Der 1. FC Union Berlin eilt weiter von Sieg zu Sieg und bleibt Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Im Topspiel gegen Borussia Dortmund kamen die Eisernen aus Köpenick zu einem 2:0 (2:0)-Erfolg. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer feierte am Sonntagabend im Stadion An der Alten Försterei den dritten Sieg innerhalb einer Woche und hat in der Tabelle jetzt schon sieben Punkte Vorsprung vor dem BVB.
Dabei zeigten sich die Gastgeber eiskalt im Ausnutzen der Fehler des Gegners. In 8. Minute rutschte Dortmunds Torhüter Gregor Kobel beim Versuch den Ball zu spielen spektakulär aus, sodass Janik Haberer freie Bahn zum 1:0 hatte. In der 21. Minute traf erneut Haberer zum 2:0. Eingeleitet wurde der Union-Konter durch einen Fehlpass von Karim Adeyemi in der eigenen Hälfte.
Von der Doppelbelastung in der Bundesliga und in der Europa League war bei Union Berlin in dieser furiosen Startphase nichts zu spüren. Die Mannschaft war vor 22 012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei gewohnt griffig in den Zweikämpfen und schockte Dortmund mit den beiden frühen Toren. Diesen Vorsprung verteidigten die Eisernen anschließend mit aufopferungsvollem Einsatz.
„Unser Motto war es, Phasen zu überstehen und Phasen zu nutzen. Das haben wir in der 1. Halbzeit wirklich sehr gut gemacht“, lobte Trainer Urs Fischer, der die Tabellenführung als „außergewöhnlich“, aber auch als „Momentaufnahme“ bezeichnete.

Union Berlin baut Startelf um

Drei Tage nach dem umjubelten 1:0-Erfolg in der Europa League gegen Malmö FF ließ Union-Trainer Urs Fischer personell leicht rotieren. Der gegen Malmö gesperrte Andras Schäfer kehrte wie erwartet anstelle von Genki Haraguchi in die Startelf zurück. Timo Baumgartl ersetzt Paul Jaeckel in der Innenverteidigung.
Bei Borussia Dortmund saß Marco Reus vier Wochen nach seiner Bänderverletzung im Sprunggelenk erstmals wieder auf der Ersatzbank. BVB-Abwehrspieler Nico Schlotterbeck erlebte eine emotionale Rückkehr ins Stadion An der Alten Försterei. Der 22-Jährige hatte in der Saison 2020/21 für Union als Leihgabe vom SC Freiburg gespielt. Nach einer erfolgreichen Spielzeit in Köpenick war er ins Breisgau zurückgekehrt und hatte dort den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft. „Er spielt das sehr solide. Er ist ein junger Spieler, der versucht, dazuzulernen, aber auch eine eigene Meinung hat“, hatte Union-Trainer Urs Fischer seinen ehemaligen Spieler vor dem Wiedersehen gelobt. Von den Union-Fans gab es für Schlotterbeck das obligatorische „Fußballgott“ bei der Namensvorstellung durch Stadionsprecher Christian Arbeit.
Aber auch Nico Schlotterbeck konnte den desaströsen Eindruck der Dortmunder Defensive in der Startphase der Partie nicht verhindern. Erst der Patzer von Torhüter Gregor Kobel, dann der Fehlpass von Karim Adeyemi – spätestens mit dem 2:0-Vorsprung dank des Doppelpacks von Janik Haberer hatte Union Berlin das Spiel in der gewünschten Richtung. Dortmund wirkte in dieser Phase zu behäbig und konnte seine gewohnte Offensivpower nicht auf den Rasen bringen.

Frederik Rönnow wird zum Retter

BVB-Trainer Edin Terzic brachte dann mit Beginn der 2. Halbzeit inklusive Marco Reuss gleich drei neue Offensivspieler. Aber Union Berlin blieb das drangvollere Team. Timo Baumgartl verpasste in der 56. Minute per Kopf den dritten Treffer – diesmal hielt Gregor Kobel stark. In der Folgezeit herrschte Belagerungszustand vor dem Union-Tor. Torhüter Frederik Rönnow wurde jetzt zum Retter für die Eisernen. In der 77. Minute parierte Rönnow den Schuss von Marco Reus aus spitzem Winkel, kurz danach rettete er auch gegen Donyell Malen (80.).
In der Bundesliga sind die Eisernen jetzt seit elf Heimspielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage gab es übrigens gegen Borussia Dortmund (0:3) am 13. Februar 2022. Diesmal stimmten die Fans nach dem Schlusspfiff ihren neuen Lieblingssong an: „Deutscher Meister wird nur der FCU.“ Doppel-Torschütze Janik Haberer indes wollte von Titelträumen nichts wissen: „Wir wissen, wo wir herkommen. Es war heute ein geiler Sieg, aber wichtig ist, wie wir nächste Woche in Bochum spielen.“

DFB-Pokal gegen den FC Heidenheim

Für Union Berlin geht die Terminhatz bereits am Mittwoch weiter. In der 2. Runde des DFB-Pokals treffen die Eisernen auf den Zweitligisten FC Heidenheim (20.45 Uhr). Bis zum WM-Pause ab Mitte November stehen für die Eisernen noch insgesamt acht Pflichtspiele auf dem Programm.
Lesen Sie bei MOZ.de mehr zum Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin