Innung aktuell: Handwerk bedeutet Zukunft
Insgesamt 22 Gesellen wurden im Golfpark Schloss Wilkendorf kürzlich der Gesellenbrief und ihr Facharbeiterzeugnis für den Beruf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik feierlich überreicht. Darunter auch Amely Nele Neuendorff aus Bernau. Die einzige Gesellin in der Runde verriet gegenüber dem Märkischen Sonntag, wie sie zu dieser Berufswahl gekommen ist. „Durch meinen Papa, der in einem SHK-Fachbetrieb arbeitet, bin ich im Handwerk aufgewachsen. Er nahm mich immer mal wieder auf die Baustelle mit. Ich fand die Tätigkeit interessant und fragte seinen Chef nach einem Ferienjob. Nach dem Schulabschluss absolvierte ich dann bei ihm auch meine praktische Berufsausbildung. Im SHK-Fachbetrieb Sagatherm bei Heiko Pöhlitz habe ich viel von ihm und seinem Team gelernt“, erzählt sie. Für die nachfolgende Generation hat sie den Ratschlag, sich reinzuknien und sich mit den vielen unterschiedlichen Themen, die einen auf jeder Baustelle erwarten, auseinanderzusetzen. Angehende Handwerkerinnen und Handwerker sollten sich nicht scheuen, bei Unsicherheiten auch mehrmals nachzufragen und sich Details erklären zu lassen.
Im Rahmen der feierlichen Freisprechung begrüßte Herbert Treichel, Innungsobermeister und Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, die Gäste, unter ihnen Michael Gürtler, Geschäftsführer des SHK-Fachverbandes Brandenburg aus Potsdam, und Astrid Köbsch, Geschäftsführerin und Abteilungsleiterin für Gewerbeförderung der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, sowie seine Kollegen des Gesellenprüfungsausschusses, Ausbilder, Berufsschullehrer, Eltern und Freunde.
In seiner Festrede richtete Obermeister Treichel das Wort zunächst an die frisch gebackenen Gesellen und eine Gesellin des Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Handwerks: „Sie sind heute hier die Hauptpersonen. Wir schätzen Ihre Arbeit sehr hoch ein. Sie haben dreieinhalb Jahre gelernt. Es war sicherlich kein einfacher Weg, aber Sie haben ihn gemeistert. Herzlichen Glückwunsch auch an die Eltern, Lebenspartner und Freundinnen. Nun liegt es an Ihnen, was Sie daraus machen. Ihnen stehen Tür und Tor offen.“ Treichel betonte, dass die 23 jungen Menschen einen aus seiner Sicht schönsten und anspruchsvollsten Berufe gewählt haben. In ihrer Ausbildung haben sie umfassende Kenntnisse im Bereich Wärme- und Wassertechnik, alternativer Energien und Lüftungsanlagen erworben: Das ermögliche nicht nur einen guten Verdienst, sondern vor allem einen Beruf mit sicherer Perspektive. Darüber hinaus motivierte er die jungen Erwachsenen dazu, den eigenen Weg zu gehen: „Die Zukunft im Handwerk sieht sehr gut für Sie aus. Sie können einen richtig guten Euro verdienen. Nur die wirklich Guten, die Verantwortung übernehmen, können sich die besten Jobs aussuchen.“
Seiner Einschätzung nach gewinnt das Handwerk wieder mehr an Bedeutung, das ließe sich nicht nur an den stark steigenden Ausbildungszahlen ablesen. So stehen beispielsweise im Sommer Prüfungen für 43 Auszubildende an. Das ähnle dem Niveau zu Beginn der 90er Jahre. Abschließend gab er den 22 Anlagenmechanikern und der einen Anlagenmechanikerin mit auf den Weg, dass sie als Vertreter ihrer Zunft auch Verantwortung tragen. Nicht nur für die Qualität der Arbeit, sondern auch für das Auftreten gegenüber der Kundschaft und dem Umgang vor Ort. „Ihr habt super Weiterbildungsmöglichkeiten. Seid mutig und geht in die Meisterausbildung. Für Sie sind die Chancen groß, in einen Betrieb einzusteigen und ihn einmal zu übernehmen. Wir helfen Ihnen als Innung, als Fachverband und als Handwerkskammer. Sprechen Sie uns einfach darauf an.“
Einen persönlichen Dank richtete Herbert Treichel abschließend noch an die Geschäftsstellenleiterin Romy Schröder, die die Veranstaltung organisiert hatte. „Ohne unsere rechte Hand wäre so etwas gar nicht möglich.“ Die Sängerin Elisa Isabell Flottran, Musikstudentin an der Humboldt-Universität Berlin, gab der Feier mit ihrem Auftritt einen stimmungsvollen Rahmen.
Astrid Köbsch überbrachte die Glückwünsche der Handwerkskammer: „Sie haben einen wichtigen Meilenstein in Ihrer Ausbildung erreicht. Darauf dürfen Sie stolz sein, dafür gilt Ihnen mein persönlicher Respekt. Der Gesellenbrief ist nicht nur Bestätigung, sondern auch eine Anerkennung Ihrer Hingabe und Ihres Durchhaltevermögens. Ab heute gehören Sie zu einer stolzen Gemeinschaft von Handwerkern, die nicht nur Werte schaffen, sondern auch Verantwortung tragen.“ Auch sie ist davon überzeugt, dass das Handwerk Zukunft hat. „Ein Dach lässt sich nicht virtuell decken, eine Tür wird nicht digital montiert und ein Brot aus einem 3D-Drucker wird nie so schmecken, wie eines aus Meisterhand. Ihr Wissen und handwerkliches Geschick sind gefragt.“
Gleichzeitig tragen sie nun, als Mitglieder ihrer Innung und ihres Betriebes, Verantwortung. Handwerk bedeutet auch eine jahrhundertelange Tradition, für deren Fortbestand Sorge getragen werden müsse. Astrid Köbsch verwies darauf, dass fast jeder zweite Betrieb im Kammerbezirk derzeit auf einen Nachfolger warte. „Schreiben Sie Ihre eigene Erfolgsgeschichte. Nutzen Sie die Chancen, die Ihnen geboten werden. Vielen Dank und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg.“
Michael Gürtler, der Geschäftsführer des SHK-Fachverbandes Brandenburg, übermittelte zunächst herzliche Glückwünsche vom Landesinnungsobermeister. In seiner kurzen Ansprache erklärte er den jungen Leuten, dass das Lernen nun noch nicht zu Ende sei. Theoretisch stehe der Meisterausbildung direkt im Anschluss nichts im Wege. Dazu sei die SHK-Branche bestens geeignet. In seinen 35 Jahren als Unternehmer hat er viele Jugendliche auf ihrem Weg begleitet – sei es zum Obermonteur, Techniker oder sogar zum Meister. „Unsere Branche erlebt gerade eine ganz spannende Zeit. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz wird zum 1. Juli viel Bewegung bringen. Wir hoffen, dass es unseren Forderungen entspricht. Die Wärmepumpe gehört in den Markt und muss fachgerecht eingebaut werden, dafür seid Sie jetzt da.“⇥ Reinhard Witteck
Termine der Innung
19. Mai, 14.30 Uhr: Vorstandssitzung, 16 Uhr: Innungsversammlung, TGA Heinemann in Strausberg
26. Juni: Sommerfest der Innung
7. Oktober, 14.30 Uhr: Vorstandssitzung, 16 Uhr: Innungsversammlung, TGA Heinemann in Strausberg
12. bis 15. Oktober: Fachmesse gedatec Berlin
Mehr Informationen online unter: www.ishk.de

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