Den Oman erleben
: 1001 Nacht überraschend abwechslungsreich

Das Sultanat Oman auf der arabischen Halbinsel will so gar nicht ins hiesige Bild des modernen Orients passen.
Von
Stefan Klug
Muskat
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Oman, überraschend anders. Berge, grüne Oasen, Wüste und viel Küste.

Oman, überraschend anders. Berge, grüne Oasen, Wüste und viel Küste. Kein Märchen aus 1001 Nacht.

Ministry of Heritage & Tourism Sultanate of Oman
  • Oman überrascht mit seiner Vielfalt: Berge, Oasen, Wüsten und Küste. Kein Märchen aus 1001 Nacht.
  • Hauptstadt Maskat: Flache, weiße Gebäude, Sultan Qaboos Moschee, Al-Alam-Palast.
  • Strände, Golfplätze und Naturwunder wie Wadi Shab und Jabal Akhdar bieten einzigartige Erlebnisse.
  • Nizwa: Historische Festung, Souk und Viehmarkt.
  • Reisezeit: November bis März ideal.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer arabische Halbinsel hört, denkt Vereinigte Arabische Emirate, Katar oder Saudi Arabien und sieht vor seinem geistigen Auge die hypermodernen Projekte der Saudis, die Skyline von Doha oder die Glitzerwelt von Dubai. Vor allem die rasant gewachsenen Stadtstaaten am persischen Golf prägen unser Bild vom modernen Orient.

Vieles von dem hat der Oman - nicht. Das Sultanat im Osten der Halbinsel zeigt sich dennoch überraschend und anders als erwartet. Wolkenkratzer wird man hier nicht finden. Dafür viel Natur und abwechslungsreiche obendrein. Mit 16 Einwohnern je Quadratkilometer ist es eines der am dünnsten besiedelten Länder der Erde. Kein Wunder, denn ein großer Teil des Territoriums wird von Wüste bedeckt, etwa der Rub al-Chali, der größten Sandwüste der Erde. Andererseits verfügt der Oman über 2800 Kilometer Küste entlang des Golfes von Oman sowie dem Arabischen Meer. Von hier aus sind es nur wenige Stunden bis ins Hochgebirge hinauf auf über 3000 Meter am Jebel Shams.

Maskat, Zentrum der Macht. Der Palast des Sultans in der Hauptstadt

Maskat, Zentrum der Macht. Der Palast des Sultans in der Hauptstadt

Stefan Klug

Ausgangspunkt wohl für fast jeden Oman-Besuch dürfte die Hauptstadt Maskat sein. Hier schlägt das Herz des Sultanats, auch wenn in der eigentlichen Stadt nur wenige zehntausend Menschen leben. In der gesamten Capitol-Region sind es dann aber über eine Million. Anders als in den glitzernden Metropolen Dubai oder Doha präsentiert sich Maskat nicht in Hochhäusern aus Glas und Stahl, sondern in flachen, weißen Gebäuden, die sich harmonisch in das bergige Wüstenpanorama einfügen. Die Architektur ist stark von der omanischen Tradition geprägt, moderne Bauten integrieren Elemente wie Rundbögen, Zinnen und kunstvolle Gitterfenster. Die Altstadt ist der in Sachen Architektur und Sehenswürdigkeiten interessanteste Teil der Metropole. Ganz oben auf der Sightseeing-Liste sollte das Areal rund um den Al-Alam-Palast, die offizielle Residenz des Sultans, stehen. Der kann allerdings - ebenso wie die beiden ehemaligen portugiesischen Festungen Mirani und Jalali gleich um die Ecke - nicht besichtigt werden.

Maskat – Sightseeing und Beachlife

Dafür ist es auch für Nicht-Muslime möglich, der Sultan Qaboos Grand Moschee einen Besuch abzustatten (nicht am Freitag). Das relativ neue Gebäude kann bei einer Größe von über 400 000 Quadratmetern Fläche 20 000 Gläubige gleichzeitig aufnehmen. Wegen der sehr hellen Fassaden trägt die Moschee den Beinamen „weiße“, das höchste Minarett misst 90 Meter und architektonisch sind insgesamt indische Einflüsse unübersehbar. Das resultiert ganz sicher auch aus dem Umstand, dass die Bevölkerung des Oman mittlerweile zu gut der Hälfte aus indischen Migranten besteht.

Maskat, Strände. Am golf von Oman sind die Strände eher etwas dunkler, am Arabischen Meer teils weiß.

Maskat, Strände. Am Golf von Oman sind die Strände eher etwas dunkler, am Arabischen Meer teils weiß.

