Neu auf Vinyl: Rolling Stones Black And Blue 2025

Rolling Stones Black and Blue
Universal Music- Zum 50. Jubiläum 2025 erscheint das Album „Black And Blue“ der Rolling Stones neu auf Vinyl.
- Das Album von 1976 mischt Rock mit Funk, Blues und Reggae und zeigt stilistische Vielfalt.
- Steven Wilson optimierte den Klang durch einen neuen Mix und Half-Speed-Mastering.
- Das 180-Gramm-Vinyl überzeugt mit dynamischem Sound und räumlicher Klangtiefe.
- Klassiker wie „Hot Stuff“ und „Cherry Oh Baby“ klingen so lebendig wie nie zuvor.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie die Zeiten sich doch ändern. Als die Rolling Stones 1976 ihr Album „Black And Blue“ auf den Markt brachten, ätzten nicht unbedeutende Musikkritiker, dies sei das erste „bedeutungslose Rolling-Stones-Album“. Knapp 60 Jahre später wird es von der herausgebenden Plattenfirma als ikonisch gefeiert.
Freilich, die Jahre verändern den Blick auf vieles. Und Geschmack ist jeher dem Zeitgeist unterworfen. Was Mitte der 1970er wohl am ehesten den Unmut von Fans und Medien hervorrief, war wohl die Tatsache, dass sich die als Produzenten auftretenden „The Glimmer Twins“ Mick Jagger und Keith Richards wagten, bekanntes Terrain zu verlassen. Denn das 13. Album der Briten gilt als das schwärzeste der Band. Neben Rock kommen hier fast gleichberechtigt Funk, Blues und Reggae zum Einsatz.
Überhaupt war die Produktion ein reiner Testlauf. Denn nicht nur stilistisch wagte man sich an neue Ufer, auch bei der Besetzung kam nicht nur der Stammkader zum Einsatz. Aus dem Split von Gitarristen Mick Taylor machten die Stones eine Tugend und nutzten die Studiozeit für eine Art Casting, um einen Nachfolger zu finden. Und so tauchen Harvey Mandel, Wayne Perkins, Jeff Beck und Robert A. Johnson in den Songcredits mit auf. Ebenso ein gewisser Ron Wood, der am Ende das Rennen machte und bis heute fester Bestandteil der Combo ist.
Auch wenn „Black and Blue“ die großen Einzelhits fehlten, so sind die Songs doch den Fans geläufig. Etwa das funkige „Hot Stuff“ oder „Cherry Oh Baby“ im besten Reggae-Style. „Memory Motel“ zahlt auf Soul ein und „Crazy Mama“ kommt als klassischer Stones-Blues daher. „Hand Of Fate“ steht schließlich für straighten Rock'n'Roll. Insgesamt war wohl kaum eine Platte der Stones so abwechslungsreich im musikalischen Sinne. Und von der Besetzung her sowieso. Nicht zu vergessen Billy Preston, der sich für „Melody“ ans Klavier gesetzt hat. Und: Die Nörgler von einst behielten damals schon nicht Recht. In den USA stieg die Platte auf Platz Eins und auch in Großbritannien belegten die Stones einen angemessenen zweiten Platz.
Black and Blue - So gut klingt der Steven-Wilson-Mix
Nicht nur, weil „Black And Blue“ ein musikalisch sehr ausgewogenes und vielfältiges Stück ist, gehört es in den gut sortierten Plattenschrank. Fast mehr noch begeistert die klangliche Neuauflage. Für den 2025er Mix zeichnet Steven Wilson von Porcupine Tree verantwortlich. Und was der zusammen mit dem Half-Speed-Mastering aus der 50 Jahre alten Vorlage gemacht hat, ist unglaublich. Zum einen kommt der Sound von vornherein mit ordentlich Druck daher. Das Grundvolumen ist erfreulich höher als bei vielen anderen Platten. Zudem gestattet das 180-Gramm-Vinyl eine Feinzeichnung, die, je nach Anlage, bis hin zu kleinsten Details die Stücke lebendig werden lässt. Dafür braucht es keine zehn Sekunden beim Opener „Hot Stuff“. Ex-Canned Heat Harvey Mandel spielt hier einen virtuosen Gitarrenpart, bei dem man meint, auch den Anschlag der Seiten zu hören.
Wilsons Mix lässt eine Bühne im Raum entstehen, die sowohl in Breite wie Tiefe gestaffelt ist. Während Aufnahmen aus den 60er und 70er Jahren, schon allein der technisch begrenzten Wiedergabemöglichkeiten wegen, vor allem auf Stereo-Effekte setzten, also rechts-links, kann die Neuinterpretation locker mit räumlichen Effekten glänzen. Und so haben die Songs von „Black And Blue“ wohl noch nie besser geklungen. Irgendwie so, als sei man heute damals live dabei gewesen.
The Rolling Stones Black and Blue
Vinyl 180 Gramm
Universal Music
Gespielt auf TEAC TN-5BB
