Erst einmal geht es jetzt für 14 Tage in den Urlaub, dann wird sich Matthias Maucksch um seine weitere Zukunft als Fußball-Trainer kümmern. Mit dem 0:2 im Finale des brandenburgischen Landespokals am 29. Mai gegen den SV Babelsberg endet seine dritte Amtszeit beim FSV Union Fürstenwalde. Er hätte sich durchaus eine andere Lösung gewünscht.

Maucksch bedankt sich bei ehemaligen Verantwortlichen wie Baethge, Patze, Hengst und Heinrich

Das ließ sich schon aus seinen Worten bei der Pressekonferenz nach der Pokalniederlage auf dem Rasen des Werner-Seelenbinder-Stadions in Luckenwalde heraushören. Maucksch bedankte sich zum Abschied vor allem bei ehemaligen Verantwortlichen des FSV Union, mit denen er eng zusammenarbeite, als da wären Ex-Manager Sven Baethge, Ex-Geschäftsführerin Manuela Patze, Ex-Präsident Ulrich Hengst und dem vor Kurzem nach seinem Comeback sehr schnell wieder aus persönlichen Gründen zurückgetretenen Sportlichen Leiter Peter Heinrich.
Matthias Maucksch im Gespräch mit dem Ehrenpräsidenten des brandenburgischen Fußballverbandes Siegfried Kirschen (links)
Matthias Maucksch im Gespräch mit dem Ehrenpräsidenten des brandenburgischen Fußballverbandes Siegfried Kirschen (links)
© Foto: Edgar Nemschok

Maucksch hielt den FSV Union in der Regionalliga und holte einmal den Landespokal

„Jetzt sind andere Leute am Ruder und die sollen die Entwicklung des Clubs vorantreiben. Ich habe nur gesagt, wem der Verein vieles zu verdanken hat. Die von mir Genannten standen für den erfolgreichen Weg. Jetzt hoffe ich bloß, dass die Verantwortlichen, die jetzt das Sagen haben, das genauso weiterführen“, erklärte Maucksch auf Nachfrage. Seit fünf Jahren ist der FSV Union Regionalligist stand seit 2015 dreimal im Landespokalfinale, holte im vergangenen August erstmals dem Pott. Fürwahr eine gute Bilanz für eine Club mit schmaler Finanzdecke.
Die Arbeit mit der Mannschaft des FSV Union Fürstenwalde wird er vermissen. „Ich hätte gerne den Vertrag mit dem Verein verlängert, aber die Rahmenbedingungen haben sich gravierend geändert. Da muss ich auch zum Selbstschutz sagen: ,Nein, so nicht!’“, sagte Maucksch. Seine Bilanz beim FSV Union ist eine Erfolgsgeschichte in drei Akten.
Der Verein kam aus der Oberliga, als Maucksch sein erster Engagement in der Saison 2015/16 in der Domstadt antrat. Der gebürtiger Dresdner, der bei Dynamo als Bundesliga-Spieler und Trainer arbeitete, schied nach einem Jahr aus finanziellen Gründen aus, kam ein halbes Jahr später nach der missglückten Versuch mit Achim Hollerieth wieder zurück. Nachdem er in der Spielzeit 2018/19 bei Drittligist Sportfreunde Lotte und dem Regionalligisten BFC Dynamo nicht glücklich wurde, heuerte er im Sommer 2019 wieder beim FSV Union an, landete mit dem Team auf Rang 4, und wurde Pokalsieger.

Luckenwalde

Matthias Maucksch: Coup verpasst, den Pokal zweimal in einer Saison zu gewinnen

Dass es nun gegen den SV Babelsberg nicht den erhofften Coup gab, zweimal in einer Saison den Pokal zu gewinnen, ist zwar auch für ihn enttäuschend, aber er stellt sich wie gewohnt vor seine Spieler. „Ich hatte gehofft, dass sie alle ihre Bestleistung im Finale abrufen können. Das war leider nicht der Fall, Aber das sind alles junge Menschen, da gibt es auch mal Niederlagen.“ Für die Spieler sei das auch ein Weg zu lernen, im entscheidenden Moment Selbstvertrauen zu zeigen und „sich richtig reinzuhauen und die Leistung auf den Platz zu bringen“. Und nicht nur neben dem Platz das große Wort zu führen.
Trainer Matthias Maucksch von Fürstenwalde gibt mit dem Klemmbrett in der Hand Anweisungen von der Bank aus.
Trainer Matthias Maucksch von Fürstenwalde gibt mit dem Klemmbrett in der Hand Anweisungen von der Bank aus.
© Foto: Sören Stache/dpa

Maucksch setzt sich gerne mit Spielern auseinander

Er selbst kam aber gerade mit Spielern gut klar, die manchmal als schwieriger Charakter galten. „Jemand wie Anton Kanther und Darryl Geurts sind Persönlichkeiten, die auch den Mund aufmachen, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Deshalb haben es Trainer vielleicht schwer mit ihnen. Aber in Fürstenwalde muss man sich mit solchen Typen auseinandersetzen, denn hier wird nicht das meiste Geld bezahlt.. Wir haben die Spieler ja nicht bekommen, weil sie Qualitätsspieler sind, sondern weil sie in den Nachwuchszentren nicht mehr weiter kamen und wir sie entwickeln wollten. Da muss man als Trainer auch einmal die Backen zusammenbeißen.“
Maucksch selbst findet gerade deshalb die Arbeit mit jungen Spielern als interessant, „weil wir uns die Qualität selber ranzüchten mussten“. Und beim FSV Union wird genau dies in der kommender Saison von Vereinsseite intensiviert. Maucksch hätte da auch Lust dies weiterzuführen, zumal er in Fürstenwalde quasi rund um die Uhr mit den Spielern trainieren konnte. „Da haben sich viele weiter entwickelt, konnten es nur gegen Babelsberg nicht zeigen.“

Job als Sportlehrer keine Alternative: „Kinder sind zu negativ dem Sport gegenüber eingestellt.“

Doch Maucksch muss seine Arbeit nun woanders fortführen, weil der FSV Union am 2. Juni mit Andreas Langer einen neuen Coach vorstellen wird. Etwas anderes als Coach kommt für den Sportlehrer Maucksch im Übrigen nicht in Frage. „Heutzutage fällt der Sportunterricht als Erstes aus, und wenn du dann dem Sport negativ eingestellte Kinder hast, was ich schade finde die dir sagen, du sollst ihnen einen Sechs geben, weil sie nicht motiviert sind, dann macht das für einen engagierten Lehrer keinen Spaß“, erklärt er.

Maucksch hofft auf Angebot, wenn Unruhe bei anderen Clubs herrscht

Da fokussiert Maucksch sich lieber auf Fußballer, die selber voran kommen wollen. Wo er diese künftig trainieren wird, weiß der Sachse selbst noch nicht. „Das Geschäft ist schnelllebig. Allein in der Regionalliga Nordost wollen kommende Saison sechs Vereine aufsteigen. Da wird irgendwann Unruhe herrschen. Vielleicht kommt dann ein Angebot, vielleicht auch in noch höheren Ligen, wo man sich wieder mit sauberer Arbeit einbringen kann.“ Erst einmal aber stehen 14 Tage Urlaub an.