Neues aus Markendorf: Unsichere Zukunft für Jugendclub

Mathias Reschke, Vorsitzender des Kinder- und Jugendfördervereins Markendorf (KJFV)⇥Foto: Anna Pröschild
Foto: Anna PröschildSchon gewusst? Die Zukunft des Jugendclubs in Markendorf steht auf der Kippe. Mathias Reschke, Vorsitzender des Kinder- und Jugendfördervereins (KJVF), kämpft um die dringend benötigte finanzielle Unterstützung. Im Interview mit dem Märkischen Sonntag schildert er die schwierige Lage und hofft auf Unterstützer.
12 000 Euro für die Miete – doch das Geld fehlt
„Wir haben grob ausgerechnet, dass wir 12 000 Euro im Jahr benötigen – das entspricht ungefähr 1000 Euro Miete pro Monat“, erklärt Reschke. Ein entsprechender Fördermittelantrag an die Stadt Frankfurt (Oder) wurde jedoch abgelehnt.
„Die Stadt hat uns mitgeteilt, dass der Haushaltsplan für 2026 noch nicht steht. Neue Projekte können derzeit schlicht nicht finanziert werden, weil das Geld fehlt.“ Zwar sei das Projekt im Jugendausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung einstimmig angenommen worden, doch ohne Mittel bleibt der Verein auf sich allein gestellt.
Aktuell sind die Räume für den Jugendclub nicht gesichert – die Miete ist bislang für keinen Zeitraum gedeckt. „Ich kann der Vermieterin nicht zusagen, dass wir die Räume nehmen, wenn ich nicht weiß, ob wir die Miete zahlen können. Da habe ich überhaupt keinen Spielraum“, so der 42-Jährige.
Was bietet der Jugendclub?
Sollte die Finanzierung gelingen, möchte der Verein die neuen Räume im „Haus Lena“ vom ambulanten Pflegedienst Sylvia Klementz beziehen und zu einem echten Jugendtreffpunkt umbauen.
„Das alte Feldsteinhaus ist ein denkmalgeschütztes Multifunktionsgebäude, das für Kinder wenig Möglichkeiten bietet. Die neuen Räume wollen wir komplett für den Jugendclub nutzen. Geplant ist unter anderem eine Nachmittagsbetreuung an Wochentagen, Ferienprogramme und verschiedene Projekte mit lokalen Firmen – zum Beispiel eine Lernwerkstatt für Holz, Metall und Elektro. Auch das Thema digitale Medienkompetenz möchte ich einbringen“, berichtet der Markendorfer.
Wie viele Jugendliche profitieren?
Die letzte Zählung ist etwa vier Jahre alt: Damals interessierten sich zehn bis 20 Kinder und Jugendliche für den Club, einige davon sind heute noch aktiv im Verein. „Wir merken einen kontinuierlichen Zuzug nach Markendorf, vor allem kommen junge Familien“, so Reschke.
Der Wunsch: Offenheit und Unterstützung
Reschke betont: „Viele kleine Orte kämpfen mit Nachwuchsmangel – bei uns ist das zum Glück nicht so. Wir wünschen uns, dass die Kinder und Jugendlichen hier weiterhin eine Perspektive haben. Dafür brauchen wir Planungssicherheit und Unterstützung.“ Ob und wie es mit dem Jugendclub weitergeht, ist derzeit ungewiss.
Der Verein hofft auf eine positive Entwicklung – und auf Unterstützung aus Politik und Gesellschaft. „Frau Klementz und wir als Vorstand des KJFV werden das Projekt definitiv nicht sterben lassen“, so Reschke.
Engagement beim Fest
Der Kinder- und Jugendförderverein ist auch beim diesjährigen Baumblütenfest aktiv. „Wir betreuen die Kinderstrecke, bieten Kinderschminken, Bastelaktionen und mehr an“, berichtet Reschke. Die großen Attraktionen werden vom Sportverein Blau Weiss Markendorf organisiert, der Ortsverein übernimmt die Betreuung vor Ort.
Milliarden für Rechenzentrum
Der Frankfurter Ortsteil entwickelt sich ständig weiter. Im März hat die Stadtverordnetenversammlung die Voraussetzungen für die Entwicklung eines KI-Rechenzentrumsstandorts geebnet.
Bis zu 3,5 Milliarden Euro sollen im künftigen Industrie- und Gewerbepark an der B87 in Markendorf investiert werden.⇥⇥Anna Pröschild