Die USA entdecken: So abwechslungsreich ist Arizona

Arizona. Ein Füllhorn an Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Urlaub.
AI gen/moz.de- Arizona bietet mit dem Grand Canyon und weiteren Highlights wie Antelope Canyon und Route 66 Abwechslung.
- Grand Canyon: Erosionslandschaft mit bis zu 1,8 Milliarden Jahre alten Gesteinsschichten.
- Antelope Canyon: Slot Canyon mit spektakulären Licht- und Farbspielen, geführt von Navajo-Guides.
- Route 66: Historische Straße mit Orten wie Oatman – Treffpunkt für Biker und Nostalgie-Fans.
- Weitere Highlights: Lake Powell, Sedona, Scottsdale, Phoenix und Ghost Towns wie Goldfield.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sunshine State, Golden State oder Lone Star State - US-Bundesstaaten schmücken sich meistens mit Beinamen, die eher eine allgemeine Bedeutung haben. Etwa den Sonnenschein in Florida, der große einzelne Stern in der Flagge von Texas oder die teils wehmütige Rückerinnerung an die Zeiten des Goldrausches in Kalifornien.
Anders in Arizona. Hier positioniert man sich ganz klar und schiebt den Grand Caynon in den Vordergrund. Kein Wunder, das Weltnaturerbe ist in Größe, Entstehung und Ausdehnung einfach unantastbar. Mitnichten aber der einzige Grund, Arizona einen Besuch abzustatten. Denn auch, wenn über diese einmalige Erosionslandschaft nur in Superlativen gesprochen wird, im Südwesten der Vereinigten Staaten gibt es noch mehr zu entdecken. Kaum weniger spektakulär.
Doch bleiben wir zuerst beim Grand Canyon. Wer dessen Größe realistisch erfassen will, stelle sich eine Erdspalte vor, die von Berlin bis nach Köln reicht. Und diese ist so tief, dass der Höhenunterschied von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze bis ins Tal, zweimal hineinpasst. 1857 Meter liegen als größte Differenz zwischen Rim und Colorado River. Der hat sich in den vergangenen sechs Millionen Jahren hier hinein gewaschen und dabei Gesteinsformationen freigelegt, die bis zu 1,8 Milliarden Jahre alt sind.
Blick in die Erdgeschichte - Grand Canyon South Rim, Day Hikes, Touren
Größe und Ausmaße des Grand Canyon lassen erahnen, dass man diesen weder erfahren noch erwandern kann. Touristisch erschlossen ist vor allem South Rim, also die südliche Kante. Ausgangspunkt aller Aktivitäten könnte das Visitor Center im Grand Canyon Village sein. Bis hierhin geht's bequem per Auto. Mather Point ermöglicht einen ersten Wow-Effekt, Yavapai Point gibt den sehenswerten Überblick, Hopi Point ist perfekt für Sonnenauf- und Untergang. Für Wandertouren kann man sich stunden, halb- oder ganztags Strecken aussuchen. So wie den Bright Angel Trailhead, der vom Village aus startet und den Klassiker unter den Day Hikes darstellt. Bestenfalls gelangt man bis zum Fluss in der Tiefe, was mal eben über 1000 Höhenmeter je Strecke bedeutet.
Wer es - auch in Sachen Orientierung - einfacher haben will, überlässt das den Profis. Zu Land gehören Buckwild Hummer Tours dazu. Mit umgebauten ehemaligen Militär-Humvees werden die interessantesten Punkte am South Rim angefahren. Erklärungen zu Gelände und Besonderheiten gehören ebenso dazu wie Tipps, wann man für beste Eindrücke und Fotos gern wiederkommen soll. Wer das ultimative Grand-Canyon-Erlebnis sucht, besteigt einen Helikopter von Papillon. Die Rundflüge über den Grand Canyon dauern zwischen 30 und 40 Minuten und geben einen atemberaubenden wie perfekten Überblick über das Naturschauspiel. Typisch Amerika, wird das alles noch ein wenig inszeniert. Wenn zu Wagners „Ritt der Walküren“ der Wald plötzlich an einer 1000 Meter tiefen Schlucht endet, sorgt das auf Garantie für Gänsehaut. Besser kann man den Grand Canyon nicht erleben.

