ToLo Hoppegarten: Scheinbare Kluft überwinden

Jörg Pose (links) und Manfred Möck wurden mit dem Silbernen Bären als beste Darsteller sowie mit dem Leserpreis der Berliner Morgenpost gewürdigt.
Foto ©DEFA-Stiftung/Norbert KuhröberHoppegarten. Defa-Kino-Zeit im Hoppegartener Haus der Generationen (HdG) gibt es mittlerweile seit mehr als zwei Jahren. Begonnen hat dieses Projekt mit der Reihe „Drehbuch Wolfgang Kohlhaase, es folgte „Regie Frank Beyer“.
Als aus dem Publikum die Nachfrage an die Veranstalter von der Gruppe mach art im Hönower Bürger-Verein e. V., gerichtet wurde, ob nicht auch Wunschfilme gezeigt werden könnten, wurden allen hebel in Bewegung gesetzt, um dies zu ermöglichen. Und so wird am kommenden Donnerstag, dem 9. Juli, um 19 Uhr der beeindruckende DEFA-Spielfilm „Einer trage des anderen Last“ von Regisseur Lothar Warneke und Autor Wolfgang Held – von ihm erschien 1995 im Verlag „Das Neue Berlin“ der gleichnamige Roman – aus dem Jahr 1988 zu sehen sein. Die Geschichte ist schnell erzählt. In einer privaten Lungenheilanstalt treffen Anfang 1950 der von der sozialistischen Idee durchdrungene Volkspolizist Josef Heiliger (Jörg Pose) und der evangelische Vikar Hubertus Koschenz (Manfred Möck) aufeinander. Sie sind an Tuberkulose erkrankt und müssen sich unfreiwillig ein Krankenzimmer teilen. Beide tragen zunächst ihre kontroversen Weltanschauungen demonstrativ zur Schau.
Der Kommunist und der Christ lernen jedoch im Laufe der Zeit, weil sie viel gemeinsames humanistisches Gedankengut verbindet, in einer für sie ungewöhnlichen Situation, miteinander leben zu müssen. „Als der Regisseur Lothar Warneke am 5. Juni 2005 verstarb, würdigte ihn Matthias Platzeck, damals Ministerpräsident von Brandenburg, als einen der ‚ganz Großen‘ des deutschen Kinos, der mir seiner ‚leisen menschlichen Art‘ in ‚Einer trage des anderen Last‘ ‚Millionen in die Kinos‘ gezogen habe. Dass dieser so erfolgreiche Film sein letzter war, verschweigt der Nachruf. In der gewendeten Republik fand Warneke keine Arbeit als Regisseur mehr“, ist in einer Kritik auf der Webseite Moviepilot zu lesen.
Übrigens wurden die beiden Darsteller bei der 38. Berlinale 1988 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.
Der Eintritt ist frei. Da die Plätze begrenzt sind, wird eine rechtzeitige Anmeldung per Mail an: reservierung@gruppe-mach-art.de empfohlen.

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