Naturnahe Bestattungen: Im Einklang mit der Natur
Als der FriedWald Fürstenwalde am 30. Juni 2006 eröffnet wurde, war die Idee einer Waldbestattung für viele Menschen noch ungewohnt. Heute, 20 Jahre später, ist der Bestattungswald im Forstrevier Kleine Heide längst zu einem festen Bestandteil der regionalen Bestattungskultur geworden. Auf rund 45 Hektar finden Menschen unter Kiefern, Eichen, Buchen und Roteichen ihre letzte Ruhe – mitten in der Natur und fernab klassischer Grabfelder.
Wer den FriedWald besucht, nimmt ihn oft erst auf den zweiten Blick als Begräbnisstätte wahr. Statt Grabsteinen und gepflegten Grabreihen prägen mächtige Bäume, naturbelassene Wege und das Spiel von Licht und Schatten das Bild. Gerade diese unaufgeregte Atmosphäre macht den besonderen Charakter des Waldes aus. Viele Angehörige verbinden den Besuch nicht nur mit dem Gedenken an einen geliebten Menschen, sondern auch mit einem Spaziergang durch die Natur – an einem Ort, der Ruhe schenkt und zum Innehalten einlädt.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich nicht nur der Wald weiterentwickelt, sondern auch der Wunsch vieler Menschen nach einer naturnahen Bestattung. Die Nachfrage wächst kontinuierlich. Etwa die Hälfte der Waldfläche ist inzwischen belegt. Gleichzeitig wurden rund 200 weitere Bäume – überwiegend Eichen – als künftige Ruhestätten ausgewählt, damit auch in den kommenden Jahren ausreichend Platz für Bestattungen zur Verfügung steht.
Für Förster Thomas Weber ist diese Entwicklung Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandels. Der Wald sei nicht nur ein Ort der Erholung, sondern ebenso ein Ort des Trostes. Viele Menschen fänden hier genau die Ruhe, die sie in schweren Zeiten suchen. Der FriedWald verbinde Erinnerung mit Natur und schaffe einen Platz, an dem Abschied und Leben auf besondere Weise zusammengehören.
Zum 20-jährigen Bestehen blickt der FriedWald Fürstenwalde deshalb nicht nur auf zwei Jahrzehnte Geschichte zurück, sondern auch auf viele persönliche Geschichten. Geschichten von Familien, Freundschaften und Erinnerungen, die unter den alten Bäumen weiterleben. Der Wald wächst – und mit ihm ein Ort, der für viele Menschen weit mehr geworden ist als eine letzte Ruhestätte: ein Ort der Verbundenheit, der Erinnerung und des stillen Trostes.⇥Marie Lindner

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