Grand Canyon, Arizona. Über Jahrmillionen hat der Colorado-River diese Landschaft geschaffen. Heute Weltnaturerbe. Perfekter Überblick aus dem Heli.
Stefan KlugNicht weniger beeindruckend geht es auf der anderen Seite des Canyons nahe Page weiter. Auf den ersten Blick unspektakulär, hat sich die Kleinstadt zu einem touristischen Hotspot entwickelt. Zum einen wäre da der Lake Powell. Der immerhin zweitgrößte Stausee der USA, der ebenfalls aus dem Colorado River gespeist wird, steht für zahlreiche Wassersportmöglichkeiten inmitten karger Landschaft zur Verfügung. Eine kurze Autofahrt entfernt befindet sich zudem Horseshoe Bend. Der Fluss umkreist hier einen riesigen Sandstein. Das alles allerdings ist erst der Aufgalopp zur eigentlichen Attraktion.
Antelope Canyon - Einmaliges Spiel von Licht und Farbe
Knapp 15 Fahrminuten und eine Zeitzone von Page entfernt wird es spektakulär. Hier befindet sich ein von der Navajo Nation verwaltetes Schutzgebiet. Geprägt ist die Landschaft durch ein typisches Hochwüsten- und Felsplateau-Terrain, trockene, offene Landschaft, Sand, niedrige Vegetation, rote bis orangefarbene Sandsteinformationen. Von weitem und außen wenig, was auf ein echtes Besuchermagnet schließen lässt.
Mit Wüstensand tauglichen Kleinbussen geht es nochmals eine gute Viertelstunde in die Einöde. Und wie aus dem Nichts folgt einer Vertiefung in der Erde plötzlich ein fast kuppelartiger Eingang. Hier beginnt der Antelope Canyon, ein sogenannter Slot Canyon. Entstanden ist der durch Erosion in Navajo Sandstone, vor allem durch Sturzfluten (flash floods), die nach Starkregen durch die engen Rinnen schießen und den Sandstein über lange Zeit „auspolieren“ und weiter einschneiden. Nur wenige Meter breit, dafür teils schwindelerregend hoch, zieht sich der Gang durchs Gestein.
Geprägt von wellenförmig, geschichteten Sandsteinwänden mit sehr glatten, organischen Linien bestimmt ein Farbspiel von Beige über Orange bis Rot/Violett das Geschehen. Abhängig von Tageszeit und Lichteinfall stellen sich die Formationen immer wieder anders dar. Das ganze wirkt wie am Computer entworfen, ein kurzes Reiben an den Flächen belehrt über den natürlichen Ursprung. Zudem rieselt es immer ganz leicht roten Staub, sodass die Handy-Linse mehrfach gereinigt werden muss. Alle jene, die helle oder gar weiße T-Shirts tragen, nehmen zudem ein dauerhaftes Souvenir mit.

Antelope Canyon. Einmaliges Spiel aus Licht und Farbe.
Stefan KlugKnapp eine Stunde dauert die obligatorische Führung. Und die Navajo wissen nicht nur alles über den erst Anfang der 1930 Jahre entdeckten Canyon, sondern sind auch bestens ausgebildet, mit allen Smartphones der Welt, instafähige Bilder zu machen. Das Tip zu den rund 100 Dollar Eintritt haben sich die Guides in jedem Fall verdient.
Route 66 - The Mother Road von Flagstaff bis Oatman
Keine zwei Stunden Fahrt Richtung Süden ein ganz anderes Bild im Vergleich zu den Wüsten und Felsansichten. Die Landschaft grün, auch im Sommer, Nadelwälder bestimmen die Gegend. Das Navi zeigt mehr als 2000 Meter über NN. Wir sind in Flagstaff, einer der höchstgelegenen großen Städte in den USA. Hier herrscht Mittelgebirgsklima als direkter Kontrast zur Sonora Wüste. Im Winter liegt regelmäßig Schnee und so ist die Stadt auch ein beliebter Wintersport-Ort. Wer also Abkühlung von der Hitze in tiefergelegenen Landesteilen sucht, fährt nach Flagstaff. Dafür nutzt man auch ein Teilstück der originalen Route 66, auf der heute Richtung Westen die Interstate 40 verläuft.

