Hier die Partie im Check:

So ist die Lage beim FSV Union Fürstenwalde

Vor der Partie hieß die Frage: Wer siegt – der Titelverteidiger oder das Team mit den Revanchegelüsten. Am Ende machten die Revanchegelüste das Rennen. Während der Verlierer Fürstenwalde sich mit rund 20.000 Euro begnügen muss, kassiert der Sieger durch seinen 2:0-Erfolg ein Vielfaches, vor allem durch die Teilnahme an der 1. DFB-Pokalrunde, in der nun dem SV Babelsberg ein Heimspiel gegen einen höherklassigen Proficlub winkt.

So fielen die Tore

0:1 Tobias Dombrowa (33.)
Der Babelsberger nimmt einen langen Ball von Innenverteidiger Petar Lela auf und schiebt den Ball aus fünf Metern und spitzen Winkel Fürstenwaldes Torwart David Richter durch die Beine.
0:2 Daniel Frahn (77.)
Nach einem Ballverlust der Fürstenwalder im Mittelfeld wird der Torjäger von Dombrowa freigespielt und lupft den Ball lässig über Richter ins Netz.

So ging der FSV Union Fürstenwalde ins Spiel

Never change a winning Team – so hieß das Motto von Fürstenwaldes Trainer Matthias Maucksch. Der 51-Jährige schickte exakt die gleiche Elf in die Partie wie beim Halbfinale gegen den FSV Luckenwalde (3:1). Pech hatte Valentin Rode. Der 24-Jährige, in der Vorsaison noch im Kader des SV Babelsberg, zog sich im Training einen Kreuzbandriss zu und schaute auf Krücken gestützt zu.
Auch beim SV Babelsberg wechselte Trainer Predrag Uzelac gegenüber dem Halbfinalsieg bei Energie Cottbus (3:0) nur auf einer Position. Kapitän Philip Saalbach rückte für Schmidt in die Startelf. Für den 32-Jährigen ist es die letzte Partie im Dress der Filmstädter.

So lief das Spiel gegen SV Babelsberg 03

Der Auftakt der Partie war stimmungsvoll. Es erklangen die Rammstein-ähnliche Vereinshymne des FSV Union und die melodischere wirkende des SV Babelsberg. Danach ging es gleich zur Sache. Den ersten Torschuss gaben noch die Fürstenwalder ab. Kanther scheiterte nach Doppelpass mit Geurts aber an Torwart Flügel (3.). Dann aber zeigte der Herausforderer, warum in Cottbus ein Sieg gelang. Babelsberg, angefeuert von eine Handvoll Fans außerhalb des Stadions, gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe und jubelte kurz darauf – zu früh. Tobias Dombrowa bezwang zwar Union-Schlussmann Richter, stand aber im Abseits.
Danach zeigte sich, was auf dem Spiel steht. Nach einem leichten Kontakt im Union-Strafraum von Böcker lag Müller am Boden – zu wenig für den Berliner Schiedsrichter Max Burda, der trotz wüster 03-er-Proteste nur zur Ecke pfiff. Es folgte Rudelbildung an der Mittellinie. Als Müller den durchgebrochenen Fürstenwalder Kanther niederriss. Die Unioner forderten vehement Notbremse, allerdings 50 Meter vor dem Tor. Im Gerangel gerieten noch Lukas Wilton und Richter aneinander – die Folge dreimal Gelb (20.). Chancen gab es auch – für Babelsberg. Dombrowa prüft Richter per Volleyschuss und Frahn ist zu klein für einen gezielten Kopfball. Dombrowas gelungener dritter Versuch zur verdienten Führung war folgerichtig.
Im zweiten Abschnitt waren also wieder die Fürstenwalder Comeback-Qualitäten gefragt. Vor allem aber mussten die Domstädter spielerisch deutlich mehr bieten. Nur lange Bälle waren eine zu einfache Beute für die Babelsberger Defensive um 1,98-Schlaks Lela. Maucksch reagierte zur Pause, brachte wie gegen Luckenwalde Johann Martynets, der sofort für Schwung sorgte. Allerdings verpasste Hüne Lela den zweiten Babelsberger Treffer nur, weil die Latte im Weg stand. Aber auch die Unioner hatten nun Chancen, doch SVB-Keeper Flügel parierte stark gegen einen Kopfball von Johann Weiß und Shoshis Schuss. Die Babelsberger lauerten nun auf Konter und hatten Erfolg. Alle Wechselversuche von Maucksch fruchteten am Ende nicht mehr. Die Rote Karte für den eingewechselten Mc Lemore (90.) war dann der negative Höhepunkt aus Fürstenwalder Sicht
Emotionen: Die Fußballer des SV Babelsberg feiern nach dem 2:0 im Landespokalfinale gegen den FSV Union Fürstenwallde ihren scheidenden Kapitän Philipp Saalbach
Emotionen: Die Fußballer des SV Babelsberg feiern nach dem 2:0 im Landespokalfinale gegen den FSV Union Fürstenwallde ihren scheidenden Kapitän Philipp Saalbach
© Foto: Edgar Nemschok

