Tacho Tacheles by Erkner Grupp: Passt Ihr Auto noch zu Ihrem Leben?
Elektroautos sind zwar längst im Straßenbild angekommen. Trotzdem bleiben viele Menschen skeptisch: Was sind die meistgestellten Fragen?
Wir starten hier mit dem Thema E-Mobilität. Warum ist Ihnen das jetzt wichtig?
Belinda Erkner: Weil es dazu aktuell die meisten Fragen im Autohaus gibt. Viele Menschen interessieren sich zwar für Elektromobilität, sind aber auch unsicher. Sie fragen sich: Passt das zu meinem Alltag? Wird das nicht zu kompliziert? Was kostet mich das wirklich?
Maria Erkner: Und genau da wollen wir ansetzen. Nicht mit der Botschaft: Alle müssen jetzt elektrisch fahren! Gleichzeitig sollte man die Elektromobilität nicht zerreden. Denn für viele Menschen kann ein E-Auto eine sinnvolle Entscheidung sein.
Wie finden Sie heraus, für wen ein E-Auto passen kann?
Maria: Wir stellen zuerst ganz einfache Fragen: Wie viele Kilometer fahren Sie am Tag? Gibt es eine Lademöglichkeit zu Hause? Haben Sie einen festen Arbeitsweg? Fahren Sie regelmäßig Langstrecke oder eher Kurzstrecke und Stadtverkehr?
Belinda: Wer jeden Tag 30, 40 oder 60 Kilometer pendelt und zu Hause laden kann, für den passt ein Elektroauto gut. Wer dagegen keine Lademöglichkeit hat, eher spontan unterwegs ist oder überwiegend lange Strecken fährt, für den ist ein Verbrenner momentan noch passender.
Viele vergleichen nur die Kaufpreise. Reicht das?
Belinda: Nein, entscheidend sind immer die Gesamtkosten: Anschaffung, Leasingrate, Energiekosten, Wartung, Versicherung, Steuer und natürlich der persönliche Fahralltag. Gerade beim Elektroauto hängt viel davon ab, wo und wie man lädt.
Maria: Nehmen wir zum Beispiel einen klassischen Polo 1.0 TSI DSG und stellen ihn einem ID. Polo gegenüber. Beim Benziner rechne ich über den Verbrauch in Litern. Wenn ein Polo im Alltag rund fünfeinhalb Liter auf 100 Kilometer verbraucht und der Liter Benzin zwei Euro kostet, dann liegen die reinen Kraftstoffkosten bei elf Euro pro 100 Kilometer ...
Belinda: Beim ID. Polo rechne ich anders. Wenn ich mit etwa 16 Kilowattstunden Strom auf 100 Kilometer kalkuliere und zu Hause für 32 Cent pro Kilowattstunde lade, liege ich bei gut fünf Euro pro 100 Kilometer. Lade ich überwiegend öffentlich, kann es deutlich mehr sein. Und wenn jemand mit eigener Photovoltaikanlage viel Überschussstrom nutzt, sieht die Rechnung noch einmal ganz anders aus.
Maria: Genau deshalb gibt es zur Elektromobilität keine pauschale Antwort. Am Ende zählt nicht die Antriebsart auf dem Papier, sondern das Leben, in das das Auto passen muss. Im Internet gibt es viele Vergleichsrechner, auch der ADAC hat dazu verschiedene Artikel veröffentlicht. Wir rechnen es auf Wunsch dem Kunden persönlich und modellbezogen vor Ort aus.
Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Punkt beim E-Auto?
Maria: Das Aufladen muss in den persönlichen Alltag passen. Wenn ich abends überlegen muss, wo ich morgen lade, wird es nervig. Wenn ich mein Auto aber zu Hause einstecke und morgens mit vollem Akku losfahre, fühlt sich das sehr entspannt an.
Belinda: Viele denken beim E-Auto oft nur an lange Reisen und lange Ladestopps. Dabei spielt sich der Alltag ganz anders ab. Die meisten Fahrten sind eher kurz oder mittel weit. Einkaufen, Arbeit, Schule, Sport, Familie: Hier spielt ein E-Auto seine Stärken aus.
Maria: Für Langstrecken gilt: Man fährt nicht mehr 800 Kilometer durch, tankt fünf Minuten und weiter gehts. Mit dem E-Auto plant man Ladepausen bewusster ein. Das ist natürlich kein Drama, aber schon eine Umstellung.
Stimmt es, dass E-Autos schneller brennen als Benziner?
Belinda: Nein, E-Autos brennen nicht grundsätzlich schneller oder häufiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Aber wenn eine Hochvoltbatterie brennt, ist dieser Brand anders und spezialisierter zu löschen.
Maria: Man darf auch nicht vergessen: Ein brennendes Elektroauto bekommt noch sehr viel Aufmerksamkeit. Und das wirkt dann so, als wäre es ein alltägliches Problem. Hier hilft es bei den Fakten zu bleiben und nicht bei den Schlagzeilen.
Manche haben Sorge, dass sie zum Kauf eines E-Autos gedrängt werden …
Maria: Niemand möchte das Gefühl haben, in eine Richtung geschoben zu werden. Wir sagen klar: Es gibt nicht nur noch einen Antrieb für alle. Es gibt den richtigen Antrieb für den jeweiligen Menschen.
Belinda: Wir lieben Autos. Und dazu gehören für uns natürlich auch die Verbrenner. Gleichzeitig sehen wir aber, dass Elektroautos für viele Menschen im Alltag echt gut funktionieren.⇥red/tjo

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