Neben dem Europapokal überwintern die Fußballer des Bundesligisten 1. FC Union Berlin auch in ihrem dritten Wettbewerb. Durch einen 2:0-Erfolg in der 2. Runde des DFB-Pokals vor 21.029 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim haben die Köpenicker das Achtelfinale, das Anfang Februar 2023 ausgetragen wird, erreicht.
Entsprechend zufrieden zeigte sich Union-Trainer Urs Fischer. „Wir waren von Beginn weg bereit für diese Aufgabe. Es war eine gute, wenn nicht sogar sehr gute Leistung. Gerade im Spiel mit dem Ball hat sie sich sehr viel zugetraut und präzise gespielt“, sagt der Schweizer. Lediglich mit der Chancenverwertung war Fischer nicht ganz zufrieden. „Da waren wir ein bisschen zu fahrlässig.“ Einen Wunschgegner für das Achtelfinale wollte sich der Schweizer nicht entlocken lassen. „Ich hoffe nur auf ein Heimspiel.“

Erster Sieg von Union Berlin über den 1. FC Heidenheim

Trainer Frank Schmidt vom Zweitligisten 1. FC Heidenheim, der seit 15 Jahren die Profis coacht und damit der dienstälteste Trainer im deutschen Profibereich ist, war weniger zufrieden. „Wenn für uns etwas hätte drin sein sollen, dann hätten wir nicht nach jeweils sieben Minuten in der ersten und zweiten Hälfte ein Gegentor kassieren dürfen. Das ist schlecht, wenn du gegen eine Mannschaft spielst, die viel Selbstvertrauen hat und sicher in ihren Abläufen ist.“ Dabei waren die Heidenheimer mal für die Eisernen so etwas wie ein Angstgegner. In der 2. Bundesliga konnten die Köpenicker zwischen 2016 und 2019 in sechs Spielen gegen die Schwaben nie gewinnen. Diesmal hatten die Gäste von der Ostalb bei allem Kampfgeist keine echte Chance.
Herzliche Begrüßung: Frank Schmidt, Trainer des 1. FC Heidenheim (links) und Kollege Urs Fischer vom 1. FC Union Berlin
Herzliche Begrüßung: Frank Schmidt, Trainer des 1. FC Heidenheim (links) und Kollege Urs Fischer vom 1. FC Union Berlin
© Foto: Eibner-Pressefoto/Bert Harzer
Bei Union waren bis auf Angreifer Jordan Siebatcheu (Pferdekuss) alle Akteure einsatzbereit. Trainer Urs Fischer hatte eine Rotation in Maßen angekündigt. Die ging indes über das genannte Maß ein wenig hinaus. Gleich auf fünf Positionen veränderte der Schweizer seine Startelf gegenüber der Bundesliga-Partie gegen Borussia Dortmund. Im Tor stand Lennart Grill für den Dänen Frederik Rönnow. In der Abwehrkette spielte Danilo Doekhi für den Eisenhüttenstädter Paul Jaeckel, Tymoteusz Puchasz beackerte für Kapitän Christopher Trimmel, für Rani Khedira schloss Paul Seguin die Lücken im defensiven Mittelfeld. Im Angriff setzte Fischer auf zwei Flitzer und brachte Sven Michel für Siebatcheu, der neben Sheraldo Becker wirbelte.
Sven Michel, der vor knapp zwei Jahren mit zwei Toren für den SC Paderborn beim 3:2-Sieg den 1. FC Union aus dem DFB-Pokal rausschoss geschossen hatte, war froh, erneut zum Siegerteam zu gehören. „Klar haben wir rotiert, aber jeder weiß, was er zu tun hat. Das hat man heute gesehen. Wir haben hochverdient 2:0 gewonnen“, befand Michel. Und die Partie begann, wie es besser für die Wuhlheider nicht hätte laufen können. Bereits nach sieben Minuten, also eine früher als gegen den BVB, gelang die Führung. Diesmal nicht nach einem Fehler des Gegners. Als Becker auf rechts schön freigespielt wurde und auf den entfernten Pfosten flankte, versenkte ein völlig frei stehender Puchasz den Ball mit der Innenseite im Heidenheimer Tor. Ausgerechnet der Ex-Unioner Lennard Maloney hatte den Polen aus den Augen gelassen. In der Folgezeit verwaltete Union die Partie, zeigte aber in Person von Abwehrchef Robin Knoche ungewohnte Unsicherheiten.
Marnon Busch von 1. FC Heidenheim kämpft gegen Berlins Torschütze Tymoteusz Puchacz (rechts).
Marnon Busch von 1. FC Heidenheim kämpft gegen Berlins Torschütze Tymoteusz Puchacz (rechts).
© Foto: Andreas Gora/dpa
Die nächsten Möglichkeiten hatte der Zweitligist. Aber gegen den Schuss von Andreas Geipl klärte Grill mit einer Faust (15.) und der Ball von Jonas Föhrenbach strich knapp am rechten Pfosten des Union-Tores vorbei (25.). Erst nach einer halben Stunde straffte sich der Bundesliga-Spitzenreiter. Weitere Treffer verhinderten aber FCH-Schlussmann Vitus Eicher grandios gegen Diogo Leite aus Nahdistanz (31.) und Michel köpfte frei knapp am Tor vorbei (34.).
In der zweiten Hälfte sendete Union dann weiter für diese erschreckende Signale an die Bundesliga-Konkurrenz. Trotz der zahlreichen Wechsel stand die Defensive felsenfest, auch Heidenheim biss sich verzweifelt die Zähne am Köpenicker Bollwerk aus. Hätte nicht Torwart Eicher gegen Becker glänzend reagiert und Michel verbesserungswürdige Kopfballkünste gezeigt, gleich nach der Pause wäre alles vorbei gewesen für die Gäste. Weil aber aller guten Dinge drei sind, setzte Michel seinen dritten Kopfball zum 2:0 ins Netz (52).
Die Partie war gegessen. Mainka vor der Linie gegen Becker und Eicher gegen Knoches Hammer sowie in der Schlussphase gegen Behrens aus Nahdistanz verhinderten ein Heidenheimer Debakel. Trainer Schmidt reagierte und wechselte nach einer Stunde vierfach, darunter auch Topstürmer Tim Kleindienst – ein eindeutiges Zeichen, dass die Zweitligapartie am Sonntag gegen Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth nun Priorität genoss. Die Unioner brachten die Partie problemlos über die Zeit und zogen, bejubelt von ihren Anhängern, ins Achtelfinale ein. Am Sonntag (15.30 Uhr) geht es für die Eisernen weiter mit der Partie in der Bundesliga beim Tabellen-Schlusslicht VL Bochum. Und Michel träumt von einem Achtelfinal-Duell gegen den SC Paderborn.
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