Bundesliga Union Berlin: Trotz Comeback von Knoche und Khedira – Debakel gegen Stuttgart
Robin Knoche und Rani Khedira sind zwar wieder da – aber der 1. FC Union Berlin setzt auch mit den beiden Führungsspielern seine Niederlagenserie in der Fußball-Bundesliga fort. Im ersten Spiel nach der Länderspielpause verloren die Eisernen gegen den VfB Stuttgart 0:3 (0:1).
Für die Eisernen wird die Lage nach der achten Pflichtspiel-Niederlage in Folge und Tabellenplatz 14 immer brenzliger. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer stellte zudem einen weiteren Negativ-Rekord auf: Drei Heimniederlagen in Serie kassierten die Köpenicker seit dem Aufstieg 2019 noch nie. „Ich weiß, dass Fußball ein Resultatsport ist. Es geht um die Tabelle. Und da sieht es im Moment nicht gut aus“, erklärte Fischer.
Serhou Guirassy hatte Stuttgart in der 16. Minute in Führung gebracht. Vor 22 012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei erhöhte Silas auf 2:0 (81.). Denis Undav sorgte für den 3:0-Endstand. Der erhoffte Knoche- und Khedira-Effekt blieb also aus. Im Gegenteil: Das Spiel wurde am Ende zum Debakel für die Eisernen.
Urs Fischer war vor allem mit der ersten Halbzeit unzufrieden. „Wir hatten gar keinen Zugriff auf das Spiel. In der zweiten Halbzeit meine ich, eine Reaktion meiner Mannschaft gesehen zu haben“, bilanzierte der Union-Trainer: „Wir hatten die Möglichkeiten, um den Ausgleich zu erzielen. Das haben wir nicht geschafft. Wir sind dann in einen Konter gelaufen und stehen wieder mit leeren Händen da.“
Dabei ging das sehnlich zurückerwartete Duo bereits vor dem Anpfiff voran. Die nach ihren wochenlangen Verletzungen wieder genesenen Robin Knoche und Rani Khedira stürmten bei der Erwärmung als Erste auf den Rasen. Für Knoche musste Leonardo Bonucci auf die Bank. Dort saß diesmal auch Sheraldo Becker. Stattdessen bildete Kevin Volland erstmals gemeinsam mit Neu-Nationalspieler Kevin Behrens das Sturmduo.
Juranovic und Roussillon sind verletzt
Vorläufig pausieren müssen dagegen die beiden Außenverteidiger Josip Juranovic und Jerome Roussillon. Vor allem bei Juranovic dürfte die Pause laut Trainer Urs Fischer „ein bisschen länger dauern“. Angaben zur Art und Schwere der Verletzung machte der Verein nicht. Juranovic musste bereits vor der Länderspielpause aussetzen. Er reiste trotzdem zur Nationalmannschaft und wurde in der EM-Qualifikation gegen Wales eine Halbzeit lang eingesetzt – dann kam das verletzungsbedingte Aus für Juranovic.
Bereits in der Startphase gab es für Union Berlin den nächsten Rückschlag, als Serhou Guirassy die Gäste in Führung brachte. Guirassy kam in der 16. Minute einen Schritt schneller an den Ball als Robin Knoche und erzielte sein 14. Saisontor. Allerdings war für den aktuellen Toptorjäger der Bundesliga die Partie schon nach einer halben Stunde wegen einer Oberschenkelverletzung beendet.
Die Führung für die Schwaben war nicht unverdient. Denn bei ihnen lief mit dem Selbstvertrauen von zuletzt fünf Siegen in Serie der Ball gut durch die eigenen Reihen. In der 37. Minute stand der für Guirassy eingewechselte Deniz Undav am hinteren Pfosten völlig frei und verpasste nur um Zentimeter den zweiten VfB-Treffer. Die Fans im Stadion An der Alten Försterei sahen in der ersten Halbzeit dagegen keine einzige echte Torchance der Gastgeber.
Dreifach-Wechsel in der Pause
Urs Fischer reagierte auf die schwache Vorstellung seiner Mannschaft mit einem Dreifach-Wechsel in der Halbzeitpause. Sheraldo Becker, David Fofana und Alex Kral kamen in die Partie. Die Gastgeber drängten jetzt auf den Ausgleich. Für Stuttgart ergaben sich dadurch Räume für Konter. In der 60. Minute rettete Torhüter Frederik Rönnow gegen den Ex-Unioner Jamie Leweling. Die Eisernen probierten es fast ausschließlich mit der Brechstange – die Kreativität in der Offensive ging ihnen jedoch ab. Das 2:0 von Silas war dann der endgültige K.o. für die ideenlosen Köpenicker. Robin Knoche und Rani Khedira erlebten die Schlussphase von der Bank aus. Für 90 Minuten reichte die Kraft noch nicht. Und für einen Sieg auch nicht.
Das Fazit von Kapitän Christopher Trimmel: „Die vielen Gegentore machen mir am meisten Sorgen. Das sind nicht wir, das ist nicht Union Berlin. Daran müssen wir arbeiten. Bis zum zweiten Gegentor waren wir halbwegs stabil. Danach wurde es zu offen.“