Stefan Klug

Doch Maskat hat jenseits von Sightseeing noch einiges zu bieten. Etwa lange, feinsandige und flach abfallende Strände im Westen der Hauptstadt. Hier bietet der Golf von Oman die Chance auf echten Beachurlaub. Resorts wie das nigelnagelneue Mandarin Oriental Maskat sind Sinnbild der neuen Architektur. Von außen eher geduckt und bewusst einfach gehalten, entfalten sich Größe und Pracht im Innern. Vom großzügigen Pool aus gibt's unverbauten Meerblick inklusive Palmen.

Wenn das seichte und fast ganzjährig angenehm warme Wasser bei Ebbe weicht, verwandeln die sich dann üppig breiten Strände in echten Sportarenen, in denen Omanis wie Gäste Ball spielen und anderen Freizeitaktivitäten nachgehen. Ein besonderes Naturerlebnis bietet ein Bootsausflug zu den Eastern Islands, einer Gruppe kleiner Inseln vor der Küste Maskats. Die ca. 40 Minuten mit dem Schnellboot entfernten Eilande mit weißen Sandstränden, türkisfarbenem Wasser und Korallenriffen erinnern in ihrer Erscheinung fast schon an die Karibik. Schnorcheln und Schwimmen mit Schildkröten oder einfach entspannen fernab vom Trubel der Hauptstadt, in der Sonne dösen oder Barbecue am Strand - alles ist möglich.

Oman Golf. Acht Plätze gibt es im Sultanat.

Oman Golf. Acht Plätze gibt es im Sultanat. Spektakulär der Ghala Golf Club, der in einem ehemaligen Flussbett sich Richtung Gebirge zieht.

Stefan Klug

Sportlicher Oman – Golf am Golf

Ebenso eher unerwartet wie die Strandvergnügen sind die auf grünem Rasen. Das Sultanat verfügt über insgesamt acht Golfplätze, die sich allesamt in der Region rund um die Hauptstadt befinden. Der Al Mouj Golf Club gilt als eine der besten Anlagen des arabischen Raumes. Der 18-Loch-Platz liegt direkt an der Küste und wurde von Greg Norman designt. Der Course im Links-Stil besticht durch spektakuläre Fairways und noch atemberaubendere Aussichten aufs Meer, an dem einige Spielbahnen unmittelbar entlangführen. Nicht weniger ein Erlebnis ist der Ghala Golf Club, der in einem ausgetrockneten Flussbett zwischen zerklüfteten Felsen verläuft. Eine landschaftlich eindrucksvolle Alternative mit anspruchsvollem Gelände und der Aussicht auf zahlreiche Super-Villen, die wie auf Klippen errichtet worden sind. Unbedingt einen Besuch abstatten sollte man auch dem Ras Al Hamra Golf Club. Allerdings erst nach Sonnenuntergang. Denn der 9-Loch-Platz kann unter Flutlicht bespielt werden. Perfekt ausgeleuchtet, mitten in einem Wohn- und Geschäftsviertel, umgeben von zahlreichen hohen Felsformationen macht sich zuweilen ein Gefühl von Indoor-Golf breit. Ein außergewöhnliches Erlebnis.

Wadi Shab – Naturwunder aus Fels und Wasser

Ein Höhepunkt einer Reise durch das Sultanat ist der Besuch des Wadi Shab, eines von 60 im Land. Das Tal liegt rund 90 Minuten südlich von Maskat und zählt zu den spektakulärsten Naturwundern des Landes. Nach einer kurzen Bootsfahrt über einen kleinen Fluss folgt ein etwa einstündiger Fußmarsch durch das Tal. Palmen, steile Felswände und smaragdgrüne Wasserbecken säumen den Weg. Am Ende der Schlucht findet sich ein natürliches Becken, in dem man schwimmen kann. Wer durch eine schmale Felsöffnung taucht, gelangt in eine versteckte Höhle mit einem kleinen Wasserfall – ein magischer Ort. Vor allem in den heißen Monaten ist der Ausflug zugleich eine angenehme Abkühlung. Im Frühjahr dagegen kann es tatsächlich auch mal frisch werden.

 Wadi Shab. Eines von 60 im Oman und eines der schönsten.

Wadi Shab. Eines von 60 im Oman und eines der schönsten.

Stefan Klug

Folgt man nach dem Wadi Shab der Küstenstraße weiter nach Osten, wird nach knapp 40 Minuten Sur erreicht. Die Stadt war einst ein bedeutendes Zentrum des Schiffbaus, insbesondere für die berühmten Dhows, die traditionellen arabischen Segelboote. Auch heute noch werden sie in kleinen Werften von Hand gefertigt. Sur besitzt eine angenehme Küstenlage mit gut erhaltener Altstadt, einem lebendigen Souk und mehreren Wachtürmen, die über die Bucht wachen. Der Leuchtturm von Al Ayjah und das Dhow-Museum sind touristische Anlaufpunkte.