The Mother Road. Das Gefühl endloser Weite und Freiheit. Route 66 bei Oatman.
Stefan KlugVon der biegt man bei Kingman südwestwärts ab, um fast allein und ohne Handy-Empfang über den Sitgreaves Pass durch die Berge nach Oatman zu kommen. In diesem beschaulichen Ort schlägt das Herz von The Mother-Road in Arizona. Mehr Route 66 geht eigentlich nicht. Und auch, wenn es auf den Zu- und Abfahrtswegen sehr einsam zugeht, hier treffen sich all jene, die den Geist dieser legendären Straße - die 2026 100 Jahre alt wird - typisch amerikanisch und vor allem auf einer Harley erfahren wollen. Die schweren Bikes sind dann auch das einzig moderne, das das Stadtbild prägt. Der Rest ist „vintage“, egal ob echt oder gewollt. Nicht zu vergessen die zahmen, teils aufdringlichen Esel, die es selbst bis in die Geschäfte schaffen.
Lake Havasu - Blaues Wasser zwischen Sonora- und Mojave-Wüste
Wer sich anschließend aus den Höhenlagen nach Süden hinunter in die Region zwischen Sonora- und Mojave Wüste mit grober Richtung nach Kalifornien begibt, muss sich nicht wundern, auf den Highways von Pickups überholt zu werden, die auf Anhängern Boote transportieren. Denn auch, wenn auf den ersten Blick alles nach Sand und Stein und vor allem trocken aussieht, hier gibt es reichlich Wasser. Rund 83 Quadratkilometer, um genau zu sein. Denn so groß ist der Lake Havasu, in der Sprache der Mojave „blaues Wasser“ genannt. Das gibt es hier seit Ende der 1930-er Jahre, als durch den Parker Damm ebenfalls der Colorado River angestaut wurde.
Der Zweck war und ist vor allem wirtschaftlicher Natur, gleichwohl hat sich die in den 1960er Jahren entwickelnde Stadt Lake Havasu City zu einem touristischem Hotspot entwickelt. Im wahrsten Sinne des Wortes, gilt sie doch als eine der heißesten in ganz Arizona. Temperaturen von 45 Grad und mehr im Sommer sind normal. Trotzdem suchen die Gäste des London Bridge Ressorts beispielsweise keinen Unterschlupf in Hitzeschutzräumen, sondern vergnügen sich tags und bis in die Nacht hinein mit jeglicher Art von Bootstour auf dem Stausee. Über dessen Ausläufer gelangt man teils tatsächlich über eine in der britischen Hauptstadt ab, und hier wieder aufgebaute Brücke.

Lake Havasu, Arizona. Malerischer Sonnenuntergang über dem Wasser, mitten im Wüstengebiet.
Stefan KlugDie oben beschriebene Tour im nördlichen Arizona von Ost nach West bildet freilich nur einen Teil des Bundesstaates ab. Dieser kommt immerhin auf fast 83 Prozent der Fläche Deutschlands. Es lohnen daher noch andere Touren zu wirklich sehenswerten Landschaften und Orten des Grand-Canyon State:
- Sedona: Die Stadt am Rande des Colorado-Plateaus zwischen Flagstaff und Phoenix liegt auf rund 1300 Metern und wird auch die Schweiz der USA genannt. Beschauliche Straßen, viel Kunst und Galerien. Vor allem aber liegt Sedona mitten im Red Rock Country. Die spektakulären Fels-Formationen glühen förmlich bei Sonnenauf- und Untergang. So mancher Western-Klassiker wurde vor dieser einmaligen Kulisse gedreht. Kein Wunder, dass es daher einige Scenic-Tours sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß gibt.
