Erneuerbare Energie: Grüne Zukunft für alte Gasspeicher

Im Tank: Ein Hybridkraftwerk in Prenzlau stellt Wasserstoff mit überschüssigem Windstrom her. Das Gas könnte künftig in großen Speichern unterirdisch gelagert werden.
Monika Skolimowska/dpaDie Wissenschaftler forschen zur Speicherung von Wasserstoff und Synthesegas. Dabei handelt es sich um Methan, das mit Hilfe von überschüssigem Windstrom, Wasserstoff und Kohlendioxid künstlich hergestellt wird. Methan ist auch Hauptbestandteil des Erdgases.
Um Wasserstoff oder Synthesegas zu speichern gibt es zwei Möglichkeiten: Kavernen und Porenspeicher. Kavernen sind große Hohlräume in Salzstöcken. Porenspeicher sind schwammartige Strukturen in Sandstein. Beide werden seit langem für die Erdgasspeicherung genutzt. Allerdings haben Gasversorger in Deutschland in den vergangenen Jahren solche Speicher aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Nun gibt es Überlegungen, freie Kapazitäten für grünes Gas zu nutzen. In Berlin zum Beispiel soll das im überflüssig gewordene Gasspeicher unterm Grunewald getestet werden.
Kavernen in Salzstöcken eigenen sich sowohl für Synthesegas als auch Wasserstoff gut, sagt Kühn. Beide Gase lassen sich dort ohne Qualitätsverluste speichern. Schwieriger ist die Lagerung von Wasserstoff in porösem Sandstein. Wasserstoff reagiert dort mit Mineralien, wird von Bakterien verbraucht — es ist also mit Einbußen zu rechnen. Wissenschaftler des GFZ untersuchen gegenwärtig in Computermodellierungen und Laborversuchen diese Prozesse. Mehr als fünf Terawattstunden erneuerbare Energie sind laut GFZ 2017 und 2018 verloren gegangen, weil die Netze den erneuerbaren Strom nicht abnehmen konnten. Die Energie könnte künftig in Form von Gasen gelagert werden, sagt Kühn. "Wir haben ein großes, gut verteiltes Potenzial an Speichermöglichkeiten in Deutschland.“
Das GFZ kann für solche Speicher seine Expertise einbringen, die es bei Versuchen zur unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid in Ketzin (Havelland) gewonnen hat. Die dafür entwickelten Überwachungsmethoden lassen sich nach Angaben des GFZ auch auf Wasserstoff anwenden.
Laut einer Studie des Landes zu den Potenzialen von Wasserstoff beziehungsweise Synthesegas gibt es 31 potentiell mögliche Orte für Kavernen und 23 für Sandstein–Depots in Brandenburg.