100 Jahre SVA Altlüdersdorf
: Stolz auf das Geschaffene

AnzeigeSV Altlüdersdorf Der Verein blickt auf eine Historie von 100 Jahren zurück. Dazu gibt‘s am 3. Juli eine Festveranstaltung sowie am 4. Juli ein sportliches Programm mit Party und Ostlegenden.
Von
Redaktion Sonderthemen
Altlüdersdorf
  • Einfach nur charmant: Diese treuen Fans begleiten den SVA bei den Spielen.

    Einfach nur charmant: Diese treuen Fans begleiten den SVA bei den Spielen.

    Matthias Haack
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  • Diese Ost-Legenden sind auch dabei: Torsten Gütschow, Damian Halata, Jörg Heinrich und Jürgen Raab.

    Diese Ost-Legenden sind auch dabei: Torsten Gütschow, Damian Halata, Jörg Heinrich und Jürgen Raab.

    Quelle: SV Altlüdersdorf
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  • In Altlüdersdorf gibt es ehrlichen und erfolgreichen Fußball. Intensive Zweikämpfe sind das Tagesgeschäft.

    In Altlüdersdorf gibt es ehrlichen und erfolgreichen Fußball. Intensive Zweikämpfe sind das Tagesgeschäft.

    Matthias Haack
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Der SV Altlüdersdorf schaut auf 100 Jahre Fußball mit zahlreichen Geschichten und etlichen Höhen und Tiefen zurück.

„100 Jahre sind schon etwas Besonderes“, sagt Ingo Gerlach stolz. Der 1. Vorsitzende des SV Altlüdersdorf schaut dabei auf die Historie seines Vereins, die eigentlich schon etwas früher begann. Bereits 1922 kamen zwei Sportsfreunde auf die Idee eines sportlichen Vergleichs mit dem Ortsnachbarn Zernikow. Emil Fischer und der Zernikower Graf von Arnim ließen ein Altlüdersdorfer Fußballteam gegen eine Zernikower Mannschaft spielen. Der Schauplatz war eine Ackerfläche. Fortan gab es dieses Duell jährlich einmal. Die Vergleiche hatten einen großen Zuspruch. Fußball nahm die Leute mit. Im Jahr 1926 führte das bunte Treiben auf dem Acker sogar zur Vereinsgründung.

Der SV Altlüdersdorf war somit entstanden und die Begeisterung ist bis heute geblieben. Wichtig dafür war auch die Platzeinweihung 1927. Nun gab es einen festen Anlaufpunkt und endlich die ersehnte Spielstätte. Zu den Spielen ging es mit dem Fahrrad, dem Pferdegespann und später mit dem Lkw. Die Gemeinschaft wuchs immer mehr zusammen. Erfolge wie der Kreismeistertitel in der Saison 1931/32 folgten. Bedrückend waren hingegen die Kriegsjahre, in denen der Ball ruhte. Und 1945 wurde der Verein aufgelöst.

Am 1. Januar 1970 gründete sich die BSG Traktor Altlüdersdorf neu. Eine Reitabteilung stieß später dazu und das Männerteam feierte zwei Aufstiege in die Bezirksklasse (1979, 1981) sowie mehrere Kreispokalsiege. Zwanzig Jahre später, nach der politischen Wende in Deutschland, benannte sich der Verein wieder in SV Altlüdersdorf um.

Zunächst solide auf Kreisebene aktiv, wurden die Ziele ambitionierter. 1992 führte ein Sieg in der Aufstiegsrelegation in die Landesklasse. Sechs Jahre später ging es in die Landesliga und nur ein Jahr darauf gab es den Durchmarsch in die Verbandsliga. Altlüdersdorf machte sich im Brandenburger Fußball fortan einen Namen.

Ein zusätzlicher sportlicher Höhepunkt war 2001 ein Spiel gegen den FC Bayern München in Marbella/Spanien. Eine Radiosendung hatte dieses Trainingsspiel ermöglicht. Der SVA verlor mit 0:7.

„Wir waren in der Vergangenheit aber schon relativ erfolgreich“, berichtet der Vorsitzende Gerlach stolz und mit einem leichten Lächeln in der Stimme. Zumal es sich um „ein kleines Dorf mit weniger als 1 000 Einwohner handelt“.

Die Verantwortlichen blicken besonders stolz auf die Saison 2010/11. Fast sensationell stieg der Verein aus dem Norden Brandenburgs in die Fußball-Oberliga Nordost auf und mischte im Konzert der großen Traditionsvereine des Landes Brandenburg mit. „Für mich der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, auch wenn ich selber noch nicht in Verantwortung war“, so Gerlach.

Der Vorsitzende blickt auf diesen Aufstieg auch deshalb gern, weil er im direkten Zusammenhang mit der Person Hans Oertwig steht. „Für mich war er die größte Persönlichkeit im Verein“, schwärmt Ingo Gerlach. Er bezeichnet den inzwischen verstorbenen Fußballlehrer als „Menschenfänger“. Gerlach war fasziniert von dem Umgang Oertwigs mit Spielern und Fans. Er gilt, gemeinsam mit seinem Co-Trainer Enis Djerlek, als Garant für den stetigen Aufschwung. In seiner ersten Amtszeit coachte er 164 Spiele und holte einen Punkteschnitt von 1,76. Beides sind die jeweiligen Karrierebestwerte vom A-Lizenz-Inhaber. Nirgendwo war er länger beziehungsweise erfolgreicher. In der Oberligasaison 2012/13 erreichte man sogar einen fünften Tabellenplatz und zum ersten Mal das Pokalfinale in Brandenburg. Dieses ging allerdings im Elfmeterschießen gegen Optik Rathenow verloren.

