Urs Fischer ist ein Phänomen. Der Trainer der Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin bringt die Eisernen immer weiter nach vorne – zuletzt in die Europa League, wo sein Team sogar die Gruppenphase überstand, und sogar an die Spitze der deutschen Beletage. Der 56-Jährige wurde jetzt für sein erfolgreiches Wirken auch in seiner Heimat Schweiz ausgezeichnet.
Zum Trainer des Jahres in Berlin ist er vor wenigen Tagen schon gewählt worden. Nun wurde auch als Schweizer Trainer des Jahres gewählt. „Das ist eine fantastische Auszeichnung. Das erfüllt mich mit großem Stolz“, sagte er hernach in der Livesendung des Schweizer Fernsehens SRF. Dabei weiß eigentlich jeder, der mit ihm zu tun bekommt, dass der Mensch Urs Fischer sich nur sehr ungern in den Mittelpunkt stellt. Er verzichtet darauf, seine Verdienste in den Vordergrund zu stellen, lobte stattdessen „Mannschaft, Staff und das Team hinter dem Team“. Aber Fischer zu würdigen, machen dafür andere gerne.

Urs Fischer ist der Trainer des Jahres in der Schweiz

Der in Zürich-Affoltern aufgewachsene Fischer hat Union Berlin aus der 2. Liga in die Bundesliga gebracht, für den Europacup qualifiziert und zuletzt zwischenzeitlich an Bayern München und allen anderen Großclubs vorbei an die Bundesliga-Spitze geführt. Aber der Kultstatus, den er in Köpenick und darüber hinaus längst besitzt, verdankt er auch seine Persönlichkeit. Daheim in Zürich trifft er sich immer noch mit Jugendfreunden und wenn er abschalten will, geht er gerne fischen. Fischer ist zurückhaltend, direkt, weiß aber, was er will. Damit passt er perfekt in das Biotop Union Berlin und seiner enthusiastischen Anhänger.
Wie schreiben Schweizer Medien: Union Berlin und Urs Fischer - das sei nicht nur eine Erfolgs-, sondern auch eine Liebesgeschichte! Er selbst sagt: „Der Verein, die Menschen und ich, wir haben dieselben Werte.“ Seit 2018 steht er an der Seitenlinie und hat inzwischen mit 182 Spielen die zweitmeisten Partien als Trainer in der Vereinsgeschichte hinter Uwe Neuhaus (253) absolviert. Der 2023 auslaufende Vertrag ist längst verlängert. Ein Denkmal werden sie ihm in der Wuhlheide sicher irgendwann setzen, wie von zahlreichen Fans schon gefordert. Immerhin ein roter Panda im Tierpark Friedrichsfelde ist schon nach Urs Fischer benannt.

Thorsby und Ryerson fehlen noch gegen Hansa

Morten Thorsby und Julian Ryerson haben das Training beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin wieder aufgenommen. Die beiden norwegischen Nationalspieler durften aufgrund ihrer absolvierten Länderspiele in der WM-Pause einen längeren Urlaub genießen, während sich ihre Vereinskameraden bereits seit dem 5. Dezember im Training befinden.
Die beiden Mittelfeldspieler werden aber im ersten Testspiel gegen den Zweitligisten FC Hansa Rostock am 14. Dezember im Stadion An der Alten Försterei (16 Uhr) noch mit der Zuschauerrolle vorliebnehmen müssen. Für beide bietet sich am Samstag eine weitere Chance. Dann ist der Schweizer Erstligist FC St. Gallen (14.30 Uhr) zu Gast in Berlin.

Ex-Torwart Rafal Gikiewicz vergleicht Fischer mit Mourinho und Guardiola

Dies ist nicht verwunderlich, denn der immer bedächtig sprechende Coach hat auf all seinen Stationen erfolgreich gearbeitet. Der ehemalige Verteidiger mit über 500 Einsätzen in der Schweizer Liga führte den Provinzclub FC Thun in den Europapokal und den FC Basel zu zwei Schweizer Meisterschaften, bis er dort als zu langweilig eingestuft wurde. Bei Union Berlin griffen sie zu – und haben es bisher nicht bereut. Dabei wird der „langweilige“ Fischer sogar mit illusteren Trainer verglichen. Unions ehemaliger Torwart Rafal Gikiewicz, inzwischen beim Bundesligisten FC Augsburg aktiv und mit Fischer öfter aneinandergeraten, sagte einmal: „Er ist unser Architekt, im Spiel ohne Ball ist er so gut wie Guardiola oder Mourinho. Jeder weiß, was er machen muss, und wir werden auf dem Platz nie überrascht. Ohne ihn ist diese Mannschaft nichts.“
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