Kroatiens Hauptstadt entdecken: Drei Tage Zagreb – das kann man hier erleben

Zagrebs Oberstadt wird geprägt von historischen Gebäuden. Weithin sichtbar die Kathedrale, deren Türme derzeit aber eingerüstet sind.
Kroatische Zentrale für Tourismus / Ivo BiočinaIm Vergleich zu den touristisch eher bekannten Zielen an der Adria führt Zagreb fast ein Mauerblümchen-Dasein. Zu Unrecht, wie sich zeigt. Denn die im Nordwesten des Landes gelegene Hauptstadt kommt wie eine Mischung aus Wien und Budapest daher, wird vor allem im unmittelbaren Zentrum von der K-&-K-Architektur des 18. und 19. Jahrhunderts geprägt.
Obwohl die größte Stadt Kroatiens lässt sich Zagreb wunderbar zu Fuß erkunden. Der vor allem touristisch sehenswerte Teil zerfällt in die sogenannte Ober - und die Unterstadt. In drei Tagen kann der Besucher hier schon allerhand zu sehen bekommen.
Tag Eins: Die Oberstadt und viel Geschichte
Zagreb erkundet man am besten von der historischen Oberstadt aus, auch bekannt als Gornji Grad. Diese Gegend ist reich an Geschichte und Kultur. Zentraler Punkt für Einheimische und Besucher ist der Marktplatz Trg bana Jelačića, der allerdings noch der Unterstadt zugeordnet wird. Von hier aus kann man leicht zur Kathedrale von Zagreb gelangen, deren zwei markante Türme die Skyline der Stadt prägen. Sie ist ein beeindruckendes Beispiel für gotische Architektur. Derzeit aber nur von außen zu besichtigen, da sie beim letzten Erdbeben 2020 erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Ein paar Schritte entfernt liegt der Dolac-Markt, ein lebendiger Ort, an dem lokale Bauern frische Produkte, Blumen und handgemachte Waren verkaufen. Dieser Markt ist seit über 80 Jahren ein fester Bestandteil des Zagreber Lebens und bietet Besuchern einen authentischen Einblick in die kroatische Kultur.
Zum Mittagessen sucht man am besten eines der traditionellen Restaurants auf, die kroatische Küche anbieten, wie z.B. das „Vinodol“. Dessen Vergangenheit als Pferdeställe kann man dem Gebäude noch deutlich ansehen. Auf dem Weg zum Sabor, dem kroatischen Parlament, passiert der Besucher die Kamenita Vrata (Steintor). Es ist das letzte erhaltene der ehemaligen Stadtmauer und beherbergt ein kleines Heiligtum zu Ehren der Jungfrau Maria, das von den Einheimischen sehr verehrt wird. Entsprechend voll ist es da fast zu jeder Tageszeit.
Weiter führt der Weg zum Lotrščak-Turm, einem Wahrzeichen der Stadt. Das Gebäude, das im 13. Jahrhundert erbaut wurde, bietet einen Panoramablick über Zagreb. Jeden Tag um 12 Uhr wird von hier aus eine Kanone abgefeuert, eine Tradition, die seit dem 19. Jahrhundert gepflegt wird. Insofern macht es eigentlich mehr Sinn, den Turm zu Mittag anzusteuern.
Wer Trubel mag lässt den ersten Tag in der Tkalčićeva-Straße ausklingen, einer der beliebtesten Meilen der Stadt. Hier reihen sich zahlreiche Cafés, Bars und Restaurants aneinander. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch im „Mali Medo“, einer Brauerei, die lokale Biere anbietet.

Per Bahn in die Oberstadt. Vom Lotrščak-Turm aus wird jeden Tag die Mittagsstunde per Kanonenschuss verkündet.
Kroatische Zentrale für Tourismus / Zoran ElacaTag 2: Museen und moderne Kunst
Der zweite Tag beginnt mit einem Besuch im Museumsviertel von Zagreb. Das Museum der Illusionen bietet interaktive Ausstellungen, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich sind. Es ist ein Ort, an dem physikalische Phänomene und optische Täuschungen auf faszinierende Weise präsentiert werden. Weiter geht es zum Mimara-Museum, das eine beeindruckende Sammlung europäischer Kunstwerke beherbergt. Die Ausstellung umfasst Werke von Künstlern wie Raphael, Rembrandt und Goya und bietet einen umfassenden Überblick über die Kunstgeschichte Europas.
Nach dem Mittagessen in einem der modernen Bistros der Stadt, wie dem „Eggspress“, führt der Weg zum Museum für zeitgenössische Kunst. Dieses Museum, das 2009 eröffnet wurde, zeigt Werke kroatischer und internationaler Künstler und ist ein wichtiger Bestandteil der zeitgenössischen Kunstszene in Zagreb. Wer das Außergewöhnliche sucht, wird im Museum of Broken Relationships fündig. Dies befindet sich unweit des Parlaments und beherbergt Überbleibsel zerbrochener Liebesbeziehungen aus aller Welt. Für Street Art-Liebhaber bietet Zagreb zahlreiche Werke lokaler und internationaler Künstler. Besonders sehenswert sind die großflächigen Murals in der Branimirova-Straße und die Werke im Design District.
Der Abend des zweiten Tages kann mit einem Spaziergang im Botanischen Garten der Universität Zagreb verbracht werden. Angelegt im 19. Jahrhundert, beherbergt er über 10.000 Pflanzenarten und bietet eine ruhige Oase inmitten der Stadt.
Zum Abendessen empfiehlt sich das Restaurant „Yezi“. Es gehört zum art'otel Zagreb, das vor kurzem eröffnet wurde und ist auf die moderne Interpretation asiatischer Küche spezialisiert. Vor allem an Wochenenden ist eine Reservierung angeraten.

