Neues Album auf Vinyl: Splat! – So klingt Deep Purples Spätwerk

Alles bloß keine Langeweile. Deep Purple blicken mit Splat! aus verschiedenen Perspektiven auf die Welt von heute.
earMUSIC / Olaf Heine- Deep Purple veröffentlichen „Splat!“ als 24. Studioalbum mit 13 Songs auf zwei Vinyls.
- Besetzung mit Gillan, Glover, Paice, Airey und McBride, produziert von Bob Ezrin.
- Texte kreisen um Aufprall, Stillstand, Verwandlung und blicken auf Außenseiter und Hybris.
- Musikalisch kompakt und druckvoll: Hammond-Gitarre-Wechselspiel, knackige Riffs, kurze Soli.
- Vinyl-Ausgabe: 2 LPs mit 45 U/min und 180 Gramm – mehr Dynamik und klarere Transienten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Deep Purple sind längst mehr als eine Band, sie sind ein Grundbaustein des Hard Rock. Neben Led Zeppelin und Black Sabbath haben sie Ende der Sechziger den schweren Rock aus Blues, Virtuosität, Orgelwucht und Gitarrenriff geformt. Heute stehen sie nicht mehr im Zentrum der Pop-Gegenwart, aber erstaunlich stabil in ihr: als Veteranen, die ihre Geschichte kennen, sie aber nicht bloß verwalten.
„Splat!“ erscheint als 24. Studioalbum, folgt auf „=1“ von 2024 und ist das zweite Werk mit Simon McBride an der Gitarre. Ian Gillan, Roger Glover, Ian Paice, Don Airey und McBride bilden keine Mark-II-Besetzung mehr, beherrschen deren Grammatik aber sicher. Produzent Bob Ezrin ist erneut an Bord, aufgenommen wurde unter anderem in Nashville, Toronto, Cambridge, Hamburg und in McBrides Studio.
Inhaltlich nimmt Gillan einen derben Witz über ein Insekt an der Windschutzscheibe und macht daraus ein Konzept über Aufprall, Stillstand und Verwandlung. Das Album schaut in eine Welt aus Außenseitertum, Größenwahn, Kontrollverlust und Sprachzerfall. Da ist der unterschätzte Billy, der seine Stimme findet; da sind groteske Backstage-Egos, überdrehte Abenteuer, Misstrauen gegenüber dem freien Kopf und kleine Endzeitbilder: ein verlassener Ort mit altem Pferd, Highland-Mythologie als Friedensbild, Schuldgefühle angesichts menschlicher Hybris, digitale Unverständlichkeit und die Pub-Fantasie „Jessica’s Bra“, in der Gillans derber Humor noch einmal die Tür auftritt. Am Ende ist der Crash kein bloßes Ende, sondern eine metaphysische Fluchtlinie zwischen kosmischem Witz, Spiritualität und britischer Selbstironie.

Deep Purple: "Splat!" ist das 24. Studio-Album der Rock-Veteranen.
earMUSICSplat! am besten, wenn Deep Purple erkennbar ist
Musikalisch ist „Splat!“ am stärksten, wenn es sofort als Deep Purple erkennbar ist: Paices trocken federndes Schlagzeug, Glovers Bass als Motor, Aireys Orgel und Keyboards als Druckkörper, darüber McBride mit mehr Blues-Kante und weniger filigraner Eleganz als Steve Morse. Die alte DNA lebt im Wechselspiel aus Hammond und Gitarre, in kurzen Soli, knackigen Riffs und dem Gefühl, dass eine Rockband tatsächlich miteinander atmet. Neu ist weniger der Bauplan als die Zuspitzung: kompaktere Songs, härtere Attacke, psychedelische Seitentüren, keltische Farbe in „Sacred Land“, ein sanft täuschender Einstieg bei „Guilt Trippin’“ und Keith Urbans Gastgitarre in „Diablo“.
Deep Purple Splat! – Besonders gut auf Vinyl
Auf Vinyl dürfte „Splat!“ besonders sinnvoll aufgehoben sein. Die 2-LP-Ausgabe auf 180 Gramm läuft mit 45 Umdrehungen. Das verspricht genau jene Luft, die diese Musik braucht: mehr Platz in der Rille, mehr Dynamikreserve, klarere Transienten. 180 Gramm allein machen noch keinen besseren Klang, sorgfältiges Mastering und eine höhere Drehzahl schaffen jedoch beste Voraussetzungen. So ist die Bühne breit und auch in der Tiefe gestaffelt. Jeder und jedes hat seinen Platz. Fazit: ein bissiges, kauziges, energisches Spätwerk – Deep Purple nicht als Denkmal, sondern als laute, eigensinnige Band im Hier und Jetzt.