Allerdings mussten die Lila-Weißen auch Kontakt mit den Schattenseiten des Fußballsports Bekanntschaft machen. Trotz des sportlich erreichten Klassenerhalts als Tabellensiebter der Saison 2018/19 zog der Verein nach neun Jahren seine Mannschaft aus finanziellen Gründen freiwillig in die Brandenburg-Liga zurück.

Auf die Frage nach den Gründen antwortet ein Funktionär damals gegenüber der lokalen Presse: „Die Spieler wollen immens mehr Geld haben. Da sprechen wir von Summen, die wir nie bezahlen würden und auch nicht könnten. Das macht keinen Spaß mehr. Der Verein habe nur drei große Sponsoren. Und ewig am Hungertuch zu nagen, macht keinen Sinn.“ Das Ziel sei es fortan, mit den nun frei werdenden finanziellen Mitteln die Jugendabteilung des SV Altlüdersdorf zu stärken. „Dort wollen und werden wir unsere Arbeit forcieren.“ Ein neuer Vertrag mit Fürstenberg und Gransee wurde damals unterschrieben.

Was in den Jahren immer wieder auffiel beim SVA: „Sie nehmen die Situationen an.“ Das sagt Ingo Gerlach zum zunächst weiteren Abstieg in die Landesliga, auf den dann ein direkter Wiederaufstieg folgte als weiteres Highlight. Die Stehaufmännchen aus dem Landkreis Oberhavel ließen niemand geringeres als den FC Stahl Brandenburg im Spiel der Titelanwärter hinter sich. Ein Duell eines kleinen Dorfes mit einer 73 000-Einwohner-Stadt. David besiegte erneut Goliath.

Inzwischen ist der Verein breit aufgestellt und schaut auf eine tolle Zukunft. Nicht nur die Herren prägen das Bild. 120 Kinder und Jugendliche sind momentan aktiv im SVA-Trikot. Sie haben die Perspektive und Chance, sich für die Männermannschaft zu empfehlen. Ingo Gerlach ist davon begeistert und lobt in diesem Zusammenhang Fritz Müller. Ein Mann, der sich nach der Neugründung zu einer prägenden Figur im Verein entwickelte. Er war Spieler und Spielertrainer. Trat und tritt als Sponsor und Vereinsfunktionär auf. Er ist der Mann mit dem vorausschauenden Blick. „Fritz Müller blickt besonders auf den Nachwuchs.“ Sein Qualitätsanspruch prägt die Abteilung und zeigt sich in der Ausbildung. Die Vereinsikone möchte lizenzierte Trainer für die Arbeit mit dem Nachwuchs, um den maximalen Erfolg zu gewährleisten. Aktuell gibt es elf Teams die sich auf dem „Sportplatz an der Gasse“ tummeln.

Seine Firma, die Massivholz-Treppen GmbH & Co. KG, sowie die Wentowsee Agrar- und Tierzucht GmbH sind die großen Förderer für die Idee mit dem eigenen Nachwuchs und der nachhaltigen Arbeit des Clubs. Sie stehen für lang anhaltende und stabile Unterstützung.

Inzwischen ist der Verein weit mehr als nur die Herrentruppe in der Brandenburgliga. 210 Mitglieder haben eine sportliche Heimat beim SVA gefunden. Die Infrastruktur ist mitgewachsen zum sportlichen Erfolg. Der heutige Hauptplatz entstand in den Jahren 1956 bis 1958. Die Fußballer bauten ihn selbst. Dies war ein entscheidender Schritt. Der wichtigste war aber sicherlich die Einweihung des Sport- und Gemeindezentrums im Jahr 1999 - ein „Schmuckkästchen“.

Ein zweites Großfeld folgte, zwei Kleinspielfelder ergänzten die Möglichkeiten, eine Flutlichtanlage auch.

Visionen sind weiterhin vorhanden, jedoch hat alles seine Zeit. Zwei zusätzliche Kabinen müssen noch geschaffen werden durch einen Anbau. Der große Traum bleibt eine Tribüne.

Anlässlich des Jubiläums wurde auch bekannt, dass Michael Fuß, vorher beim FC Stern, der neue Mann an der Seitenlinie wird. Ihm zur Seite steht Kai Brandt als Co-trainer.

Programm zum 100. Vereinsjubiläum

Jetzt steht das Festwochenende 100 Jahre SV Altlüdersdorf an:

Gefeiert wird der 100. Vereinsgeburtstag am 3. und 4. Juli 2026 auf der eigenen Sportanlage.

Eine Festveranstaltung mit geladenen Gästen ist am Freitag, 3. Juli, geplant.

Einen Festumzug durch das Dorf wird es am Samstag, 4. Juli, ab 13 Uhr geben.

Eine Nachwuchsmannschaft wird ab 14.30 Uhr ein Spiel bestreiten.

Highlight wird das Spiel eines SVA-Traditionsteams gegen ein Ost-Fußball-Traditionsteam mit ehemaligen Nationalspielern sein. Unter anderem stehen Jürgen Raab, Damian Halata, Torsten Gütschow, Steffen Heidrich und Jörg Heinrich im Kader. Gespielt wird am 4. Juli um 16 Uhr. Vorab gibt es eine Autogrammstunde um 14 Uhr.

Die Live-Musik-Feier mit der Partyband Hautnah & OHV Events beginnt am 4. Juli um 20 Uhr.

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