Dichtes Schneetreiben im Stadion An der Alten Försterei und am Ende doch noch der Sieg für den 1. FC Union Berlin. Die Eisernen kamen in der Fußball-Bundesliga beim Pflichtspiel-Start ins Jahr 2023 zu einem 3:1 (0:1)-Sieg gegen die TSG Hoffenheim.
In der Tabelle klettern die Köpenicker nach diesem Last-Minute-Sieg auf Rang drei. Den Führungstreffer für die Gäste erzielte Ihlas Bebou in der 43. Minute. Danilho Doekhi traf in der 73. Minute zum 1:1-Ausgleich für die sich deutlich steigernden Gastgeber. Kurz vor Schluss war Doekhi erneut zur Stelle: In der 90. Minute wuchtete er den Ball per Kopf zum 2:1-Treffer ins Netz und löste damit einen Jubelsturm aus. In der Nachspielzeit sorgte Jamie Leweling für den 3:1-Endstand. Das Stadion an der Alten Försterei war mit 21 747 Zuschauern schon fast traditionell auch gegen die TSG Hoffenheim ausverkauft.
„Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In der 1. Halbzeit hat die letzte Bereitschaft gefehlt. In der 2. Halbzeit hat die Mannschaft unheimlich viel Druck aufgebaut. Deshalb ist der Sieg verdient“, lautete das Fazit von Union-Trainer Urs Fischer.

Gießelmann rückt in die Startelf

Die drängendste Personalfrage bei Union Berlin beantwortete Urs Fischer wie erwartet: Niko Gießelmann ersetzte auf der linken Außenbahn den in dieser Woche für fünf Millionen Euro zu Borussia Dortmund gewechselten Julian Ryerson. Mehr Optionen hat Fischer im Moment nicht für diese Position.
Diogo Leite fehlte rotgesperrt. Seinen Platz in der Innenverteidigung nahm Paul Jaeckel ein. Im Sturm bekam Jordan Siebatcheu den Vorzug gegenüber Kevin Behrens als Partner von Sheraldo Becker. Neuzugang Jerome Roussillon vom VfL Wolfsburg muss noch auf sein Debüt für die Eisernen warten.

Union Berlin wird ausgekontert

Zweieinhalb Monate nach dem letzten Pflichtspiel Mitte November benötigten die Gastgeber eine gewisse Anlaufzeit, um sich zu sortieren. Die Startphase gehörte Hoffenheim. Tom Bischof hatte bereits in der 8. Minute die große Chance zur Führung. Völlig freistehend traf er jedoch den Ball nicht richtig, der entsprechend weit am Tor vorbeiging.
In der Folgezeit erarbeitete sich Union Berlin dann mehr Kontrolle über dieses Spiel. Die beste Möglichkeit in der 1. Halbzeit hatte Jordan Siebatcheu in der 25. Minute vom Elfmeterpunkt – er setzte den Ball an den Pfosten. Nach einem mustergültigen Konter der TSG kam Robert Skov zum Abschluss (41.). Kurz danach war Union-Torhüter Frederik Rönnow beim Schuss von Ihlas Bebou machtlos (43). Hoffenheim ging mit einer 1:0-Führung in die Pause und belohnte sich damit für sein schnörkellose Konterspiel.
Bei dichtem Schneetreiben im Stadion An der Alten Försterei starteten die Gastgeber deutlich druckvoller in die 2. Halbzeit. Auch in die Zweikämpfe gingen die Eisernen jetzt viel couragierter. In der 73. Minute krönte dann Danilho Doekhi per Kopf den Sturmlauf der Gastgeber mit dem Ausgleichstreffer. Auch in der Folgezeit spielt fast nur Union Berlin. Die späten Siegtreffer durch Doekhi und Leweling waren der Lohn für eine deutliche Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit.
„Wir haben in der 2. Halbzeit mehr Energie ins Spiel gebracht und uns viele Chancen erspielt. Es ist ein tolles Gefühl, wenn du mit zwei Toren in der Schlussphase das Spiel drehen und der Mannschaft helfen kannst“, freute sich Matchwinner Danilho Doekhi.

Union Berlin holt Josip Juranovic

Viel diskutiertes Thema am Rande der Partie war die bevorstehende Verpflichtung des kroatischen Nationalspielers Josip Juranovic von Celtic Glasgow. Der 27 Jahre alte Rechtsverteidiger soll Julian Ryerson ersetzen. Nach übereinstimmenden Medienberichten liegt die Ablösesumme bei rund acht Millionen Euro plus Bonuszahlungen.
Josip Juranovic könnte damit zum Rekord-Transfer für Union Berlin werden. Der bisherige Rekord liegt bei 8,55 Millionen Euro – so viel hatten die Eisernen im Juli 2021 für Taiwo Awoniyi an den FC Liverpool überwiesen. Laut Transfer-Experte Fabrizio Romano soll der Kroate am Sonntag den Medizincheck in Berlin absolvieren und anschließend einen Vertrag bis 30. Juni 2027 unterschreiben.
In Katar absolvierte Juranovic für den WM-Dritten Kroatien sechs von sieben möglichen Spielen – unter anderem gegen Lionel Messi und Argentinien. Er gehörte zu den besten Rechtsverteidigern des Turniers.