Neu auf Vinyl: The The - 25 Jahre später

The The "Ensoulment". Mastermind Matt Johnson mit neuem Lebenszeichen.
Gerald Jenkins- The The veröffentlicht nach 25 Jahren Pause das Album „Ensoulment“.
- Matt Johnson bleibt lyrisch stark, verbindet persönliche und gesellschaftliche Themen.
- Klangqualität beeindruckt, aber das Album hat eine eintönige Dynamik.
- Vergleich zu früheren Alben zeigt weniger emotionale Vielfalt.
- Analoge Wärme der Vinyl verleiht den Arrangements Tiefe und Raum.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
The The hat unter Mastermind Matt Johnson seit den 1980ern immer wieder Alben veröffentlicht, die tief in die Gefühls- und Gedankenwelt des Hörers eindringen. Werke wie „Soul Mining“ und „Infected“ sind Klassiker des Punk und New Wave, auch, weil sie musikalische Innovation mit gesellschaftspolitischen Kommentaren verknüpften. Kann die Band daran 25 Jahre später anknüpfen? Immerhin ist so lange kein Album mehr mit neuem Material erschienen.
Nicht von ungefähr wurde „Ensoulment“ also ungeduldig erwartet. Das Album kommt auf gewohnt hohem Niveau daher und die Klangqualität erfreut mit ihrer Tiefe und Präzision. Elektronische Elemente und traditionelle Rock-Instrumentierung verbinden sich zu einem Soundteppich, der die melancholischen und nachdenklichen Texte Johnsons perfekt untermalt.
Positiv fällt auf, dass die Lyrics nach wie vor zu den stärksten Aspekten der Band gehören. Johnson ist ein Meister darin, persönliche und gesellschaftliche Themen miteinander zu verweben und dabei große Emotionen in prägnante, oft poetische Bilder zu kleiden. Songs wie „Broken Souls“ oder „City of the Lost“ greifen dabei existenzielle Themen auf, ohne ins Plakative abzudriften. Hier zeigt sich die Reife eines Songwriters, der auf eine lange Karriere zurückblicken kann. Zudem wirkt Johnsons Gesang nach wie vor authentisch und kraftvoll, was den Liedern eine zusätzliche emotionale Tiefe verleiht.
The The - Melancholie allerorten
Allerdings, und auch das gehört zur Wahrheit, zeigt sich im Laufe der zwei schwarzen Scheiben eine gewisse eintönige Dynamik. Auch diese hat Freunde, ist aber sicher nicht jedermanns Geschmack. Die durchgehend getragene Stimmung, die das Album dominiert, wirkt stellenweise ermüdend. Es gibt nur wenige musikalische Höhepunkte oder unerwartete Wendungen, die den Hörer aufrütteln könnten. Auch wenn die melancholische Grundstimmung ein Markenzeichen der Band ist, hätte man sich hier und da einen stärkeren Kontrast gewünscht. Im Vergleich zu früheren Alben wie "Infected" oder "Mind Bomb", die eine Vielzahl an emotionalen und klanglichen Schattierungen aufwiesen, wirkt "Ensoulment" in dieser Hinsicht eher eindimensional. Die analoge Wärme der Schallplatte verhilft den oft sehr dichten Arrangements zu mehr Raum und Tiefe, was besonders bei Stücken wie „Echoes in the Night“ deutlich wird. Am Ende ein schönes Stück Musik, dass in seiner Machart vor allem die richtige Zeit und Stimmung zum hören braucht.
The The „Ensoulment“
Cinéola / earMusic
Gespielt auf TEAC TN-5BB
