Normalerweise könnten sie beim 1. FC Union Berlin in diesen Tagen richtig stolz sein auf ihren Torjäger Taiwo Awoniyi. Und sie sind es natürlich auch. Aber in diesen Stolz mischen sich wegen der Corona-Pandemie mittlerweile große Sorgen. Der 24 Jahre alte Stürmer ist für sein Heimatland Nigeria für den bevorstehenden Afrika-Cup nominiert. Und im Moment ist völlig unklar, wann Awoniyi wieder für die Eisernen in der Fußball-Bundesliga auflaufen kann.
„Dass er für die Nationalmannschaft nominiert ist, ist erst einmal ein positiver Effekt. Nichtsdestotrotz fehlt er uns. Wir werden ihn vermissen im Januar“, erklärt Geschäftsführer Oliver Ruhnert. Corona mache es dem Verein sehr schwer zu planen, ergänzte er.
In diesem Zusammenhang übte Ruhnert deutliche Kritik an den Abläufen bei der Abstellung von Spielern wie Taiwo Awoniyi für den Afrika-Cup. Man habe bisher kein Hygienekonzept vorliegen und auch keine Angaben zu den Abläufen. Ruhnert: „Darüber sind wir sehr unglücklich.“

Union Berlin ohne Torjäger Awoniyi

Mit neun Treffern in der Liga ist Awoniyi der erfolgreichste Spieler der Köpenicker. Einen Tag vor Silvester startet der Torjäger mit Nigeria in die Vorbereitung auf den Afrika-Cup. Das Kontinental-Turnier in Kamerun beginnt am 9. Januar und endet am 6. Februar. Nigeria spielt in der Gruppenphase gegen Ägypten, Guinea-Bissau und Sudan. Insgesamt könnte Awoniyi den Berlinern in fünf Pflichtspielen fehlen, darunter im Hauptstadt-Derby beim Achtelfinale im DFB-Pokal am 19. Januar gegen Hertha BSC.
Doch die Abstinenz des erfolgreichsten Stürmers könnte sogar noch länger dauern. Nämlich dann, wenn Kamerun zu einem Virusvariantengebiet erklärt wird. Das würde bedeuten, dass Awoniyi nach seiner Rückkehr nach Deutschland 14 Tage in Quarantäne müsste. Bei einer solchen Hochstufung zum Virusvariantengebiet bliebe lediglich ein Zeitfenster von 48 Stunden, um Awoniyi zurückzuholen und die Quarantäne zu umgehen. Genau diesen Fall hat man bei Union Berlin im Blick. Ein entsprechendes Vorgehen sei sowohl mit dessen Berater als auch dem laut Ruhnert geimpften Awoniyi abgesprochen. Derzeit ist Kamerun als Hochrisiko-Gebiet eingestuft.
Geschäftsführer Oliver Ruhnert von Union Berlin kritisiert die Abläufe beim Afrika-Cup in Kamerun.
Geschäftsführer Oliver Ruhnert von Union Berlin kritisiert die Abläufe beim Afrika-Cup in Kamerun.
© Foto: Matthias Koch
„Wir würden dann sehr schnell reagieren“, betont Ruhnert und warnt schon jetzt: „Wir brauchen die höchstmögliche Sicherheit für den Spieler beim Afrika-Cup, damit es dort nicht zu einem großen Covid-19-Ausbruch kommt.“

Erstes Heimspiel mit Fans

Zumal es schon jetzt einen neuen Corona-Fall im Team des Tabellensiebten der Bundesliga gibt. Pawel Wszolek wurde positiv getestet und befindet sich noch bis zum 5. Januar in Polen in häuslicher Quarantäne. Er soll am 7. Januar nach Berlin zurückkehren. Den Trainingsauftakt der Eisernen am Neujahrstag wird Wszolek also in jedem Fall verpassen.
Und auch beim Thema Zuschauer spielt Corona eine wichtige Rolle. Für das erste Heimspiel des neuen Jahres am 15. Januar gegen die TSG Hoffenheim sind nach derzeitiger Verordnungslage maximal 3000 Besucher im Stadion An der Alten Försterei zugelassen. „Bis dahin sind es noch drei Wochen. Im Moment ist es schwer, eine Prognose abzugeben, was dann gilt und ob die aktuelle Regelung dann noch Bestand hat“, erklärt Mediendirektor Christian Arbeit. Klar sein laut Arbeit derzeit nur so viel: „Das, was wir dann umsetzen dürfen, werden wir natürlich umsetzen.“