Union Berlin
: Sheraldo Becker weg? – Urs Fischer plant mit dem Torjäger und ohne ihn

Sheraldo Becker und sein möglicher Abschied beim Union Berlin: Nach dem Testspielsieg gegen Atalanta Bergamo ist klar, wie Urs Fischer mit dem wechselwilligen Torjäger plant – nämlich zweigleisig.
Von
Frank Noack
Berlin
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  • Bleibt er oder geht er? Die Zukunft von Toptorjäger Sheraldo Becker beim 1. FC Union Berlin ist weiterhin unklar.

    Bleibt er oder geht er? Die Zukunft von Toptorjäger Sheraldo Becker beim 1. FC Union Berlin ist weiterhin unklar.

    Matthias Koch
  • Sheraldo Becker (Mitte) kam bei der Generalprobe von Union Berlin gegen Atalanta Bergamo (hier Nadir Zortea) erst mit Beginn der zweiten Halbzeit ins Spiel.

    Sheraldo Becker (Mitte) kam bei der Generalprobe von Union Berlin gegen Atalanta Bergamo (hier Nadir Zortea) erst mit Beginn der zweiten Halbzeit ins Spiel.

    Imago/Michael Taeger
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Ausgerechnet hinter dem Toptorjäger der vergangenen Saison steht beim 1. FC Union Berlin wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel das größte Fragezeichen. Geht Sheraldo Becker mit den Eisernen in die Champions-League-Saison 2023/24 oder verlässt er Fußball-Köpenick vor dem Ende der Wechselfrist am 1. September?

Bis zu diesem wichtigen Datum sind es noch gut drei Wochen. Schon jetzt ist klar: Es dürften spannende und anstrengende drei Wochen für alle Beteiligten werden. Denn nach wie vor steht ein Abschied des 28 Jahre alten Toptorjägers im Raum.

Sheraldo Becker war in der vergangenen Saison mit elf Treffern bester Union-Torschütze in der Bundesliga. Dazu kommen sieben Vorlagen. Beim 4:1-Sieg von Union Berlin am Samstag bei der Generalprobe gegen den italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo musste Becker jedoch zunächst mit einer ungewohnten Rolle vorliebnehmen. Als das Spiel losging, saß der Stürmer auf der Bank.

Stattdessen bildeten Kevin Behrens und Neuzugang David Fofana den Zweimann-Angriff der Eisernen. Und sie machten ihre Sache richtig gut. Behrens traf nach Vorlage von Fofana zum 2:0. Fofana ließ dann einen Doppelpack zum 3:0 und 4:1 folgen. Mehr noch: Der sprintstarke Mann vom FC Chelsea war am Samstagnachmittag der Gewinner des Spiels. „Die Tore waren wirklich toll. Besser geht es nicht. Was ihm noch so ein bisschen fehlt, ist der Rhythmus. Jede Minute tut ihm gut“, lobte Fischer. Bereits beim 3:0-Sieg im Testspiel gegen Rapid Wien hatten Behrens und Fofana gut miteinander harmoniert.

Plant der Trainer von Union Berlin also bereits ohne Sheraldo Becker? Die Antwort auf diese Frage, die derzeit über dem Stadion An der Alten Försterei schwebt, lautet klipp und klar: Jein! Denn Fischer plant einerseits mit und andererseits ohne Becker.

„Du weißt nicht, was nächste Woche ist. Letztlich müssen wir versuchen, vorbereitet zu sein. Logisch, er ist unser Topscorer der vergangenen Spielzeit. Wir würden ihn ungern verlieren“, sagte Fischer nach dem Test gegen Bergamo: „Aber wir wissen, wie das Fußballgeschäft läuft. Es gilt, bereit zu sein.“ Bereit zu sein, bedeutet in diesem Fall: Union Berlin benötigt eine Lösung, falls Becker bis spätestens 1. September den Verein verlässt.

Union Berlin mit Becker gegen Astoria Walldorf?

Dabei ist nicht einmal klar, ob Sheraldo Becker beim ersten Pflichtspiel am kommenden Sonntag im DFB-Pokal beim Südwest-Regionalligisten Astoria Walldorf überhaupt noch zum Kader der Eisernen gehört. Es sei ja schließlich „noch eine ganze Woche bis zum ersten Spiel“, so Fischer: „Trotzdem versuchen wir natürlich, Sheraldo mit einzubinden. Und er kennt ja sowieso die Automatismen und die Abläufe.“

In jedem Fall plant Urs Fischer derzeit zweigleisig mit seinem besten Torjäger der vergangenen Saison. Deutliches Indiz, dass man Sheraldo Becker unbedingt halten will: Der Stürmer ist auch für die kommende Spielzeit wieder als dritter Kapitän hinter Christopher Trimmel und Rani Khedira eingeplant. Das ist ein deutliches Vertrauenssignal. Aber motiviert es Becker wirklich, seine Wechselambitionen ad acta zu legen und in seine fünfte Saison beim 1. FC Union zu gehen?

Endgültige Gewissheit wird es möglicherweise erst am Ende der Transferfrist am 1. September um 18 Uhr geben. Übrigens: Bereits einen Tag zuvor, am 31. August, werden die Gruppen für die Champions League ausgelost.