Neu auf Vinyl
: Garbage - So klingen die 90er heute

Mit „Let All That We Imagine Be The Light“ legt die schottisch-US-amerikanische Band ihr achtes Album auf.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Garbage

Garbage „Let All That We Imagine Be The Light“. Die 90er in die Neuzeit geholt.

Joseph Cultice/BMG
  • Garbage veröffentlicht ihr achtes Album „Let All That We Imagine Be The Light“.
  • Die Band kombiniert Grunge, Pop und Electronica und bleibt stilistisch vielseitig.
  • Es enthält zehn Songs auf orangem Vinyl, die emotional und musikalisch abwechslungsreich sind.
  • Das Album klingt wie ein Mix aus Garbage, Depeche Mode und The Cure.
  • Es ist auf CD, Vinyl und digital erhältlich und trifft den Nerv der Zeit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit ihrem achten Studioalbum „Let All That We Imagine Be The Light“ melden sich Garbage in der Musikwelt zurück – einmal mehr mit einer stilistisch vielseitigen, inhaltlich zeitgemäßen und klanglich detailverliebten Platte, die ihre über drei Jahrzehnte währende Karriere fortschreibt, ohne im eigenen Vermächtnis zu erstarren. Die Band um Sängerin Shirley Manson, Produzent Butch Vig, Gitarrist Steve Marker und Duke Erikson bleibt sich treu, während sie neue Facetten ihrer musikalischen Identität auslotet.

Garbage formierten sich 1993 in Madison, Wisconsin – ein transatlantisches Projekt mit der charismatischen Schottin Shirley Manson am Mikrofon und drei US-amerikanischen Musikern, darunter Butch Vig, der mit Nirvanas Nevermind bereits Musikgeschichte geschrieben hatte. 1995 erschien das selbstbetitelte Debütalbum Garbage, das mit Songs wie „Stupid Girl“, „Only Happy When It Rains“ oder „Queer“ den Zeitgeist perfekt einfing: Grunge-infiziert, triphop-düster und zugleich pop-affin.

Das Folgealbum Version 2.0 (1998) wurde zum kreativen und kommerziellen Höhepunkt – makellos produziert, mit Hits wie „Push It“, „Special“ und „I Think I’m Paranoid“. Auch Beautiful Garbage (2001) und Bleed Like Me (2005) erweiterten das Klangspektrum, bevor die Band eine längere Pause einlegte. Das Comeback Not Your Kind of People (2012) klang reifer und reflektierter, Strange Little Birds (2016) versprühte cineastischen Noir-Charme, während No Gods No Masters (2021) mit politischer Direktheit und kühler Elektroniek klare Kante zeigte.

Garbage neues Album - Zwischen Grunge und Pop

Seit jeher kombiniert die Band Elemente aus Alternative Rock, Electronica, Pop, Industrial und Post-Grunge. Butch Vigs Studio-Know-how und Mansons Präsenz als Sängerin und Texterin sind die Konstanten in einem Sound, der sich über Jahrzehnte weiterentwickelt hat: Vom Gitarren-lastigen 90er-Hybrid hin zu atmosphärisch dichten, digital geprägten Klangbildern. Die Mischung aus düsterer Coolness, melodischem Hooklines und inhaltlichem Zeitbezug zieht sich bis heute durch das Schaffen der Band. „Let All That We Imagine Be The Light“ schließt stilistisch an den Vorgänger an, öffnet sich dabei aber stärker der Melancholie, Introspektion und emotionalen Ambivalenz.

Garbage

Garbage „Let All That We Imagine Be The Light“. Orangenes Vinyl im Gatefold-Cover.

BMG

Zehn Songs hat Garbage aufs orangene Vinyl gepackt, das in der Optik ein wenig transparent, in der Ausführung aber eher als Leichtgewicht daherkommt. Vom Sound allerdings kann man das nicht sagen, gleichwohl der neben tiefen und düsteren Elementen auch zuweilen überraschend luftige enthält. Der Gegensatz wird geschickt verstärkt durch die Anordnung der einzelnen Tracks. So folgt  „Have We Met (The Void)“ mit seinen John-Carpenter-artigen Synths und von Verrat und Verlust erzählend „Sisyphus“, verpackt in Traum-Pop-Ästhetik mit mythologischen Themen. Anders als bei vielen Vorgängern findet sich nicht der eine hymnische Track, der sich sofort festsetzt. Vielmehr erfreut die durchgängige Abwechslung in Sachen Instrumentierung, Aufbau und Backrounds der Songs. Langweilig wird es nie.

Wie ein Mix aus Garbage, Depeche Mode, The Cure

Und zwischen straighten Gitarren, klassischen Synthies sowie Zierrat von Pop bis Metal schwebt Mansons Stimme in verschiedenen Sphären. Auch hier zeigt die sich sonst eher emotionslos auf der Bühne agierende Schottin abwechslungs- und ideenreich. Wer sich Zeit und Muße nimmt, den Longplayer ein paar Extrarunden drehen zu lassen, wird dann vielleicht den einen oder anderen Favoriten küren. „Hold“ gehört ganz sicher dazu. Auch, weil der dritte Track der Scheibe irgendwo die Essenz von Garbage zum Klingen bringt, das ganze Spektrum von Grunge bis Pop, von harter Handarbeit bis digitaler Perfektion. Aber auch „Get Out My Face Aka Bad Kitty“ passt hervorragend in das Schema, vor allem vielleicht für die Fans der älteren Semester. Denn Garbage schaffen es erstaunlich locker, die 90er in die mittleren 2020er zu transferieren, ohne dass es peinlich wirkt.

In einer Zeit, in der viele Acts aus den 90ern ihr Revival erleben, wirken Garbage weder retro noch bemüht aktuell. Vielmehr bewegen sie sich souverän durch eine Poplandschaft, die sich selbst neu orientiert. Das Album klingt stellenweise so, als hätten sich Garbage mit The Cure und Depeche Mode an einen Tisch gesetzt – ein Vergleich, der sich in der Kritiker-Szene großer Beleibtheit erfreut. Die Produktion wirkt modern, aber nicht trendverliebt. Inhaltlich trifft das Album den Nerv einer Gesellschaft zwischen Apokalypse und Hoffnung.

Garbage „Let All That We Imagine Be The Light“

Formate: CD, Vinyl, Digital

Label: BMG

Gespielt auf TEAC TN-5BB

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