Dieser Vorgang sorgte Anfang Mai für großes Unverständnis und teils Empörung bei den betroffenen Vereinen. Dass das Sportgericht des Fußball-Landesverbandes drei Verfahren einstellte, bei denen es auch darum geht, im Raum stehende Rassismusvorwürfe aufzuklären, konnten viele nicht nachvollziehen. Nun kommt jedoch wieder Bewegung in die Sache.
Nachdem der Vorstand des Landesverbandes Beschwerde gegen die Einstellungen eingelegt hatte, beschäftigte sich das Verbandsgericht mit dieser Thematik. Die Folge: Die Verfahren wanderten zurück auf den Tisch des Sportgerichtes – es stehen nun doch Verhandlungen an.
Nur wann? Vom Vorsitzenden des Sportgerichtes, Olaf Luzi, gibt es nun folgendes Signal: „Die Verhandlungen werden nach Schulbeginn im August 2021 innerhalb von zwei Wochen stattfinden. Alle Vereine und Spieler werden noch bis Mitte Juli geladen. Wo die Verhandlungen stattfinden kann ich noch nicht sagen.“

Um diese Verfahren geht es

Brandenburgliga
SV Altlüdersdorf - TuS Sachsenhausen (abgebrochen): Die Begegnung vom 31. Oktober war beim Stand von 2:3 Sekunden vor dem Ende abgebrochen worden. Die Mannschaft des gastgebenden SV Altlüdersdorf hatte freiwillig den Platz verlassen, nachdem ihr Spieler Kuba-Vulu Siala aus einem Block der Sachsenhausener Anhängerschaft rassistisch beleidigt worden sein soll. Anfeindungen sind für Vulu nicht neu. Er müsse sich häufiger mit solchen Äußerungen auseinandersetzen. „Aber nicht so, wie gegen Sachsenhausen“, sagt er. Damals sollen unter anderem Worte wie „Bimbo“ gefallen sein. „Ich bin aber nicht der einzige, der solche Probleme hat.“
Brandenburgliga
TuS Sachsenhausen - FC Eisenhüttenstadt (3:0): Die Partie vom 10. Oktober hatte der TuS 1896 Sachsenhausen deutlich mit 3:0 gegen den FC Eisenhüttenstadt gewonnen. Danach hatten sich Spieler des FCE über rassistische Äußerungen eines Schiedsrichter-Assistenten, dem Vernehmen nach, Andreas Donhauser vom Petkuser SV, beklagt. Das Sportgericht hatte auch diesen Fall schon zu den Akten gelegt. Aus den Reihen des Landesverbandes gab es bereits Bewegung: „Ich habe mit dem Kollegen, der darin involviert ist, zeitnah Kontakt gehabt. So wie er mir das erzählt hat, ist das fast schon Rufmord gegen den Kollegen. Er hat die Vorwürfe vehement und für mich äußerst glaubhaft bestritten“, sagte Heinz Rothe, Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses des FLB, vor einigen Wochen. Auch aus einer Videodokumentation zu dem Spiel ginge nichts Belastendes hervor.
Landesklasse Nord
FC Einheit Grünow - Eintracht Bötzow (1:3): Wenn Gästeteams mit einem Sieg im Gepäck die Anlage des Gegners verlassen, ist die Laune zumeist wunderbar. Bei der Eintracht aus Bötzow war das am 24. Oktober jedoch anders. Die Begleiterscheinungen vom Auswärtsspiel in Grünow ließen bei der Mannschaft aus Oberhavel keine lachenden Gesichter zu. Schiedsrichter und Bötzower seien zuvor angegangen worden, sagte Marco Meißner, Trainer der Gäste. Sein Team habe sich nach dem Abpfiff in der Kabine eingeschlossen. „Wir haben einen Fehler gemacht und hätten damals die Polizei rufen sollen.“ Dies sei aber nicht passiert. Grünow läuft künftig nicht mehr in der Landesklasse auf. Das Team entschied sich freiwillig für den Gang in die Kreisoberliga.