Rimal Al Wahiba – Die Wüste lebt

Von Sur aus Richtung Süden befindet sich die Wüste Rimal Al Wahiba und das Magic Camp, eingebettet in die Dünenlandschaft, etwa 40 Kilometer von der nächsten befestigten Straße entfernt. Die Anreise erfolgt mit dem Geländewagen über Sandpisten. Das Camp besteht aus mehreren Zelten im Beduinen-Stil. Diese sind ausgestattet mit bequemen Betten und traditioneller Dekoration. Die Badezimmer befinden sich nur wenige Schritte neben der Unterkunft, ebenfalls in Zelten. Mit herkömmlichem campen hat das Magic Camp eher weniger zu tun. Glamping, also die luxuriöse Art, ist treffender. Allerdings: Es gibt weder fließend Wasser noch jedwede Handy-Verbindung oder Internet.

Sand, wohin man schaut. Magic Camp Al Wahiba. Mehr Wüste erleben geht kaum.

Sand, wohin man schaut. Magic Camp Al Wahiba. Mehr Wüste erleben geht kaum.

Stefan Klug

Man kann sich vollkommen auf Sonnenuntergänge konzentrieren, mit Fatbikes über Sandwege radeln oder mit kleinen Boards die Dünen hinab surfen. Den Sand jedenfalls nimmt jeder als Souvenir mit, denn der ist so fein, dass er in jeder Ritze oder Pore verschwindet. Dennoch lohnt es, die teils beeindruckend hohen Dünen zu erklimmen und sich einen Überblick über das gesamte Areal zu verschaffen. Wenn die Sonne dann langsam am Horizont verschwindet und der Wind den Sand über die Kämme treibt, wird es echt magisch irgendwo im Nirgendwo. Abendessen im Zelt, ein Plausch am Lagerfeuer oder einfach nur den Sternenhimmel beobachten, die Wüste ist nachts ebenso spektakulär wie am Tage.

Nizwa. Die ehemalige Hauptstadt des Oman im Landesinneren.

Nizwa. Die ehemalige Hauptstadt des Oman im Landesinneren.

Stefan Klug

Nächstes Ziel ist Nizwa, die ehemalige Hauptstadt des Landes. Bekannt ist die gut erhaltene Festung aus dem 17. Jahrhundert. Das Nizwa Fort beeindruckt mit einem massiven Rundturm, von dem man einen weiten Blick über Oasen, Dattelplantagen und das Hadschar-Gebirge hat. Die Feste beherbergt zudem ein Museum zur Geschichte der Region. Direkt daneben liegt der traditionelle Souk, der für seinen Silberschmuck, Töpferwaren und Gewürze bekannt ist. Freitags findet hier einer der landesweit bekanntesten Viehmärkte statt, bei dem Ziegen, Rinder und Schafe gehandelt werden – ein lebendiges Spektakel, das Einblick in das ländliche Oman gibt.

Jabal Akhdar – Arabischer Grand Canyon

Wer bisher schon überrascht wie angetan vom Abwechslungsreichtum des Landes ist, auf den wartet schließlich noch der womögliche Höhepunkt einer jeden Oman-Reise. Und das sprichwörtlich. Denn es geht ins Gebirge. Jabal Akhdar liegt etwas über eine Stunde nördlich von Nizwa. Gebirge und Berg teilen sich den Namen, der übersetzt der „Grüne Berg“ heißt. Denn dank der Niederschläge gibt es in der (Stein)Wüsten ähnlichen Landschaft auch Bäume und Sträucher. Zudem wird Terrassen-Landwirtschaft betrieben, die das Grün noch mehr zum Tragen bringt. Rosen und Granat-Äpfel sind die Hauptprodukte. Einst Sperrgebiet führt mittlerweile eine gut ausgebaute Straße mit reichlich Serpentinen hoch hinaus bis auf über 2000 Meter. Von defacto Meeres-Niveau ein ordentlicher Ritt, der vor allem bergab für reichlich Geruch aus den Bremsen sorgt.

Jabal Akhdar, der Grüne Berg. Die Schluchten sind bis zu 1000 Meter tief, daher der Beiname Grand Canyon Arabiens.

Jabal Akhdar, der Grüne Berg. Auf Terrassen wird Landwirtschaft betrieben. Die Schluchten sind bis zu 1000 Meter tief, daher der Beiname Grand Canyon Arabiens.

