Bei Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin werden neue Ziele gesetzt. Den Grund nannte Stadionsprecher Christian Arbeit mit einem ganz breiten Grinsen im Gesicht nach dem Abpfiff beim 1:0-Erfolg am 1. April über den 1. FC Köln. „Wir haben 41 Punkte“, brüllte er in sein Mikrophon. Damit haben die Eisernen das erste Saisonziel erreicht.
Allerdings wäre Union-Trainer Urs Fischer nicht er selbst, würde er die Tatsache, dass seine Mannschaft gerade die ominöse 40-Punkte-Marke überschritten hat und damit nach allgemeiner Meinung den Klassenerhalt sicher, noch etwas in die Ferne schieben. „41 Punkte, das ist ein freudiger Abend“, sagte der Schweizer also, um die Glückwünsche eines Journalisten auf der Pressekonferenz für den Ligaverbleib gleich zu relativieren.

Urs Fischer: „Wir werden ein neues Ziel definieren.“

„Die Gratulation, ist erst angebracht, wenn es definitiv ist. Aber es sieht gut aus.“ Das ist für den 55-Jährige schon eine optimistische Formulierung. Und Fischer ging noch weiter. „Wir werden uns jetzt zusammensetzen und ein neues realistisches Ziel definieren.“ Und sogar, wie das aussehen könnte, war zu erfahren. „Wir haben noch sechs Partien, davon drei Heimspiele. Die wären neun Punkte. Dann hätten wir die gleiche Anzahl an Punkten wie in der vergangenen Saison“, verriet der Coach ganz ungewohnt seine Rechenspiele
Damals reichte es mit 50 Zählern zum Einzug in die Conference League. Mit anderen Worten, Fischer denkt wieder an die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb. Dass es soweit kommen kann, daran sieht er auch die Fans beteiligt, die im mit 22.012 Zuschauern ausverkauftem Stadion gegen Köln ein entscheidender Faktor waren und eine riesige Stimmung verbreiteten. „Es ist schon noch einmal eine andere Wucht. Ich glaube, in so einem engen Spiel hilft dir das einfach, wenn du die volle Unterstützung im Rücken hast.“
Er wer so bedingungslos unterstützt, der soll aus Sicht von Fischer auch belohnt werden. Jedenfalls will der Trainer die Euphorie der Fans erst gar nicht bremsen: „Die sollen träumen, die dürfen auch träumen.“ Und fürs Träumen gibt es neben der Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb noch zwei andere Möglichkeiten. Für Robin Knoche, der kurz vor dem Anpfiff seine Vertragsverlängerung bekannt gab, war unmittelbar nach Spielschluss der Derby-Sieg zumindest schon einmal ein formulierbares Ziel: "Wir wollen zeigen, wer im Moment die Nummer eins in Berlin ist."

Trainer Urs Fischer von Union Berlin will Rückenwind nutzen

Trainer Fischer will am 9. April gegen Hertha BSC den Rückenwind aus dem Sieg gegen Köln, der vor allem durch einen Fehler von Ex-Nationalspieler Jonas Hector gelang, dessen Rückpass Unions Torjäger Taiwo Awoniyi erlief und mit seinem zwölften Saisontreffer abschloss, nutzen, um auch im Olympiastadion erfolgreich zu sein. Und dann ist ja da noch der DFB-Pokal. Am 20. April fahren die Unioner im Halbfinale zu RB Leipzig, um sich für das Endspiel am 21. Mai im der großen Schüssel in Charlottenburg zu qualifizieren.
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