Am Samstag wartet zum Bundesligaauftakt von Union Berlin der Stadtrivale Hertha BSC, der seinen Traum vom Finale im Olympiastadion am Sonntag bereits begraben musste. Das Aus in Runde eins hätte auch beinahe den Köpenickern gedroht, denn Tobias Müller (62.) hatte den Regionalligisten aus Chemnitz in Führung gebracht.
Jordan Siebatcheu (64.), als Nachfolger des zu Nottingham Forest gewechselten Torjägers Taiwo Awoniyi geholt, und der eingewechselte Kevin Behrens (114.) trafen jedoch für den letztjährigen Halbfinalisten aus Köpenick, der keineswegs glänzte.

Union Berlin-Trainer Urs Fischer hatte vor dem Chemnitzer FC gewarnt

"Es ist eine Mannschaft, die immer spielerische Lösungen sucht. Da braucht es eine wirklich gute Leistung von uns", sagte Union-Trainer Urs Fischer, der im Vorfeld unter heftigen Rückenschmerzen gelitten hatte, vor dem Anpfiff am Sky-Mikrofon.
Fischers Mannschaft übernahm früh die Spielkontrolle beim gut eingestellten Außenseiter. Kapitän Christopher Trimmel schoss aus guter Postion ans Außennetz (14.), Innenverteidiger Robin Knoche prüfte zwei Minuten später den Chemnitzer Keeper Jakub Jakubov nach einer Ecke. Das war es dann aber erstmal vom Favoriten. Bei Union mit den Neuzugängen Janik Haberer und Siebatcheu fehlte es im letzten Drittel zunehmend an Präzision.

Der Chemnitzer FC wurde immer mutiger und drängte auf das Tor von Union Berlin

Und der CFC, trainiert von Ex-Profi Christian Tiffert (225 Bundesligaspiele), wurde im Verlauf des Spiels immer mutiger. Die Mehrzahl der 13.465 Fans im Stadion an der Gellertstraße applaudierte zur Halbzeit zufrieden, weil die Unioner kaum noch vor das Chemnitzer Tor kamen.
In der 51. Minute hatten die Anhänger der Himmelblauen gar den Torschrei auf den Lippen. Max Roscher lief aus halbrechter Position frei auf den Berliner Kasten zu, Frederik Rönnow parierte den Flachschuss in der kurzen Ecke mit Mühe.

Eine Ecke bringt die Eisernen in Rückstand

Wenig später war es dann so weit: Eine perfekt getretene Freistoßhereingabe von Kilian Pagliuca landete auf der Stirn von Müller, der Rönnow keine Chance ließ. Die Party dauerte aber keine zwei Minuten, die Flanke des gerade eingewechselten Andreas Voglsammer verwertete US-Nationalspieler Siebatcheu mit einem artistischen Schuss aus der Drehung.
Danach drängte Union, angeführt vom starken Trimmel, vergeblich auf die Entscheidung nach 90 Minuten. Zumindest umging Union das Elfmeterschießen, weil Trimmel eine Ecke maßgerecht für Behrens servierte.
„Wir wussten im Vorhinein, dass es nicht leicht wird“, sagte der Union-Kapitän nach Abpfiff. Man habe die Chemnitzer die ganze Woche analysiert und gesehen, dass der Regionalligist guten Fußball spielt. „Wenn du gegen so einen mutigen Gegner spielst, ist im Pokal vieles möglich.“ Trotz Rückstands habe seine Mannschaft aber nicht die Nerven verloren, erklärt der Österreicher: „Wir haben es angenommen und weiter dran geglaubt.“