So sieht die Statistik aus

FSV Union Fürstenwalde – SV Babelsberg 0:2 (0:1)
Fürstenwalde: Richter - Wunderlich (78. Mares), Böcker, Weiß, Michel (78. McLemore) - Kanther (83. Atici), Putze, Ciapa (46. Martynets), Geurts - Stagge, Shoshi (78. Mlynarczyk)
Babelsberg: Flügel – L Wilton, Lela, Hoffmann, J. Wilton – Saalbac h– Müller (71. Rangelov), Danko (83. Momntcheu), Reimann, Dombrowa (83. Wegener) - Frahn
Tore: 0:1 Dombrowa (33.), 0:2 Frahn (78.) - Schiedsrichter: Burda (Berlin); Gelbe Karten: Richter, Weiß, Böcker, Atici – L. Wilton, Saalbach, Müller, J. Wilton, Montcheu; Rote Karte: 90. Mc Lemore (U), Zuschauer: keine

So lauten die Stimmen zum Spiel

Predrag Uzelac (Trainer Babelsberg): Ich denke, dass wir verdient gewonnen haben. Wir haben da weitergemacht, wo wir im Halbfinale aufgehört haben. Wir wussten, dass auf uns eine kämpferisch starke Mannschaft zukommt. Wir haben gut dagegengehalten und hatten auch in der ersten Halbzeit schon viele Chancen. Wir haben letztendlich verdient gewonnen, Kompliment an meine Mannschaft."
Matthias Maucksch (Trainer Fürstenwalde): "Glückwunsch an Babelsberg, sie sind verdient Pokalsieger geworden. Wir hatten natürlich etwas anderes vor, uns fehlte aber das nötige Selbstvertrauen, dieses Zutrauen in die eigene sportliche Qualität."
Daniel Frahn (Torschütze Babelsberg): Entscheidend war nicht mein Tor, sondern wie wir als Mannschaft aufgetreten sind. Wir haben verdient gewonnen. Meine Aufgabe ist nun mal das Toreschießen. Unser Plan, Fürstenwalde früh unter Druck zu setzen ist aufgegangen. sie hatten Probleme auch mit unseren schnellen Jungs. Jetzt werden wir unseren Kapitän Philipp Saalbach, der leider aufhört, mit einigen Kaltgetränken gebührend verabschieden.
Darryl Geurts (Spieler Fürstenwalde): „Das war nicht der Abschied, den ich mir vorgestellt habe. Wenn man das ganze Spiel nimmt, hatten wir nur zwei. drei Chancen. Nach vorne war es zu wenig und wir sind mit der Spielweise von Babelsberg nicht klar gekommen. Wir hatten einen Plan offensiv. Aber den haben wir nicht eingehalten, haben die Bälle ins Zentrum gespielt, wo sie mit ihren langen Innenverteidigern gut besetzt sind und die zweiten Bälle haben wir nicht bekommen,

So geht es beim FSV Union Fürstenwalde weiter

Mit dem Pokalspiel ist die Saison für den FSV Union Fürstenwalde beendet. Die Spieler treten direkt den Urlaub an. Für einige war es die letzte Partie im Trikot der Domstädter. Josha Putze (Energie Cottbus), Darryl Geurts (BFC Dynamo) und Anton Kanther (Chemie Leipzig) verlassen den Verein definitiv, Torwart David Richter wird mit Kickers Offenbach (Regionalliga West) in Verbindung gebracht. Und Trainer Matthias Maucksch beendet seine Tätigkeit, sein Nachfolger soll der eher unbekannte Andreas Langer werden, der im Nachwuchs des FSV Union und bei Energie Cottbus gearbeitet hat. Angesichts der geplanten Verjüngung der Mannschaft ein nachvollziehbarer Schritt. Der Trainingsauftakt ist im Übrigen am 14. Juni.

Und sonst noch beim FSV Union Fürstenwalde?

Trainer Matthias Maucksch hatte wieder den Talisman des vergangenen Jahres nominiert. Chirstian Mlynarczyk, der nach eigener Aussage mit dem Coach ein gutes Verhältnis pflegt, immer fit ist und jederzeit helfen kann, stand im Kader. Dabei hat der 36-Jährige in dieser Saison kein Regionalliga-Spiel absolviert, ist Trainer der Fürstenwalder Reserve (Landesliga Süd). Aber diesmal half sein Zauber in den letzten zwölf Minuten nicht mehr.
Und für Geurts steht in jedem Fall die 1. DFB-Pokalrunde an. Sein neuer Verein BFC Dynamo bezwang im Berliner Endspiel den Berliner AK mit 2:1.