Union Berlin: Feuerzeugwurf – DFB spricht VfL Bochum vor Gericht drei Punkte zu

Patrick Drewes (Mitte), Torwart des VfL Bochum, und VfL-Mannschaftsarzt Mark Sandfort (r) unterhalten sich im DFB-Campus vor Beginn einer Verhandlung des DFB-Sportgerichts miteinander. Dem VfL Bochum wurden kurz darauf drei Punkte zugesprochen.
picture alliance/dpa/Arne Dedert- DFB-Sportgericht wertet Union Berlin vs. VfL Bochum 2:0 für Bochum nach Feuerzeugwurf.
- Spiel am 14. Dezember für 25 Minuten unterbrochen, Drewes getroffen, Bochum unter Protest weitergespielt.
- Bochum nun mit acht Punkten wieder näher an rettenden Plätzen.
- Union Berlin hat Werfer ermittelt, Anzeige erstattet, dreijähriges Stadionverbot ausgesprochen.
- Berufung gegen das Urteil vor dem DFB-Bundesgericht möglich.
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Nach dem Feuerzeugwurf gegen VfL-Torwart Patrick Drewes wird das Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem VfL Bochum mit 2:0 für das Gäste-Team gewertet. Dieses Urteil fällte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main und gab damit dem Einspruch der Bochumer statt, die gegen die Wertung des 1:1 vorgegangen waren. Gegen das Urteil ist noch Berufung vor dem DFB-Bundesgericht möglich.
„Entscheidungen am Grünen Tisch sind immer das letzte Mittel, hier haben wir es aber mit Umständen zu tun, die uns kaum eine andere Möglichkeit gegeben haben“, sagte Stephan Oberholz als Vorsitzender des Sportgerichts nach der mündlichen Verhandlung: „Für eine besondere Schauspieleinlage von Herrn Drewes oder für ein Komplott oder eine Schmierenkomödie haben wir nicht die entsprechenden Anhaltspunkte bekommen.“
Union Berlin: Spiel war mehr als 25 Minuten unterbrochen
Die Partie war am 14. Dezember kurz vor Schluss für mehr als 25 Minuten unterbrochen, nachdem Drewes von einem aus dem Union-Block geworfenen Feuerzeug getroffen worden war und vom Feld musste.
Das Spiel wurde nach dem Vorfall und der Unterbrechung durch Schiedsrichter Martin Petersen ohne Drewes fortgesetzt und beendet. Da Bochum sein Auswechselkontingent bereits ausgeschöpft hatte, ging Angreifer Philipp Hofmann kurzzeitig ins Tor. Beide Teams passten danach den Ball lediglich hin und her, um die Begegnung zu beenden.
VfL-Keeper Drewes wurde später im Krankenhaus untersucht. Ein Test auf Gehirnerschütterung sei unauffällig verlaufen, sagte damals ein VfL-Sprecher.
VfL Bochum hatte unter Protest weitergespielt
„Vorne links oben“ am Kopf sei er getroffen worden, sagte Drewes bei der dreistündigen Verhandlung im Saal Golden Goal auf dem DFB-Campus. „Das war schon ein Treffer, den ich wahrgenommen habe.“ Die Bochumer waren nach der Unterbrechung in der Partie nur unter Protest wieder auf den Platz gegangen.
In der Tabelle hat das bisherige Schlusslicht Bochum nun acht Punkte und ist wieder dicht dran an den rettenden Plätzen. Gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts kann beim Bundesgericht des Verbandes innerhalb einer Woche Einspruch eingelegt werden. Union hatte den Feuerzeugwerfer nach eigenen Angaben ermittelt, eine Anzeige erstattet und ein dreijähriges Stadionverbot ausgesprochen.
Union Berlin veröffentlicht Stellungnahme zum Urteil
Auf der Vereinshomepage äußerten sich die Köpenicker in Person von Christian Arbeit, Geschäftsführer Kommunikation, nach der Verhandlung folgendermaßen: „Dieses Urteil widerspricht unserer Rechtsauffassung, dass das Spiel nach Entscheidung des Schiedsrichters ordnungsgemäß mit dem sportlichen Ergebnis von 1:1 beendet wurde und keine Umstände vorliegen, die eine Änderung des Ergebnisses durch das DFB-Sportgericht begründen könnten. Wir werden nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung über das weitere Vorgehen entscheiden.“

