Literatur Verfilmung Drama Kritik: Ophelia - Von Star Wars zu Hamlet aus weiblicher Sicht
Ophelia wird als Günstling der Königin Kammerzofe. Bei Hofe angekommen, verliebt sie sich ausgerechnet zu jener Zeit in den Kronprinzen Hamlet, als alles drunter und drüber geht.
Kammerzofe verliebt sich in Köngissohn
Denn dessen Vater wird ermordet, vom Schwager, der es auf die Königin abgesehen hat. Und auf die Krone natürlich. Hamlet ahnt, wer der Täter ist und tut dies ganz offen kund. Er stirbt schließlich durch eine vergiftete Klinge beim Schwert-Duell und die zurückgebliebene Ophelia geht dem Wahnsinn nah ins Wasser.
So zumindest hat es Shakespeare in einem seiner berühmtesten Stücke niedergeschrieben. Lisa Klein nahm sich die Freiheit, eben jene Nebenfigur der jungen Frau herauszulösen und diese in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen. So wird das Geschehen am dänischen Hof aus einem anderen, einem weiblichen Blickwinkel betrachtet. Claire McCarthy inszenierte die Geschichte als klassischen Stoff, ohne so weit zu gehen, die Akteure auch so sprechen zu lassen. Mit dem Focus auf dem Mädchen aus einfachem Hause, das weit über ihrem Stand im Dienste der Königin steht, wird vor allem auf die Geschlechter- und Herkunftsrolle abgezielt. So erhält Ophelia deutlich mehr Raum als im Original. Das gibt ansonsten aber die grobe Richtung vor, gleichwohl mit der verstoßenen Schwester der Königin, einer Hexe, ein neuer Charakter Einzug ins Geschehen hält.
Frischer Blick auf die Klassiker
Neben dem frischeren Blick auf die Handlung kann der Streifen auch mit seinen wirklich gelungenen Kulissen punkten. Nicht zuletzt kommt aber auch der Cast ins Spiel. Während mit Naomi Watts und Clive Owen bekannt hochklassige Mimen am Start sind, erleben wir in der Hauptrolle einen echten Shooting Star. Denn Daisy Ridley ist der weltweiten Star-Wars-Gemeinde als Skywalker-Erbin Rey bekannt. Mit diesem Abstecher in klassische Gefilde empfiehlt sie sich um so mehr für ein breites Rollensprektrum.
Ophelia
Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 114 Minuten; Verleih: Koch; Regie: Claire McCarthy; Daisy Ridley, Mia Quiney, Calum O’Rourke; GB 2018


