Union Berlin Bundesliga
: Mikkel Kaufmann zwischen Torflaute und neuem Glück

Mikkel Kaufmann steht sinnbildlich für die Probleme von Union Berlin beim Toreschießen. Kaufmann steht aber auch dafür, dass es sich lohnt dranzubleiben. Nach schwierigem Start genießt er nun sein neues Glück.
Von
Frank Noack
Berlin
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Mikkel Kaufmann (links, hier gegen Robin Koch) hatte die große Chance zum 1:0 für den 1. FC Union Berlin im Bundesliga-Spiel bei Eintracht Frankfurt.

Matthias Koch

Diese Konsequenz hätte man Mikkel Kaufmann auch vor dem gegnerischen Tor gewünscht. Auf die Frage, was bei seiner Großchance zu Beginn der zweiten Halbzeit letztlich gefehlt hat, antworte der Stürmer des 1. FC Union Berlin mit bemerkenswerter Ehrlichkeit. „Qualität! Denn ich treffe das Tor nicht. Das war einfach schlecht“, erklärte Kaufmann nach dem 0:0–Remis des FCU bei Eintracht Frankfurt in der Fußball–Bundesliga.

Der junge Stürmer aus Dänemark stand am Ostersamstag im Frankfurter Deutsche Bank Park sinnbildlich für das aktuell größte Problem der Eisernen aus Köpenick. Union Berlin hat sich zwar unter Trainer Nenad Bjelica in der Defensive nachhaltig stabilisiert. Nur zehn Gegentore in zehn Spielen der Rückrunde sind eine sehr gute Bilanz. Mit dem Tore schießen tut sich die Mannschaft aber weiterhin schwer. Lediglich acht erzielte Treffer in der Rückrunde sind eine ausbaufähige Bilanz.

Diese Misere zeigte sich auch in Frankfurt sehr deutlich. Die Gäste hätten schon in der Startphase in Führung gehen können, vielleicht sogar müssen. Diese Chancen wurden fahrlässig vergeben — Kevin Trapp im Tor der Eintracht musste nicht mal eingreifen, weil alle Bälle an seinem Tor vorbeiflogen.

Und dann kam die 48. Minute: Mikkel Kaufmann lief allein auf Trapp zu, visierte die kurze Ecke unten rechts an und — donnerte den Ball dann oben vorbei. Die schwache Chancenverwertung war am Ende das einzige Manko, das Trainer Nenad Bjelica seiner Mannschaft nach diesem insgesamt sehr ordentlichen Auswärtsspiel ankreidete. Bjelica zollte dem Team zwar ein „großes Kompliment“ für die kämpferische Leistung. Vor allem in der zweiten Halbzeit stemmten sich die Eisernen mit großem kämpferischen Einsatz gegen die drohende Niederlage. Bjelica sagte aber auch klipp und klar: „Leider haben wir bei unseren Kontern keine Effektivität gezeigt.“ Wieder einmal.

Man kann die Torflaute jedoch auch von der positiven Seite betrachten: Der 1. FC Union ist nach diversen Umbauten in der Offensive unter Bjelica inzwischen wieder in der Lage, Torchancen zu kreieren. Youngster wie Mikkel Kaufmann (23 Jahre), Yorbe Vertessen (23) und Brenden Aaronson (23) spielen dabei eine zentrale Rolle. „Das sind alles junge Leute. Sie brauchen vielleicht noch ein bisschen Zeit“, zeigte sich Bjelica trotz der vergebenen Chancen in Frankfurt nachsichtig.

Eines darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Mikkel Kaufmann ist in diesen Tagen auch die personifizierte Bestätigung, dass es sich lohnt dranzubleiben. In der Hinrunde kam der junge Stürmer aus Dänemark meistens nur zu Kurzeinsätzen. Meistens saß Kaufmann jedoch auf der Bank oder auf der Tribüne. Am Samstag gegen Eintracht Frankfurt stand er zum zweiten Mal in Folge in der Startelf der Eisernen.

Mikkel Kaufmann spricht über schwierige Zeit

„Das erste halbe Jahr war schon schwierig für mich. Aber ich habe hart gearbeitet und immer versucht, positiv zu bleiben“, blickt Kaufmann zurück. Nach dem Wechsel vom Zweitligisten Karlsruher SC nach Köpenick kam der bullige Angreifer zunächst nicht in Schwung. Es sei „ein Riesenschritt von der 2. Liga in die Bundesliga. Noch größer, als ich gedacht habe“, räumt Kaufmann ein und genießt sein neues Glücksgefühl: „Dennoch bin ich froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Jetzt geht es in die richtige Richtung.“

Im Prinzip fehlt zum kompletten Glück von Kaufmann jetzt nur noch die richtige Richtung beim Tore schießen. Seinen bislang einzigen Bundesliga–Treffer erzielte er am 9. Dezember beim 3:1–Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Wenn Mikkel Kaufmann künftig auch vor dem Tor so konsequent zu Werke geht wie bei der Analyse der vergebenen Chance in Frankfurt — dann dürften weitere Treffer nur eine Frage der Zeit sein.