Spieler den Ball berühren konnte, stand Awoniyi schon wieder im Fokus. Der Mittelstürmer wurde vor Anpfiff offiziell verabschiedet – während es vom Verein einen Blumenstrauß und eine Foto-Collage gab, verabschiedeten die Union-Fans den 24-Jährigen mit stehenden Ovationen.
Rückkehr: Taiwo Awoniyi kehrte mit seinem neuen Verein Nottingham Forest zurück zu Union Berlin in die Alte Försterei. Trotz ungewohnter Farbe wurde der Stürmer mit viel Applaus empfangen.
Rückkehr: Taiwo Awoniyi kehrte mit seinem neuen Verein Nottingham Forest zurück zu Union Berlin in die Alte Försterei. Trotz ungewohnter Farbe wurde der Stürmer mit viel Applaus empfangen.
© Foto: Matthias Koch

Bei Union Berlin fällt Linksverteidiger Niko Gießelmann offensiv auf

Die erste Aktion des Spiels gehörte dann aber einem aktuellen Köpenicker, Becker hielt den Ball auf der rechten gut im Spiel, seine Hereingabe nahm Niko Gießelmann direkt, schoss den Ball aber in Richtung Eckfahne (3.). Kurz darauf zielte der Linksverteidiger per Kopf nach Flanke von Dominique Heintz besser, doch scheiterte an Nottinghams Keeper Dean Henderson (4.).
Union hatte schnell die Spielkontrolle inne, teilweise standen alle Feldspieler in der Hälfte der Engländer. Weil im Zentrum aber wenig Durchkommen war, ging es meist über die Flügel. Becker zog immer wieder aus dem Zentrum nach rechts, auf links spielte Gießelmann einen sehr offensiven Flügelverteidiger.
Auf der Gegenseite zeigte Awoniyi, dass er seine alten Kollegen nur zu gut kennt. Der Nigerianer eroberte gegen Domnique Heintz früh den Ball, Nottinghams Mittelfeldspieler Harry Toffolo schoss aus 20 Metern nur knapp links vorbei (16.). Eine weitere Chance vergab der Ex-Unioner selbst, als er eine scharfe Hereingabe in Bedrängnis knapp am Tor vorbei setzte (40.).

Awoniyi-Nachfolger Jordan Siebatcheu trifft für Union Berlin

Für die Berliner gab es bis zur Mitte der ersten Hälfte abgesehen von Gießelmanns frühem Kopfball nur Halbchancen. Siebatcheu kam in Bedrängnis zu keinem kontrollierten Abschluss (20.), eine scharfe Hereingabe von Becker landete in den Armen des Keepers (23.). Echte Highlights waren lange Mangelware. Auch weil Schiedsrichter Daniel Siebert immer wieder kleine Fouls im Mittelfeld pfeifen musste, kam kaum Spielfluss auf.
Dafür, dass es trotzdem spannend wurde, sorgte Union-Keeper Frederik Rönnow, der aus seinem Strafraum kam, doch den Ball zum Gegner spielte. Brennan Johnson schoss aus der Distanz aber klar vorbei (29.). Union machte es einige Minuten später besser, Becker fing rund 30 Meter vor dem gegnerischen Tor den Ball ab, ging zur Grundlinie und brachte den Ball scharf in die Mitte, wo Siebatcheu das Leder über die Linie drückte (36.). Ein weiterer Abschluss des US-Amerikaners landete knapp neben dem Tor (42.).

Union-Neuzugänge Diogo Leite und Danilho Doekhi spielen eine Halbzeit

Spätestens jetzt war Unions neuer Mittelstürmer warmgelaufen und hochmotiviert. Nach Wiederanpfiff dauerte es gerade einmal 27 Sekunden, bis Siebatcheu wieder im gegnerischen Strafraum auftauchte. Dieses Mal beging der 26-Jährige aber ein Stürmerfoul (46.). Auf der anderen Seite des Feldes durften sich zwei Neu-Köpenicker gegen Awoniyi versuchen, Danilho Doekhi und Diogo Leite kamen zur Pause in die Abwehr.
Weil Union aber weiter nach vorne drückte, waren sie zunächst wenig beschäftigt. Stattdessen war wieder Siebatcheu im Fokus. Nach einer starken Gießelmann-Flanke ließ Keeper Henderson den Ball nur nach vorne prallen, Siebatcheu setzte per Grätsche nach, doch dieses Mal wollte der Ball nicht ins Tor (60.).

Neukirchen am Großvenediger

Kurz darauf hatte der Torschütze Feierabend, denn nach einer Stunde wechselte Urs Fischer munter durch. Für die letzten 30 Minuten stürmte das Offensiv-Trio aus Sven Michel, Kevin Behrens und Neuzugang Jamie Leweling. Die beiden Letzteren sorgten schnell für Gefahr, Leweling brachte einen Ball von links flach an den kurzen Pfosten, wo Behrens knapp vorbei schoss (66.). Besungen wurde im Anschluss aber wieder Taiwo Awoniyi, als der Nigerianer nach 70 Minuten ausgewechselt wurde. Das sah lange Zeit nach dem letzten Highlight der Partie aus, ehe Kevin Behrens noch einmal im Strafraum zum Abschluss kam, aber nicht zum 2:0 traf (84.) und auch Tim Skarke (87.) sowie Sven Michel (90.) den zweiten Treffer verpassten.