- Scottsdale: Die Wüstenstadt im Großraum von Phoenix bietet allein schon genügend Möglichkeiten, eine Woche und mehr zu bleiben. Es gibt ein gut kuratiertes Arts- und Design-District. Dann hat hier Frank Lloyd Wrights zahlreiche architektonische Highlights hinterlassen. Das McDowell Sonoran Preserve bietet trotz trocken-heißem Wüstenklima eine abwechslungsreiche Auswahl an Outdoor-Aktivitäten. Die zahlreichen Golfplätze genießen weltweite Reputation unter Freunden des kleinen weißen Balls. Und schließlich ist Scottsdale bekannt für seine erstklassigen Wellness-Angebote bis hin zum besten Hotel der Welt in dieser Kategorie.
- Phoenix: Das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Bundesstaates bietet echtes Großstadt-Feeling. Wer eine lebendige Restaurant- und Clubszene sucht, ist hier ebenso richtig wie Freunde von Kultur- und Kunst. Downtown ist dafür der richtige Bezirk, alles fußläufig erreichbar. Dazu gibt es Natur und Wüste in der unmittelbaren Umgebung und alles, was man dort erleben und machen kann. Scottsdale und Sedona beispielsweise sind als Tagesausflug leicht mit zu erkunden. Wie auch schon in anderen Gegenden Arizonas findet sich mit Lake Pleasant ein Gewässer in der Nähe, das für erfrischende Abwechslung sorgen kann. Last but not least lohnt ein Ausflug in die Vergangenheit. Zahlreiche Ghost-Towns laden dazu ein.
- Ghost Town: Gold, Silber, Kupfer, Eisenbahn und schließlich die Route 66. In Arizona gibt es viele Orte, die einst durch einen Boom entstanden sind und später verlassen wurden. Einige davon kann man heute als Freiluftmuseum besuchen. Goldfield beispielsweise. Heute wiederbelebt dank Western-Main-Street mit Shops und Attraktionen. Oder Vulture City bei Wickenburg. 16 Gebäude aus der Gründungszeit stehen noch und garantieren ein echtes Zeitreise-Erlebnis.
Arizona-Reiseinfos
Anreise: Von Berlin aus gibt es nur Umsteigeverbindungen nach Phoenix. Möglich wäre über London oder Newark (New York). Im ersteren Fall braucht man ein ETA-Visum für Großbritannien auch bei Transit-Reisen. Bei der anderen Variante wäre auf genügend Umsteigzeit in den USA zu achten, da das Einreise-Prozedere länger dauern kann. In jedem Fall ist für die US-Einreise ein ESTA vorher zu beantragen.
Reisezeit: Wer hitzeresistent ist kann Arizona ganzjährig besuchen. Für alle anderen eignen sich besonders die Monate März–Mai und Oktober–November für angenehme Temperaturen. Die klimatischen Bedingungen sind aber auch vom konkreten Reiseziel abhängig (Wüste oder Berge).
Mietwagen: Autofahren ist im Autoland USA einfach, der hiesige EU-Führerschein reicht aus. Mietwagen sollten schon von Deutschland aus gebucht werden, bsw. Sunnycars mit vielen Partner-Verleihern in den USA. Man bekommt keinen Wagen zugewiesen, sondern sucht sich in seiner Kategorie aus den vorhandenen einen aus. Beim Tanken wird meist zuvor die Kreditkarte verlangt, entweder direkt an der Zapfsäule oder Prepaid beim Kassierer.
Nationalparks: Für Nationalparkts wird oft Eintritt fällig. Mitunter müssen Zeit-Slots vorher gebucht werden. Das kann von Deutschland aus online geschehen.
Sonst noch zu beachten: Die Zeitverschiegung beträgt 8, während der Sommerzeit 9 Stunden. Es ist möglich, dass eine Zeitzone überquert wird. Vorher informieren, was wo gilt (Antelope Canyon nutzt die Zeit von Page). Für mobile Datenverbindung am besten von zuhause aus eine eSim kaufen.
* Transparenzhinweis: Die Tour wurde teilweise von örtlichen Partnern unterstützt. Dies hat keinen Einfluss auf die Berichterstattung.
