Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin und der Scharmützelsee, das ist längst zu einer heißen Liebe geworden. Die Köpenicker werden vom 23. bis 26. Juni zum sechsten Mal in vier Jahren für ein erstes Kurztrainingslager am Anfang der Vorbereitung auf die kommende Saison an das Märkische Meer reisen.
Dann nächtigen Mannschaft und Mitarbeiter wieder im Hotel Esplanade in Bad Saarow und werden ihre Übungen auf dem Platz von Eintracht Reichenwalde durchführen. Warum die Berliner um Trainer Urs Fischer immer wieder in den Landkreis Oder-Spree kommen, um ihr Lauf-Trainingslager abzuhalten, liegt auf der Hand. Nicht nur, dass die Region um den Scharmützelsee zu den schönsten in Brandenburg gehört, der bei Fußballern oft stark verankerte Aberglaube gehört dazu.

Union Berlin spielt nach Training in Bad Saarow immer eine Spitzensaison

Denn bisher jagte nach den Übungseinheiten in Reichenwalde aus Sicht der Unioner eine Spitzensaison die nächste – Bundesliga-Aufstieg, Klassenerhalt, Qualifikation für die Uefa Conference League, Qualifikation für die Europa League. Folgt dann in der kommenden Saison die Qualifikation für die Champions League?
Vielleicht wäre das ein wenig hoch gegriffen, aber bei Eintracht Reichenwalde, freuen sie sich wie immer wahnsinnig, den Bundesliga-Profis ihre Wünsche erfüllen zu können. Der Platz im Waldstadion an der Saarower Straße, 2006 zur Fußball-WM angelegt, wird sich wie immer in einem bestens präparierten Zustand befinden. Dafür hat der Verein einiges getan. „Wir haben den Rasen vor sechs Wochen gesperrt“, erklärt Torsten Reincke, Mitglied des Vorstands der Eintracht. Sämtliche Spiele der Reichenwalder Mannschaften wurden verlegt.

WM-Rasen in Reichenwalde wird exakt geschnitten – unter drei Millimeter

Seitdem wird der Rasen akribisch gepflegt – also gestriegelt, gedüngt und vertikutiert. Inzwischen wird er mehrfach in der Woche mit einem speziellen Rasenmäher gekürzt, um „auf das Maß zu kommen, das Union fordert – unter drei Zentimeter“, sagt Reincke. Genau beträgt das Maß 2,6 bis 2,8 Zentimeter. „Das ist sehr aufwändig, zudem werden Unebenheiten ausgeglichen“, sagt Reincke und fügt schmunzelnd an: „Aber langsam wissen wir ja, wie der Hase läuft.“

Union Berlin plant zwei öffentliche Trainingseinheiten in Reichenwalde

Für die Fans, die ihren Idolen besonders nahe kommen wollen und in Reichenwalde bei den Übungen zuschauen möchten, besonders wichtig: Die Union-Profis werden nach einem geplanten Waldlauf am Donnerstag ihre öffentlichen Trainingseinheiten im Waldstadion erfahrungsgemäß freitags (10.15 Uhr) und sonnabends Vormittag (10.30 Uhr) absolvieren. Der Verein weist darauf hin, dass die Zeiten geändert werden können. Einheiten am jeweiligen Nachmittag werden kurzfristig angesetzt.
Der gerade als potenzieller Neuzugang gehandelte Philipp Max (PSV Eindhoven) ist am Scharmützelsee ebenso wenig dabei wie die Nationalspieler Genki Haraguchi (Japan), Andras Schäfer (Ungarn), Julian Ryerson (Norwegen) und Christopher Trimmel (Österreich). Letzterer wird darüber ein wenig traurig sein, denn „Bad Saarow ist ein schöner Ort mit dem See.“ An dem sich die Unioner nach den anstrengenden Trainingseinheiten schonmal mit einem Spaziergang erholen.

Erste Testspiele gegen Viktoria Berlin, 1. FC Magdeburg und Eintracht Braunschweig

Nach dem Lauftrainingslager folgen drei Testspiele in fremden Stadiien – beim FC Viktoria Berlin (29. Juni, 18 Uhr, Jahnsportpark), 1. FC Magdeburg (2. Juli, 16.30 Uhr, MDCC-Arena) und bei Eintracht Braunschweig (6. Juli, 18 Uhr), ehe die Saisoneröffnung in der Alten Försterei gegen Bohemians Dublin (9. Juli, 15.30 Uhr) erfolgt.