Probefahrt
: Der Citroën C5 Aircross im Autotest

Die Modellpflege hat das französische Kompakt-SUV erwachsener gemacht. Insbesondere von vorne betrachtet, wirkt der Franzose nun seriöser und weniger verspielt als vorher.
Von
Roberto Wenk
Berlin
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Überarbeitet: Citroën C5 Aircross

Roberto Wenk

Das Kompakt-SUV wurde 2018 in Europa eingeführt und erhielt jetzt seine erste Modellpflege. Wir testeten den Wagen als Plug-in Hybrid.

Motor

Das Antriebsduo besteht aus einem 1.6-Liter-Turbobenziner und einem Elektromotor, welches zusammen eine Systemleistung von 224 PS erreicht. Der Vierzylinder leistet allein 181 PS sowie 300 Newtonmeter Drehmoment, der E-Motor kommt auf 110 PS und 320 Newtonmeter. Als Systemdrehmoment gibt Citroën 360 Newtonmeter an. Somit gab es beim Antrieb keine Veränderung durch die Modellpflege.

Karosserie/Ausstattung

Der Citroën C5 Aircross ähnelt seit dem Facelift optisch nicht mehr ganz so stark seinem kleineren Bruder C3 Aircross. Die zweistufige Lichteinheit an der Front wurde noch stärker zusammengefasst, der Frontgrill ist eine Einheit und verläuft übergangslos in die Scheinwerfer mit der hübschen Lichtsignatur. Die Frontschürze zeigt keine Airbumps mehr, sondern eine markante Spoilerlippe sowie gewachsene und vor allem echte Luftzuführungen für die vorderen Radhäuser - vorher waren dies nur Attrappen. Seitlich betrachtet, offeriert das SUV dann doch noch die typischen Airbumps über dem Schwellerbereich, wenngleich diese deutlich dezenter ausfallen als beim C3 Aircross.

Am Heck erwarten den Betrachter leicht überarbeitete Heckleuchten, die etwas weiter ausgestellt wirken und eine neue dreidimensional erscheinende Lichtgrafik aufzeigen. In Summe erscheint der C5 Aircross hier eine Spur kantiger als das Vorfaceliftmodell.

Beim Blick in den Innenraum fällt zuallererst der neue größere Zentralbildschirm mit seiner zehn Zoll großen Bildschirmdiagonale auf. Dieser wurde an der Instrumententafel aufgesetzt und neue Lüftungsdüsen nun darunter positioniert. Außerdem wurde der Wählhebel in Form eines Joysticks in Rente geschickt und durch eine miniaturhafte Schaltwippe ersetzt. Dank „Shift by Wire“-Technik werden die Befehle nun elektrisch an das Getriebe weitergegeben. Die Sitze bieten dank ausgeprägteren Seitenwangen mehr Seitenhalt bei gleichbleibend weicher Polsterung. Die Materialauswahl ist insgesamt eine Nuance wertiger geworden, die Verarbeitung ist weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Als „Shine Pack“ bietet der Citroën C5 Aircross eine reichhaltige Ausstattung, von der besonders das überarbeitete Infotainment benannt werden sollte, welches deutlich schneller nach dem Fahrzeugstart verfügbar ist und auf Befehle ohne Verzögerungen reagiert. Die meisten Assistenzsysteme arbeiteten im Test zufriedenstellend und zuverlässig. Sitzheizungen vorne und 19-Zoll-Räder sind bei dieser Ausführung serienmäßig dabei. Erstgenannte heizen dreistufig und benötigen etwas Zeit, bis sie sich durch die Lederbezüge gekämpft haben. LED-Scheinwerfer hat der C5 Aircross in allen Versionen. Die Lichtausbeute ist gut, der Lichtkegel bis auf kleine Flecken homogen. Der Fernlichtassistent benötigte mitunter etwas länger, um andere Verkehrsteilnehmer zu erkennen und auch genehmigte er sich mitunter einige Sekunden, um bei freier Bahn wieder auf Fernlicht zu wechseln.

Der Empfang von digitalen Radiosendern entpuppte sich im Test als recht dünn. Wir verloren immer wieder das Sendesignal und das in Gefilden, wo andere Systeme keinerlei Aussetzer zeigten. Dafür erwies sich das Soundsystem als wirklich gelungen und dürfte das Gros aller Kunden umfassend zufriedenstellen.

