Für den 1. FC Union Berlin könnte die Partie bei der TSG Hoffenheim in dieser schon jetzt so erfolgreichen Bundesliga-Saison zum Spiel der Spiele werden. Denn die Eisernen haben am Samstag (15.30 Uhr) die Möglichkeit, den Sprung in die Champions League zu schaffen.
Könnte? Möglichkeit? Union-Trainer Urs Fischer will sich trotz der allgemeinen Euphorie und der Vorfreude auf die europäische Königsklasse im Fußball nicht mit der Möglichkeitsform befassen. „Der Konjunktiv interessiert mich nicht. Was könnte, dürfte oder sollte – nein“, betont Fischer.

Union Berlin – die Ausgangsposition

Vor dem 33. Spieltag bewerben sich drei Teams um die zwei noch freien Champions-League-Plätze: RB Leipzig (3. Platz, 60 Punkte), Union Berlin (4., 59) und der SC Freiburg (5., 56). Die besten Aussichten hat Leipzig – aber auch die schwerste Aufgabe am vorletzten Spieltag. Bei einem Sieg am Samstag (18.30 Uhr) bei Bayern München sind die Sachsen sicher durch. Freiburg spielt bereits am Freitag (20.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg.
Union Berlin zieht vorzeitig in die Königsklasse ein, wenn die Eisernen bei der TSG Hoffenheim mindestens einen Punkt holen und Freiburg zuvor verloren hat. Holt Freiburg einen Punkt, muss Union gewinnen, um rechnerisch nicht mehr vom Sport-Club überholt werden zu können. Bei einem Freiburger Sieg fällt die endgültige Entscheidung zwischen beiden Vereinen erst am letzten Spieltag.
„Natürlich wollen wir aus Hoffenheim was mitnehmen. Aber dazu bedarf es einer sehr guten Leistung. Wir müssen einmal mehr ans Limit gehen und unser Gesicht zeigen“, betont Urs Fischer.

Union Berlin – das Personal

Ausgerechnet vor dem wichtigen Spiel in Hoffenheim gibt es Personalsorgen. Für Mittelfeldspieler Andras Schäfer ist die Saison vorzeitig beendet. Dem 24-Jährigen wurde eine Pause verordnet, teilte Union mit. Eine konkrete Diagnose wollte Trainer Fischer am Donnerstag auch auf Nachfrage nicht benennen.
Der Ungar hatte sich bereits im November am Fuß verletzt. Nur kurz nach seiner Rückkehr erlitt er im Januar erneut einen Rückschlag und musste wochenlang aussetzen. Am Samstag gegen Freiburg stand Schäfer erstmals wieder in der Startelf. In Hoffenheim muss Union ohne seine Qualitäten auskommen. „Andras ist unermüdlich unterwegs und geht weite Wege. Mit ihm bekommen wir viel Druck auf den Ball, er ist eklig für den Gegner“, sagt Fischer.
Außerdem ist der Einsatz von Robin Knoche fraglich. Der Abwehrchef fehlte am Donnerstag beim Training. Er „kränkelt“ laut Fischer. Knoche kam in dieser Saison nur ein einziges Mal nicht zum Einsatz – Union verlor im Oktober das Spiel bei Eintracht Frankfurt 0:2.

Union Berlin – die Fans

Die Anhänger der Eisernen wollen das letzte Auswärtsspiel zu einem Heimspiel machen – und der Verein rührt dafür kräftig die Werbetrommel. Der Gästefanblock in der PreZero-Arena ist mit 3000 Fans zwar schon ausverkauft. Aber es können auch Tickets für die angrenzenden Bereiche erworben werden, teilt Union auf seiner Homepage sowie den Social-Media-Kanälen mit. Rund 5000 Anhänger werden die Eisernen laut Kommunikations-Chef Christian Arbeit im gut 600 Kilometer entfernten Sinsheim unterstützen.
Die Chancen auf ein Heimspiel in Sinsheim stehen nicht schlecht, denn der Fan-Zuspruch für die TSG Hoffenheim hält sich in Grenzen. Lediglich fünf der 16 Heimspiele in dieser Saison waren ausverkauft.

Union Berlin – der Gegner

Hoffenheim mit dem Ex-Unioner Grischa Prömel hat sich zwar unter dem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo stabilisiert, muss als Tabellen-14. aber um den Klassenerhalt zittern. Gewinnt Hoffenheim gegen Union und spielen Schalke gegen Frankfurt sowie Bochum bei Hertha BSC höchstens unentschieden, wären die Kraichgauer praktisch gerettet. „Es geht für beide Mannschaften um sehr viel. Hoffenheim hat ein gutes Umschaltspiel und den einen oder anderen Unterschiedsspieler. Es wird eine Herausforderung für uns“, blickt Fischer voraus.

Union Berlin – die Champions League

Auf der Pressekonferenz vor dem Hoffenheim-Spiel wurde der Union-Coach auch gefragt, ob er denn in der kommenden Saison gern in der Champions League spielen würde. Fischers Antwort, verbunden mit einem herzhaften Lachen: „Hat schon mal ein Trainer 'Nein' gesagt? Dann werde ich mich davor hüten, der erste zu sein.“ Natürlich wollen Union Berlin und Fischer jetzt in die Champions League – am liebsten schon am Samstag in Hoffenheim.

Im Video: Pressekonferenz mit Urs Fischer

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