Für den 1. FC Union Berlin war es ein Knallstart in die Bundesliga-Saison 2022/23. Die Eisernen aus Köpenick siegten zum Auftakt gegen Hertha BSC souverän 3:1 und gewannen damit das vierte Hauptstadt-Derby in Serie. Dazu kam das gelungene Bundesliga-Debüt von Torjäger Jordan Siebatcheu, der gleich im ersten Spiel sein erstes Tor erzielte.
Also alle auf der Gewinnerseite bei Union Berlin? Nicht ganz – denn es gab am ersten Bundesliga-Wochenende auch Verlierer. Mit 34 Profis haben die Eisernen einen der größten Kader in der Bundesliga. „Bei 34 Kaderspielern musst du 23 enttäuschen“, erklärte Trainer Urs Fischer mit Blick auf die begrenzten Plätze in der Startformation.

Dominique Heintz auf der Tribüne

So mancher Profi wäre derzeit schon froh, wenn er überhaupt den Sprung in den Spieltagskader schaffen würde. Die härteste Entscheidung musste Fischer im Fall von Dominique Heintz treffen. Beim 2:1-Sieg nach Verlängerung im DFB-Pokal beim Chemnitzer FC stand der Innenverteidiger noch 120 Minuten auf dem Rasen. Gegen Hertha BSC fehlte Heintz dagegen im Kader.
Stattdessen verteidigte Neuzugang Diogo Leite in der Dreierkette an der Seite von Robin Knoche und Paul Jaeckel. „Letztlich war das eine Entscheidung vom Trainerteam und am Schluss von mir. Wir fanden, dass Diogo das bisher sehr gut gemacht und sich deshalb diese Chance verdient hat“, begründete Urs Fischer seine Entscheidung. Mit Neuzugang Danilho Doekhi lauert noch ein weiterer Innenverteidiger auf seine Chance. Doekhi durfte gegen Hertha zumindest auf der Bank sitzen.
Auch im Mittelfeld herrscht derzeit großes Gedränge im Union-Kader. Spieler wie Levin Öztunali und Kevin Möhwald müssen aktuell mit dem Platz auf der Tribüne vorlieb nehmen. Und vorn in der Spitze sind Neuzugang Jordan Siebatcheu und der schnelle Sheraldo Becker gesetzt. Den anderen Stürmern wie Sven Michel, Kevin Behrens, Andreas Voglsammer und Neuzugang Jamie Leweling bleibt nur die Rolle des Herausforderers – aber sie waren gegen Hertha zumindest im Kader.

Union testet gegen Hannover 96

Diese Spieler müssen sich mit guten Trainingsleistungen empfehlen und können am Dienstag im Testspiel gegen Zweitligist Hannover 96 (16.15 Uhr, Jahnsportpark) Pluspunkte sammeln. Denn spätestens ab September dürfte die ganze Breite im Kader gefragt sein. Dann wartet auf Union Berlin die Dreifach-Belastung mit Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League.
Kapitän Christopher Trimmel machte nach dem Sieg gegen Hertha deshalb auch den nicht eingesetzten Spielern Mut. Mit Blick auf das zurzeit gesetzte Sturmduo Jordan Siebatcheu und Sheraldo Becker erklärte Trimmel: „Auch die anderen Spieler sind wichtig. Der August funktioniert noch normal. Aber ab September wird alle drei Tage gespielt. Sheraldo und Jordi können nicht alle Spiele machen.“
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