Fahrverhalten

Der Antrieb und das Fahrwerk wurden im Rahmen des Facelifts nicht angerührt. So bleibt der C5 Aircross weiterhin ein sehr komfortorientiertes SUV mit guter Federung, die nur bei Querfugen oder ähnlichen kurzen Verwerfungen passen muss und diese bis zu den Insassen durchlässt. Die Lenkung ist dazu passend sehr leichtgängig, allerdings wenig präzise. Das stört aber nicht weiter, da der Franzose ohnehin eher gemütlich im Cruisermodus gefahren werden will.

Auch die Fahrprogramme ändern nichts an dieser eher gesetzten Charakteristik dieses Autos. Er kann zwar auch zügig und sprintet bei Bedarf in 8,9 Sekunden von null auf Tempo 100. Schluss mit Vortrieb ist erst bei 225 km/h und solange es überwiegend geradeaus geht, ist auch dieser Geschwindigkeitsbereich kein Thema. Allzu große Wank- und Neigungsbewegungen muss man auch nicht fürchten, aber die recht hohe Sitzposition und die insgesamt eher weiche Abstimmung erziehen den Fahrer eher zur Gelassenheit.

Die 8-Stufen-Automatik schaltet sanft und zu den Situationen passend. Lediglich bei Vollgas verfällt sie mitunter kurz in Hektik und schaltet verwirrt zwischen den Gängen hin und her, während der Benziner bei solchen Manövern erstmals akustisch wirklich in den Vordergrund gerät.

Die Hybridbatterie war im Test nach rund zweieinhalb Stunden an einer AC-Ladesäule dank des 7,2-kW-Onboard-Loader für 400 Euro extra wieder aufgeladen. Der Bordrechner suggerierte daraufhin eine Reichweite von 42 Kilometern - am Ende waren es aber nur 31 Kilometer. Zugute muss man dem Hybriden dabei aber halten, dass dieser Test bei kühlen Temperaturen erfolgte und allein durch Heizung und Klima sowie Licht knapp 2 kW dauerhaft dem Akku entzogen wurden. Berücksichtigt man dies, dürfte die Reichweite theoretisch knapp an die 50 Kilometer heranreichen, sofern man defensive Fahrweisen praktiziert. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Akku auch während der Fahrt durch den Verbrenner geladen und der jeweilige Akkustand für später „eingefroren“ werden kann.

Wirtschaftlichkeit

Beim Thema Verbrauch kann der Citroën C5 Aircross ebenfalls punkten. Mit leerer Batterie betrug der Verbrauch nur reichlich sieben Liter, was für einen PHEV absolut in Ordnung ist. Auf der Sparrunde konnten wir den Spritkonsum sogar auf nur 4,4 Liter pro 100 Kilometer reduzieren - mit leerem Akku, wohlgemerkt. Lädt man den Akku regelmäßig, fährt man bei gefülltem Akku die ersten 100 Kilometern mit einem Durchschnitt von knapp drei Litern.

Als Plug-in-Hybrid startet der C5 Aircross bei 41.970 Euro als 180-PS-Version. Für den hier getesteten 225-PS-Hybriden werden 1500 Euro mehr fällig. Zum Vergleich: Der Einstiegspreis für den C5 Aircross liegt mit einem 130 PS starken Benziner bei 32.670 Euro.

Fazit

Die Modellpflege hat das französische Kompakt-SUV erwachsener gemacht. Insbesondere von vorne betrachtet, wirkt der Franzose nun seriöser und weniger verspielt als vorher. Mit neuem Infotainment und vielen kleinen Verbesserungen im Detail, wie beispielsweise der deutlich bessere Seitenhalt der vorderen Sitze, erwies sich das Fahrzeug am Ende als eine runde Angelegenheit.

Als Plug-in Hybrid bietet er zudem ein gut miteinander harmonierendes Antriebsduo mit einem vernünftigen Sparpotenzial. Genug Platz im Angebot und eine komfortable Fahrwerksabstimmung befördern ihn obendrein zum Alltagsmeister. Dem relativ hohen Preis steht eine umfangreiche Ausstattung gegenüber, die diesen am Ende wieder relativieren kann. Als Kompakt-SUV wird dieser Citroën definitiv seine Fanbase finden - da sind wir uns sicher.