Kamenita Vrata (Steintor) ist das letzte erhaltene der alten Stadtmauer. Es beherbergt einen Schrein für die Jungfrau Maria.
Kroatische Zentrale für Tourismus / Ivo BiočinaTag 3: Entspannung und Natur
Der dritte Tag beginnt mit einem Besuch des Maksimir-Parks, der älteste öffentliche Park in Zagreb, eröffnet 1794. Die Anlage bietet weitläufige Grünflächen, malerische Spazierwege und mehrere Teiche. Im Herzen des Parks befindet sich der Zagreber Zoo, der eine Vielzahl von Tieren aus aller Welt beherbergt und besonders für Familien mit Kindern ein attraktives Ausflugsziel darstellt.
Bei schönem Wetter sollte man sich dann Zeit für den Hufeisen-Park nehmen. Dies ist ein Komplex aus acht innerstädtischen Parks in der Unterstadt, die bis zum Bahnhof reichen. Angelegt im 19. Jahrhundert sollten sie das historische Zentrum mit den Vororten verbinden.
Der letzte Abend kann mit einem traditionellen kroatischen Abendessen im Restaurant „Stari Fijaker“ beginnen, das für seine authentische Küche bekannt ist. Für den Digestif bietet sich die Bar Capital im Amadria Park Hotel an. Das Art-Deco-Gebäude ist fast genau 100 Jahre alt und beherbergte früher eine Bank. Im ehemaligen Tresorraum befindet sich heute eine Smokers-Lounge. Restaurant und Bar befinden sich in der früheren Schalterhalle. Alles sehr stylisch und erlesen.
Stilvoll übernachten
Auch wenn Zagreb über ein gut ausgebautes Straßenbahn-Netz verfügt, geht doch nichts über kurze (Lauf)Wege. Sehr zentrumsnah und trotzdem nicht mitten im Trubel der Hauptstadt liegt genanntes Amadria Park Hotel Capital. Wer auf gediegen und stilvoll steht, dazu einen Hauch 1920er einatmen will, ist hier genau richtig. Von außen sehr ähnlich im Art-Deco-Design, innen aber komplett modern, präsentiert sich das art'otel gleich um die Ecke. Kaum ein halbes Jahr geöffnet, ist es derzeit der Place to be in Zagreb, nicht nur der Rooftop-Bar mit großer Terrasse wegen. Die Zimmer extravagant und das gesamte Haus zudem eine Galerie, in der Werke des bekannten kroatischen Malers und Designers Boris Bucan ausgestellt sind. Auf dem Weg zum "Yezi" kommt der Besucher am über zehn Meter langen Bar-Tresen gar nicht vorbei, in dessen Umfeld vor allem an den Wochenenden Hochbetrieb herrscht. Nicht zuletzt findet sich im Spa des Hauses einer der ganz wenigen Hotelpools der kroatischen Hauptstadt.

Panorama-Blick über die Hauptstadt von der neuen Rooftop-Bar des art'otel Zagreb aus.
Arena HospitalityZagreb: Gut zu wissen
Die Hauptstadt liegt im Nordwesten Kroatiens und ist das kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Zentrum des Landes. In der Stadt leben etwas mehr als 800 000 Einwohner und damit etwa jeder fünfte Kroate. Von Brandenburg aus sind es ca. 1000 Kilometer Richtung Süden, für die man ungefähr elf Autostunden einplanen muss. Deutlich schneller geht es per Flugzeug. Bis Ende Oktober noch fliegt Croatia Airlines direkt vom BER dreimal die Woche in etwas mehr als einer Stunde nach Zagreb. Außerhalb dieser Zeit bieten sich Verbindungen über München oder Wien an.
