Brady war in der Gegend der beste Rodeo-Reiter. Wer weiß, vielleicht hätte er eine große Zukunft vor sich gehabt. Doch nur ein kurzer Augenblick veränderte alles. Denn den schlimmen Unfall überlebte der junge Mann nur knapp.

Abschied vom Rodeo

Dabei hatte Brady noch Glück im im Unglück. Auch sein Bruder wurde einst abgeworfen und sitzt seitdem im Rollstuhl. Verständigen können sich die Jungs seitdem nur noch per Handzeichen. Doch auch angesichts des noch schrecklicheren Schicksals will sich der junge Cowboy nicht mit der Realität abfinden, träumt davon, eines Tages zurückzukehren. Bis dahin will er wie gewohnt Pferde zureiten. Aber seine rechte Hand macht ihm Schwierigkeiten. Der Doc sagt, das sei Folge des Unfalls und ein Warnsignal. Kein Reiten mehr und erst recht kein Rodeo. Damit müsste Brady sein ganzes bisheriges Leben verändern. Doch dafür scheint er nicht bereit. Noch nicht.
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Wer die Leidenschaft fürs Cowboydasein und Rodeoreiten nicht teilt, wird nur schwer mit dem Film von Chloé Zhao warm werden. Wird nicht verstehen, warum man angesichts der dramatischen gesundheitlichen Folgen immer wieder zurück in die Arena will. Auf dem Rücken der Pferde liegt hier tatsächlich das Glück auf Erden. Für uns Mitteleuropäer verklärte Westernromantik, für die Bewohner jener südlichen US-Bundesstaaten ein Lebenselexier. Wer einmal die Livestock-Atmosphäre im NRG-Center in Houston/Texas erlebt hat, kann nachvollziehen, was die Männer immer wieder treibt.

Eigene Geschichten, echte Schicksale

Doch berühmt werden und vor Zehntausenden reiten ist nur wenigen vergönnt. Für die meisten endet die Rodeo-Karriere in der Provinz. Für Brady der einzige Lebenssinn, wie Zhao in ebenso wunderschönen wie traurigen Bildern vorführt. Denn das sonstige Dasein ist eher trostlos. Der einzige wirkliche Freund, der Bruder, ein Krüppel im Hospital, der Vater ein Säufer, keine wirklichen Freunde außer den Pferden. Sich von alledem zu trennen fällt dem jungen Mann schwer. Und diese Schwere überträgt sich auch auf den Zuschauer. Lichtblicke zwischen den langen Einstellungen sind da vor allem die Aussichten in die weite Landschaft von South Dakota. Und das Geschehen bekommt noch einen besonderen Touch, wenn man weiß, dass die Protagonisten hier ihre eigene Geschichte spielen.

The Rider


Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 104 Minuten; Verleih: Weltkino; Regie: Chloé Zhao; Brady Jandreau, Mooney, Tim Jandreau; USA 2017