Tag der Pflege: Flexibel durch duale Ausbildung

Die Ausbildungsordnung zur Pflegefachkraft wurde vor einigen Jahren vereinheitlicht und ähnelt künftig dualen Ausbildungsgängen.⇥Foto: Randstad/txn
txnMenschen beruhigen und manchmal trösten, Medikamente verabreichen, bei der Körperpflege helfen und mit Ärzten sprechen: Wer in der Pflege arbeitet, braucht neben fachlichem Know-how auch Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeiten.
Seit einigen Jahren nimmt darauf auch die Ausbildungsordnung Rücksicht: Die getrennten Ausbildungswege für die Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege sind Geschichte. Sie wurden ersetzt durch die einheitliche Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann.
Ausbildungsordnung flexibler und differenzierter
Nun stehen in den ersten beiden Jahren der dreijährigen Ausbildung Inhalte auf dem Lehrplan, die für alle Pflegeberufe relevant sind: medizinisches Wissen und pflegerische Basics, aber auch Kommunikation mit den gepflegten Menschen und mit Ärzten.
Die Auszubildenden schnuppern dabei praktisch in unterschiedliche Pflegebereiche hinein. Sie lernen die Arbeit in Seniorenheimen, in psychiatrischen Einrichtungen oder im Krankenhaus kennen. Dieses breite Wissen sorgt dafür, dass Pflegefachkräfte nachher beruflich sehr flexibel sind. Wer möchte, kann sich im dritten Jahr auf Altenpflege oder Kinderkrankenpflege spezialisieren.
Die generalistische Pflegeausbildung zur Pflegefachkraft ist in Deutschland kostenlos (kein Schulgeld) und wird über drei Jahre hinweg vergütet. Sie führt zu einem EU-weit anerkannten Abschluss, der Arbeit in allen Pflegebereichen (Krankenhaus, Altenheim, ambulant) ermöglicht.
Wer sich für eine Karriere als Pflegefachkraft interessiert, sollte einen mittleren Schulabschluss mitbringen. Genauso wichtig ist die Lust darauf, mit anderen zusammenzuarbeiten. Denn Pflege ist immer auch eine Teamarbeit. ⇥txn
Bedarf steigend
Aktuelle Entwicklungen und Zahlen (Stand Frühjahr 2026):
Deutlicher Zuwachs: Zum 31. Dezember 2025 schlossen rund 64.300 Personen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ab. Das ist ein Plus von 8 Prozent bzw. 4.900 Auszubildenden im Vergleich zum Vorjahr, was einem neuen Höchststand entspricht.
Gestiegener Männeranteil: Der Männeranteil unter den Auszubildenden liegt inzwischen bei 29 %.
Positive Arbeitsmarktprognose: Trotz des Zuwachses bleibt der Fachkräftemangel akut. Der Deutsche Pflegerat warnt, dass bis 2034 voraussichtlich rund 500.000 Pflegekräfte fehlen werden.

Anzeige
-