Stefan Klug

Am Ende der Piste findet sich auf einem 270-Grad-Plateau mit dem Alila Jabal Akhdar eines der höchstgelegenen Luxushotels der Welt. Zweietagig angelegtes Hauptgebäude sowie Residenzen versprühen mit ihren Steinfassaden einen Hauch von Alpen. Wer jedoch zum Rand des Infinity-Pools schwimmt, erkennt, warum die Gegend der Grand Canyon Arabiens genannt wird. Bis auf 1000 Meter geht es hier tief in den Schluchten hinunter. Der Blick dort hinein ist zu jeder Tageszeit spektakulär. Die Höhe sorgt zudem für ein komplett anderes Klima. Im Frühjahr zeigt das Thermometer in den Morgenstunden schonmal gern Null Grad, während es im Tal deutlich über 20 warm ist. Insofern ist das Alila nicht nur Ziel ausländischer Oman-Besucher, sondern auch Einheimischer, die dorthin vor der Sommerhitze fliehen.

Oman – Wetter und Reisezeit

Denn der Oman gehört zu den heißesten Ländern der Erde. Im Sommer ist das Klima zweigeteilt. Im Norden, rund um Maskat, entlang der Küste sowie im Innern wird es extrem warm. Da die Hauptstadt von zwei Meeren beeinflusst wird und zudem von erwähnten hohen Gebirgszügen begrenzt, entwickelt sich dort ein spezielles Mikro-Klima. Dabei ist es möglich, dass die höchsten Temperaturen am Morgen bzw. Vormittag gemessen werden. 40 Grad und mehr sind keine Seltenheit. Die hohe Luftfeuchtigkeit vermittelt mitunter den Eindruck, es seien gar 50 Grad. Im Winter pendeln sich die Gradzahlen zwischen 20 und 29 ein, mit deutlicher Abkühlung in der Nacht und noch mehr in den Gebirgen sowie Wüsten.

Für einen Besuch eignen sich so die Monate November bis März am besten. Auch, wenn da Regenschauer in einigen Gebieten möglich sind, mehr als an zwei Tagen fällt kein Nass von oben. Je nachdem, welchen Aktivitäten man nachgehen will, sollte der Reisemonat gewählt werden. Beachlife macht sich im November sehr gut, Golfer sollten Ende Januar/Februar wählen. Wer ins Gebirge will wartet besser bis März. Doch egal wann, die Sonne scheint defacto immer. Hoher Lichtschutzfaktor ist daher ein Muss.

Der Oman – Reiseinformationen

Der Oman zeigt sich als ein ungewöhnliches Reiseziel innerhalb der arabischen Welt. Die landschaftliche Vielfalt – von Stränden über Wadis und Wüsten bis hin zu Hochgebirgen – ist ebenso bemerkenswert wie die kulturelle Authentizität. Im Unterschied zu Dubai oder Abu Dhabi, die ihren Reiz in Superlativen und Urbanität suchen, punktet der Oman mit Zurückhaltung, Gastfreundschaft und gewachsener Identität. Es ist ein Land, das moderne Infrastruktur mit traditionellen Werten vereint und Besucher auf entschleunigte Weise für sich einnimmt.

Anreise: Es gibt vom BER keine Direktflüge nach Maskat. Die staatliche Airline Oman Air fliegt täglich von München in  sieben Stunden nonstop. Verbindungen mit ebenfalls einer Zwischenlandung von Berlin aus gibt es mit Qatar Airways über Doha oder Turkish Airlines über Istambul. Möglich wäre allerdings auch, via Dubai zu reisen und dann das Auto zu nehmen.

Reisehinweise: Deutsche Staatsbürger benötigen einen Reisepass und müssen vor Antritt online ein E-Visum beantragen. Der Oman gilt generell als sehr sicheres Reiseland, auch für alleinreisende Frauen. Der Kleidungsstil sollte jedoch den regionalen Gepflogenheiten angepasst werden: Bei Frauen Arme und Schultern bedeckt, Röcke mindestens bis über die Knie. In konservativeren Gegenden und an bestimmten Orten (Moscheen, Gräber) ist es sinnvoll, ein Tuch zu tragen, um die Haare zu bedecken. Auch Männer müssen an oben genannten Orten die Knie bedecken.

Ebenso wichtig, dass in einem muslimischen Land der Genuss von Alkohol in der Öffentlichkeit - auch am Strand - nicht gestattet ist. Nicht in allen Hotels gibt es Alkohol zu kaufen, darf aber getrunken werden bspw. Magic Camp.

Bei Mietwagen sollte die Deckung durch eine Versicherung genau geprüft werden. Auf den gut ausgebauten Straßen ist es möglich, dass v.a. Kamele kreuzen und so, v.a. nachts eine Gefahr darstellen können.

Währung: Der Omani Rial (OMR) ist die offizielle Währung des Landes. Achtung: Der Wechselkurs zum Euro beträgt 1:2,5.

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