Film-Kritik
: Furiosa - Mad Max der Anfang vom Ende

40 Jahre nach Mad Max fügt George Miller der Geschichte einen weiteren Teil hinzu.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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"Furiosa: A Mad Max Saga" erzählt die Geschichte vor "Fury Road".

"Furiosa: A Mad Max Saga", erzählt die Geschichte vor "Fury Road".

WHV

1979 war die Welt noch in Ordnung. Zumindest teilweise. Ein Polizist jagte eine die Bevölkerung terrorisierende Motorradbande durch die Pampa Australiens. Zwei Jahre später dann sah es schon ziemlich düster aus. Denn nicht nur im Outback gab es kein normales Leben mehr. Banden- und Überlebenskriege allerorten. Weitere vier Jahre danach schien das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, besiegelt. Dafür waren Mad Max sowie Mel Gibson jedermann ein Begriff und George Miller hatte sich als Erfinder des dystopischen Endzeit-Actioners einen Namen gemacht.

Seiner Trilogie fügte er 2015 mit "Mad Max: Fury Road" ein Prequel hinzu, das nicht nur die Geschichte vor Teil 2 erzählte, sondern das Niveau von Stunts und Spezialeffekten auf ein neues, zeitgemäßes Niveau hievte. Tom Hardy ersetzte Mel Gibson und Charlize Theron als Imperatorin Furiosa erobert die neue Hauptrolle. Zu erzählen, wie sie zu dieser wurde, hatte sich Miller schon zuvor ausgedacht, aber erst jetzt, wiederum neun Jahre später umgesetzt. "Furiosa: A Mad Max Saga" wird also zeitlich noch einmal vor "Fury Road" platziert und will dem geneigten Publikum den Anfang vom Ende näherbringen.

Das Mädchen wächst in einer grünen Oase, einem Ort des Überflusses, auf, wird in deren Nähe von drei Bikern gekidnappt. Die Dumpfbacken erhoffen sich mit ihrer Beute und dem Wissen um das fabelhafte Paradies einen Aufstieg in der Hierarchie des Warlords Dementus. Furiosas Mutter kann zwar im Tausch gegen ihr Leben den Verrat der Heimat verhindern, aber nicht, dass ihre Tochter als Ziehkind des durchgeknallten Anführers verbleibt. Kindheit und Jugend verbringt sie dann allerdings in der Zitadelle, einer der drei Festungen im Ödland. Als junge Frau ist Furiosa schließlich festes Besatzungsmitglied eines überdimensionierten Tanklastzuges, mit dem alle wertvolle Fracht möglichst sicher von A nach B transportiert wird. All die Jahre haben allerdings die Rachegelüste gegen Dementus nicht abklingen lassen. Und so nimmt sie dessen Spur wieder auf, als sich die Gelegenheit ergibt.

Das Mad-Max-Universum

  • Mad Max 1979 Mel Gibson in der Hauptrolle als Polizist
  • Mad Max: Der Vollstrecker 1981 Mel Gibson als Landstreicher
  • Mad Max: Jenseits der Donnerkuppel 1984 Mel Gibson und Tina Turner
  • Mad Max: Fury Road 2015 Charlize Theron und Tom Hardy
  • Furiosa: A Mad Max Story 2024 Anya Taylor-Joy und Chris Hemsworth

Furiosa: Länger, schneller, härter

Anders als bei den vier vorherigen Teilen umspannt die aktuelle Geschichte mehr als eine Dekade. Entsprechend flott lässt Miller das erste Filmdrittel über die Leinwand gehen. Das allerdings wird auch für jene nicht zum Nachteil, die erst mit "Furiosa" ins Mad-Max-Universum einsteigen. Vielmehr ist es so, dass der aktuelle Plot auch allein funktioniert und für Kenner der Originalstory nur zusätzlichen Background bringt. Den Rachefeldzug selbst dann allerdings wälzt der Regisseur fast schon episch aus, sodass sich das Gesamtgeschehen über satte zweieinhalb Stunden erstreckt. Damit ist der neueste Teil der Serie auch dessen längster.

Furiosa: A Mad Max Saga mit Anya Taylor-Joy in der Hauptrolle.

Furiosa: A Mad Max Saga mit Anya Taylor-Joy in der Hauptrolle.

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Freuen dürfte Fans, dass in Sachen Machart viel Bewährtes wieder zum Einsatz kommt. Bis hin zur Vorliebe für handgemachte Stunts, von denen es reichlich zu erleben gibt. Miller und sein Team setzen CGI eher sparsam ein, was dem Ganzen einen gewissen Oldschool-Look verleiht. Mit Ausnahme von Feuer und Explosionen. Hier wird's dann doch schnell digital, mitunter deutlich zu sehen. Angesichts des Overkills an Action und dem enormen Bodycount fällt das aber nicht so wirklich ins Gewicht. Zumal Setdesign und Ausstattung wirklich gut gelungen sind und sich perfekt ins Mad-Max-Bild der vergangenen Jahrzehnte einpassen

Furiosa: A Mad Max Saga

Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 148 Minuten; Verleih: WHV; Regie: George Miller; Anya Taylor-Joy, Chris Hemsworth, Tom Burke; USA/Aus 2024