Union Berlin
: Zittersieg gegen Darmstadt beruhigt Diskussionen um Trainer Bjelica

Union Berlin gewinnt gegen Darmstadt – dieser Sieg ist in der Bundesliga mehr wert als drei Punkte. Der Erfolg beruhigt die Diskussionen um Trainer Bjelica, auch wenn das Thema noch nicht beendet ist.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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  • Der gesperrte Trainer Nenad Bjelica von Union Berlin verfolgte das Spiel am Sonntag gegen den SV Darmstadt von der Tribüne aus. Die Aufregung um den kroatischen Coach haben die Eisernen noch nicht abgeschüttelt.

    Der gesperrte Trainer Nenad Bjelica von Union Berlin verfolgte das Spiel am Sonntag gegen den SV Darmstadt von der Tribüne aus. Die Aufregung um den kroatischen Coach haben die Eisernen noch nicht abgeschüttelt.

    Andreas Gora/dpa
  • Der 1. FC Union Berlin und der SV Darmstadt lieferten sich am Sonntag im Stadion an der Alten Försterei einen typischen Abstiegskampf mit vielen Zweikämpfen und nur wenigen spielerischen Höhepunkten.

    Der 1. FC Union Berlin und der SV Darmstadt lieferten sich am Sonntag im Stadion an der Alten Försterei einen typischen Abstiegskampf mit vielen Zweikämpfen und nur wenigen spielerischen Höhepunkten.

    Andreas Gora/dpa
  • Co-Trainer Danijel Jumic (rechts) vertrat Chefcoach Nenad Bjelica beim 1. FC Union Berlin an der Seitenlinie.

    Co-Trainer Danijel Jumic (rechts) vertrat Chefcoach Nenad Bjelica beim 1. FC Union Berlin an der Seitenlinie.

    Andreas Gora/dpa
  • Benedict Hollerbach schießt den 1. FC Union Berlin zum Sieg gegen den SV Darmstadt.

    Benedict Hollerbach schießt den 1. FC Union Berlin zum Sieg gegen den SV Darmstadt.

    Matthias Koch
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Der 1. FC Union Berlin schafft in der Fußball-Bundesliga mit dem 1:0 (0:0) gegen den SV Darmstadt einen Befreiungsschlag – und kann damit auch ein bisschen die Aufregung um Trainer Nenad Bjelica vorerst etwas beruhigen. Co-Trainer Danijel Jumic erlebte als Bjelica-Vertreter ein erfolgreiches Debüt als verantwortlicher Coach in der Bundesliga.

Im Sechs-Punkte-Spiel gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt sorgte Benedict Hollerbach (62.) mit seinem Treffer für den Heimsieg im Stadion an der Alten Försterei – der wegen der vergebenen Berliner Konterchancen zu einer Zittereinlage wurde.

Gegenüber der 0:1-Niederlage in München gab es zwei Änderungen in der Startelf. Andras Schäfer und Kevin Behrens spielten für Janik Haberer und den verletzten Kevin Volland. Auf der Bank gab es mit Rani Khedira nach seiner Verletzungspause und Aissa Laidouni nach dem Afrika-Cup zwei Rückkehrer im Kader.

Trainer Bjelica auf der Tribüne

Trainer Bjelica, der nach seiner Unsportlichkeit gegen Bayern-Profi Leroy Sané für drei Spiele gesperrt ist, beobachtete die Partie im Stadion an der Alten Försterei aus einer Loge auf der Haupttribüne. Von dort sah er in der ersten Halbzeit ein über weite Strecken zerfahrenes Spiel mit wenigen Höhepunkten – typisch Abstiegskampf eben. Kevin Behrens hatte die einzige große Berliner Chance (35.), als er links im Fünfmeterraum den Ball über das Tor donnerte. Für Darmstadt kam Julian Justvan mit einem Kopfball (39.) nach einem Konter dem Berliner Tor recht nahe.

Insgesamt ein enttäuschender Auftritt der Unioner im ersten Abschnitt. Die Diskussionen um den Trainer hatten dabei sicher nicht zur Stabilisierung der nach vielen Rückschlägen in dieser Saison verunsicherten Berliner Mannschaft beigetragen. Sportchef Oliver Ruhnert vermied im Interview bei DAZN zudem ein ganz klares Bekenntnis dafür, dass Bjelica nach seiner Sperre auch tatsächlich wieder ins Traineramt bei Union zurückkehren werde. Allerdings dementierte er auch einen Bericht des „Kicker“, wonach sich einige Spieler gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Coach ausgesprochen hätten. Deutlich formulierte der Sportchef allerdings: „Wir sind mit der Aktion unglücklich und in keinster Weise einverstanden.“

Co-Trainer Jumic an der Seitenlinie

Für Bjelica übernahm Co-Trainer Jumic das Coaching am Spielfeldrand. Gestenreich trieb er seine Mannschaft an, die nach der Pause durch Benedict Hollerbach eine echte Großchance hatte. Allein vor dem Darmstädter Tor scheiterte der Union-Stürmer an Torhüter Marcel Schuhen (48.). Nun war mehr Tempo in den Aktionen. Die Gastgeber erhöhten den Druck, wirkten aber nicht immer ganz sattelfest. Als dann aber Darmstadt gerade etwas nach vorn rückte, schlugen die Eisernen zu. Nach einem Konter bediente Schäfer mustergültig Hollerbach, dieses Mal traf der Neuzugang (62.).

Das Tor war ein echter Stimmungsaufheller, jetzt hatten Mannschaft und Publikum echte Union-Temperatur. Ein spektakulärer Seitfallzieher von Robin Gosens (68.), die nächste Chance von Hollerbach (69.) und ein Behrens-Kopfball (76.) hätten schon die Vorentscheidung bedeuten können.

So blieb Darmstadt noch im Spiel und die Berliner mussten um die wichtigen drei Punkte zittern – spätestens, als Kevin Behrens nach dem nächsten Konter erneut scheiterte (84.). Darmstadt kam aber nicht mehr gefährlich vor das Tor – dieser Sieg ist für Union in der aktuellen Phase mehr wert als nur drei Punkte.